Die Bahn streikt und Deutschland steht still

  • Zitat

    Original geschrieben von Braindead
    Zum Publikum an den Bahnhöfen mache ich mir keine sorgen, dort halte ich mich für gewöhnlich nicht allzu lange auf... und wenn ich ehrlich bin hat mich das "Klientel" noch nie gestört.


    DU vielleicht nicht, weil du dem Gesindel gewachsen bist. Aber mal überlegt, dass abends (SPÄT abends) auch noch jüngere Leute bzw. alte und gebrechliche Menschen unterwegs sind? Was wollen 14-, 15-jährige spindeldürre Mädels oder ne Omi / Opi denn zu später Stunde nem Haufen Vandalen oder Skins (Dreck und Dreck gesellt sich gern :D ) entgegensetzen, wenn sie bedroht oder genötigt werden? Oder muss ab sofort jeder n Pfefferspray und Schreckschusspistole in der Hand- / Hosentasche mit sich führen?


    Worauf ich hinaus will, ist, dass ein wenig mehr Sicherheit an den Bahnhöfen schon schön wäre. Während die großen HBFe stets in vollem glanz mit benachbarter BPol-Liegenschaft glänzen, gibts bei den kleinen Zwischenstationen oftmals nicht einmal eine ausreichende Beleuchtung. Und mit "ausreichend" meine ich nicht 1-2 Lampen, sondern dass Minimum 90% aller Lampen auch brennen!


    Wenn die Sicherheit der Kunden Herrn Mehdorn das Geld nicht wert ist, schlage ich die vorzeitige Rente vor.



    Au revoir
    z.



    PS:

    :D

    * Account opened: 01/2006
    + Account closed: 01/2010

  • Zitat

    Original geschrieben von MTT
    Hartmut Mehdorn hatte offenbar gedacht, er könne die öffentliche Meinung nun zu seinen Gunsten drehen, indem er die Konsequenzen für den Tarifabschluss auf die Gesellschaft / Kunden verteilen und damit die GDL / die Gewerkschaften zum Buhmann erklären wollte.


    Zeigt das nicht aber auch in welcher Umlaufbahn fernab der Realitäten der Mann schwebt? Wie sehr die öffentliche Meinung hinter den Lokführern stand hat doch wohl jeder mitbekommen. Derjenige, den es am meisten interessieren müßte, offenbar nicht.


    Klar haben sich ein paar betroffenen Bahnkunden erregt, das liegt in der Natur der Sache. Aber die Gesamtstimmung war doch komplett Pro-Lokführer...


    Was den Zustand der Bahnhöfe und Züge angeht: ist mir genau so auch schon aufgefallen. Gerade in den Nahverkehrszügen tummelt sich inzwischen auffällig viel asoziales Pack, und dabei ist die Strecke, die ich ab und zu fahre, nicht mal in Großstadt-Nähe in einer Gegend sozialer Brennpunkte, sondern eher ein ländliches Gebiet mit besseren Wohnlagen.


    Die Sitze sind durch die Bank weg versifft weil - meist Jugendliche - ohne mit der Wimper zu zucken ihre Füsse darauflegen. Es gibt in den Zügen keinen einzigen sauberen Sitz! Zuletzt fielen mit teilweise defekte Klappsitze auf, einer hing wie "Pik sieben" in der Verankerung - mindestens 3 Tage lang, ich wunderte mich als ich zufällig wieder im selben Wagen saß und der Sitz immer noch defekt war.


    Und das Klientel der Fahrgäste hat sich ebenfalls verändert. Massive Zunahme der an anderer Stelle diskutierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund und einem Auftreten, bei dem man ihnen am liebsten gleich schon eins hinter die Löffel gäbe.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Klar haben sich ein paar betroffenen Bahnkunden erregt, das liegt in der Natur der Sache. Aber die Gesamtstimmung war doch komplett Pro-Lokführer...


    War das so? Also alle mit denen ich mich privat drüber unterhalten haben die gleiche Meinung wie ich vertreten, die Lokführer verdienen auf jeden Fall angemessen viel für die Qualifikation die man für diesen Beruf benötigt. Unterbezahlt waren sie jedenfalls nicht.

  • Und trotzdem habe sie, wie ein Großteil der Belegschaften, in den letzten Jahren kaum was hinzu verdient. Und dies war mit ein Grund, warum die Bahn heute, wie viele andere Firmen, mehr oder weniger im Geld schwimmt.


    Warum also nicht mal die MA partizipieren lassen? Wenn die Unternehmen gute bis sehr gute Geschäftszahlen präsentieren, kann man gar nicht schnell genug hinsehen, ehe sich Top-Manager und Vorstandsmitglieder Ihre Gehälter aufbessern ("Das haben wir nach dem Ergebnis und unserer tollen Arbeit verdient."). Warum also zur Abwechslung nicht auch mal auch die Menschen am Unternehmenserfolg teilhaben lassen, die die eigentliche Arbeit verrichten? Warum dies nicht auch gesetzlich in groben Zügen vorschreiben?


    Eine gut motivierte und zufriedene Belegschaft fertigt gute bis sehr gut Produkte bzw. erbringt gute bis sehr gute Dienstleistungen. Dies scheint leider nicht überall angekommen zu sein.


    Und warum sich der Bund Herrn Mehdorn noch antut ist nicht nur mir ein Rätsel.



    Au revoir...

    "A day without laughter is a day wasted." - Charlie Chaplin


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  • Zitat

    Original geschrieben von DJ Wisdom
    Eine gut motivierte und zufriedene Belegschaft fertigt gute bis sehr gut Produkte bzw. erbringt gute bis sehr gute Dienstleistungen.


    Wenn man aber vorher schon gut verdient hat, nur in den letzten Jahren keine Erhöhung mehr bekommen hat, kann man sich eigentlich auch nicht beschweren. Und bevor man die Gehälter um X% erhöht, bin ich der Meinung, dass man lieber die Ticketpreise senken sollte. 3% Lohnerhöhung sind meiner Meinung nach ok, aber Lohnforderungