Vergangenheit in Deutschland noch immer ein Tabuthema?

  • Zitat

    Original geschrieben von <registered>
    Aber der zweite Abschnitt...
    Meinst nicht, dass du da der Verlockung der einfachen Rezepte erlegen bist?


    Nein, das bin ich nicht. Ich beobachte lediglich und das Fazit spiegelt meine Erfahrung wieder. Die Antiautoritäre Erziehung hat versagt aber gelebt wird sie heute noch mit den entsprechenden Folgen. Mal Allgemeiner gefasst: Ein System braucht Regeln damit es funktioniert! Auch eine Familie.

  • Zitat

    Original geschrieben von AdministratorDr
    Das ist ziemlich undifferenziert...


    das nicht?


    Zitat

    Original geschrieben von AdministratorDr
    Ich erinnere mich noch an eine Klassenkameradin die Eltern hatten, die alles sehr lax handhabten. Die war mit 14 Schwanger und gehört heute zur sozialen Unterschicht, den Absprung nie geschafft. Was meinst du was mit den Kindern passiert? Also müssen Regeln da sein und Kinder haben sich an solche zu halten. So hart es sich anhört aber anders funktioniert das nicht. Und das hat mit "Klapps auf den Hintern" überhaupt nichts zu tun.




    ich konnte immer mit meinen eltern "diskutieren" bzw. durfte auch immer eine andere meinung haben und diese auch kund tun ohne vor grösseren strafen angst haben zu müssen! antürlich gibt es auch bei uns regeln und diese sind auch nicht nur wichtig sondern ohne geht es nicht!
    das war jetzt wohl etwas offtopic.


    noch mal zum thema:


    es muss möglich sein alle seiten der deutschen vergangenheit zu diskutieren, allerdings muss dies so objektiv wie möglich sein und darf nichts verharmlosen!




    cu

  • "Mal Allgemeiner gefasst: Ein System braucht Regeln damit es funktioniert! Auch eine Familie."


    :top:
    Die Quintessenz meiner vorherigen Posts

  • Zitat

    Original geschrieben von pomfiedel
    ich konnte immer mit meinen eltern "diskutieren" bzw. durfte auch immer eine andere meinung haben und diese auch kund tun ohne vor grösseren strafen angst haben zu müssen!


    Mir geht es nicht um die Diskussion im 15-18 Lebensjahr sondern weit darunter. Mir geht es nicht in den Sinn, dass eine Mutter im Supermarkt mit ihrem 3-Jährigen Spross diskutieren muss, wieso er jetzt nicht Süßigkeiten kriegt. Und das gleiche setzt sich dann zuhause fort wenn es um den Fernsehkonsum oder das Verhalten gegenüber den Mitschülern geht. Das ganze ist sehr verkürzt dargestellt, aber ähnlich wie Frau Hermann kann man in so einem Forum nicht alle Aspekte diskutieren, dafür bedarf es einen echten Gesprächs.


    Zitat


    Ich wäre für Kindergartenpflicht ab 3, damit die Kinder bis zur Einschulung wenigstens Deutsch sprechen.


    Da es nun mal nicht anders geht, wäre ich für Pflichtseminare für Schwangere und deren Partner. Ein Kindergarten bringt da nichts, sondern die Eltern müssen erzogen werden ihre Kinder vernünftig zu erziehen. Die Ursache muss angegangen werden, nicht die Symptome.

  • Ich halte es auch für falsch ein Kind in den ersten drei Lebensjahren, in seiner prägensten Phase irgendwelchen staatlichen Erziehern anzuvertrauen.
    Obwohl es bei vielen Eltern die bessere Lösung wäre, da die nicht erziehungsfähig sind.
    Aber Kinder aus Elternhäusern mit entsprechender Bildung und Sozialkompetenz sollten einfach die ersten Jahre zu Hause erzogen und geprägt werden. Dann haben sie die entsprechenden Grundlagen später erfolgreich zu sein. Diese Kinder in staatliche Krippen zu geben hieße sie zu unterfordern.
    Und ob die Erziehung nun der Papa oder die Mama macht ist auch egal.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Die ersten 3 Jahre zuhause - keine Frage. Interessanter Artikel im aktuellen BDW.
    Aber danach sollte das Erlernen der deutschen Sprache und eine gewisse Sozialisation folgen.

  • "Da es nun mal nicht anders geht, wäre ich für Pflichtseminare für Schwangere und deren Partner. Ein Kindergarten bringt da nichts, sondern die Eltern müssen erzogen werden ihre Kinder vernünftig zu erziehen. Die Ursache muss angegangen werden, nicht die Symptome."


    Die Erziehung der Eltern wurde durch deren Eltern verpaßt.
    Wieviel wissen die Leute eigentlich noch vom "Pflichtseminar" Erste-Hilfe-Kurs?
    Wie willst Du den Erfolg kontrollieren, wenn jetzt schon darum gestritten wird, ob der Besuch von Kinderuntersuchungen als Grundlage zum Bezug von Kindergeld genommen werden soll?

  • Zitat

    Wie willst Du den Erfolg kontrollieren,


    Ich bin ehrlich, ich weiß es nicht. So kann es aber auch nicht weitergehen und Kopf in den Sand stecken macht die Sache nicht besser. Es muss was geschehen bei solchen Menschen die man Eltern nennt, weil sie ein Kind haben.
    edit
    Idee:
    Staatlich bestellter Betreuer, von mir aus ausgebildete Sozialarbeiter. Wer das zahlt? Gute Frage nächste Frage, aber anders kann man das Problem nicht bekämpfen. Oder findest du die Zwangssterilisation angenehmer?

  • Nein, wir haben da schon lange diskutiert, auch unter Diskriminierungsgesichtspunkten, die einzige Lösung war der verpflichtende Ganztagskindergarten ab 3 Jahren inklusive Frühstück und Mittagessen.
    Das bringt uns wieder zum Anfang, sollen wir in der Tradition der Familie bleiben und glauben, daß das die Lösung ist oder eben die Zahl der abschlußlosen Schulabgänger als eindeutigen Hinweis nehmen?

  • passen dzu dem thema: familie kind erziehung gewalt:


    ein ausschnitt aus meiner arbeit:


    In zahlreichen Studien hat man sich mit der Thematik beschäftigt, ob aggressives Verhalten der Kinder durch den Einfluss der Familie bedingt ist. In vielen dieser Studien wird nicht nur behauptet, dass eine problematische Familiensozialisation einen Risikofaktor für abweichendes Verhalten und eine gelingende primäre Sozialisation einen protektiven Faktor darstellt, sondern auch belegt.
    Das Familienleben ist durch langzeitiges Zusammenleben und durch Intimität gekennzeichnet, welches intensive und enge Beziehungen beinhaltet. Dies führt zwangsläufig zu starken Ausprägungen von Aggression und Gewalt. Auch heute noch kommt es durch die prinzipiell konfliktgeneigte Familienstruktur vor, das gewaltbegünstigende Familiennormen, wie z. B. das Züchtigen, als legitimes Mittel in der Kindererziehung Anwendung finden. Hierdurch erlernen Kinder und Jugendliche unfreiwillig, wie Aggressionen zu einer selbstverständlichen Erscheinungsform im täglichen Zusammenleben gehören.
    Pädagoginnen und Pädagogen ist die Ausübung von physischer Gewalt, im Sinne von körperlicher Züchtigung, per Gesetz verboten. Gleiches gilt nun, seit der Anpassung des Paragraphen 1631 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) im Jahre 2000, auch für die Eltern und Erziehungsberechtigten im privaten Bereich. Doch aufgrund der geschützten Privatsphäre von Familien lässt sich das Ausmaß von Gewalt in der Familie schwer feststellen und sicherlich besteht auch eine erhöhte Dunkelzifferrate. Dennoch führten die zahlreichen Befragungen und Untersuchungen zu Ergebnissen.
    Anhand der Belege mehrerer Studien kristallisierte sich die Anwendung von körperlicher Gewalt in Form von Prügel und Schlägen, als die am häufigsten praktizierte Form der Kindesmisshandlung heraus. Etwa 10 % der Eltern befürworten eine „Tracht Prügel“ als ein angemessenes Erziehungsmittel und weitere etwa 40 % wenden andere Formen der physischen Gewalt wie etwa Schläge und Ohrfeigen an.
    Hurrelmann und Bründel (2007, S. 52) gehen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland von mindestens einem Prozent aus, die wiederholt oder sogar dauerhaft unter schweren physischen Gewaltübergriffen ihrer Eltern zu leiden haben. Ebenfalls stark verbreitet sind Formen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Diese werden größtenteils von den Eltern oder engen Verwandten ausgeübt. Der Ratgeber des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Mutig fragen - besonnen handeln“ geht pro Jahr von ca. 15.000 Fällen aus, in denen Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden. Auf den sehr umfassenden Bereich des sexuellen Missbrauchs kann und möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, erwähne aber, dass die Auswirkungen von sexuellen Misshandlungen vielfältiger und lebenslang anhaltender Art sind. Zusammen mit schweren körperlichen Übergriffen kommen Hurrelmann und Bründel auf einen Größenwert von etwa 16 % der Kinder und Jugendlichen, die unter Schwerstformen von Gewalt zu leiden haben (vgl. Hurrelmann, Bründel 2007; S. 52 ff.).
    Diese Erkenntnisse werfen die Frage auf, was die Ursachen von Gewalt in den Familien sind und welche Auswirkungen dies auf das Verhalten der Kinder und vor allem innerhalb der Schule hat.
    Das Familienklima und der Erziehungsstiel der Eltern sind entscheidende Faktoren für aggressives und gewalttätiges Verhalten der Kinder und Jugendlichen. Physische und psychische Aggression und Gewalt von Eltern gegen ihre Kinder können auf Störungen der Beziehungen der Familienmitglieder untereinander zurückgeführt werden. Die Familienmitglieder weisen sehr dichte persönliche Bindungen mit starkem emotionalem Kontakt untereinander auf. Interessenskonflikte und Auseinandersetzungen können daher heftige Enttäuschungen hervorrufen und zu Aggression und Gewalt führen. Eine solche Spannungssituation führt zu großen psychischen und sozialen Belastungen und dieser Druck wird meist an das schwächste Mitglied der Familie weitergegeben, nämlich an das Kind.
    Das Kind wird somit mit aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen in einer Konfliktsituation innerhalb der Familie konfrontiert und reagiert nun in ähnlichen Belastungssituationen außerhalb der Familie (z. B. in der Schule) mit vergleichbaren und sich damit angeeigneten Verhaltensweisen. Untersuchungen bestätigen die These: „Gewalt erzeugt Gewalt“ (Olweus 1997, S. 290). Wer also von seinen Eltern massive Schläge und Misshandlungen erfahren hat, wird später wahrscheinlich selbst gewalttätig. „Je höher die Intensität und die Dauer der erlittenen Gewalt ausfallen, desto größer [ist] [sic!] die eigene Gewaltbereitschaft und desto häufiger [ist] [sic!] die Gewaltausübung von Jugendlichen“ (Hurrelmann, Bründel 2007, S. 56). In der Fachliteratur wird dies auch als „Kreislauf der Gewalt“ bezeichnet.
    Mehrere Risikofaktoren in der Familie, wie z. B. ein unangemessener Erziehungsstiel, unzureichende Aufmerksamkeit und mangelnde soziale Kompetenz der Eltern, ein niedriger sozialer Status der Familie und Ehekonflikte tragen zusammen mit einem aggressiven Potential des Kindes zu erstem aggressiven Verhalten bei. In der Schule führt dieses Verhalten zu einer zunehmenden Ausgrenzung des Kindes und zu schulischen Leistungsproblemen. Der Freundeskreis schränkt sich zunehmend auf Gleichaltrige ein, die ebenfalls überdurchschnittlich aggressiv sind. Dadurch wird das Verhaltenrepertoire des betreffenden Kindes oder Jugendlichen immer stärker auf aggressive Konfliktbewältigungsmechanismen eingeengt. Langfristig gesehen kann das Verhalten zu gesellschaftlichen Sanktionen und zu Straffälligkeiten führen.
    Studien von Melzer, Schubarth und Ehninger über die erhöhte Gewaltbereitschaft bei unüblichen Familienformen, wie z. B. Stief-Familien, Ein-Elternteil-Familien, konnten keine erhöhte Aggressionsbereitschaft im Vergleich zur Mehrheitsgruppe feststellen. Auch der Aspekt der finanziellen Situation innerhalb einer Familie führt nicht zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft, sofern die Eltern besonnen mit einer solchen Situation umgehen können. Ergänzend hierzu wurde festgestellt, dass sich Kinder aus den unteren Sozialschichten seltener auf einer höheren Schule befinden. In der besuchten Schulform - z. B. im Hauptschulbildungsgang - treffen sie daher auf Schülerinnen und Schüler, die sozial sehr wohl auffällig sind und dadurch das Verhalten dieser Kinder beeinflussen (vgl. Melzer, Schubarth, Ehninger 2004, S. 131).
    Bründel und Hurrelmann (1994, S. 61 f.) nennen folgende familiäre Bedingungen, die zu einer Erhöhung der Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen beitragen:


    - langanhaltende Spannungen und Konflikte zwischen Eltern, insbesondere im Vorfeld von Trennung und Scheidung (heute schon ein Drittel aller Ehen) sowie bei instabilen und wechselnden Partnerbeziehungen eines oder beider Elternteile,
    - wirtschaftliche Krisensituation mit hoher Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls der Eltern, insbesondere Dauerarbeitslosigkeit,
    - soziale Isolation der Familie in Verwandtschaft und Nachbarschaft, desolate Wohnbedingungen,
    - ein gesellschaftliches Umfeld mit vielen aggressiven Handlungen und Gewaltverbrechen,
    - Misshandlungserfahrungen der Eltern in ihrer Kindheit, die Persönlichkeitsstörungen hinterlassen haben.


    Durch den zuletzt genannten Punkt wird wesentlich der Umgang, von Eltern mit solchen negativen Kindheitserfahrungen, mit Konflikten und sozialen Belastungen und dem Ausmaß ihrer Gewaltbereitschaft deutlich. Auch hier ist wieder ein Zusammenhang zwischen einer Gewalterfahrung in der Kindheit und eigener Gewaltanwendung des Erwachsenen gegenüber Familienmitgliedern zu sehen (vgl. Schwind, Baumann u. a.; zitiert nach Weißmann 2003, S. 55).
    Es ist aber auch klar, dass Kinder eine starke Neigung haben, sich mit den Lebensabsichten und Einstellungen ihrer Eltern zu identifizieren und das sie deren Meinungen übernehmen und sich sogar selbst ablehnen, wenn sie z. B. schlechte Schulnoten erbringen (vgl. Petri 1991; zitiert nach Weißmann 2003, S. 56). Eindeutige Forschungsbefunde zeigen, dass zwischen schulischen Leistungsversagen von Kindern und ihrem Verhalten in der Schule ein recht enger positiver Zusammenhang besteht. Auf das Gewaltproblem ausländischer Familien möchte ich nicht näher eingehen, da es sehr umfassend ist. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Gewaltbelastungen von ausländischen Kindern, aufgrund kultureller Unterschiede und Erziehungsstile, höher sind (vgl. Hurrelmann, Bründel 2007, S. 56).
    Abschließend muss festgehalten werden, dass sich Familienvariablen nicht direkt auf das Sozialverhalten des Kindes auswirken, sondern dass durch den Familienkontext, insbesondere personale Faktoren wie „Selbstkonzept“ und „Aggressionsbereitschaft“, beeinflusst werden und diese wiederum das soziale Verhalten steuern. (vgl. Melzer, Schubarth, Ehninger 2004; vgl. Tillmann u. a. 1999; vgl. Hurrelmann, Bründel 2007; vgl. Weißmann 2003; vgl. Fuchs u. a. 1996).

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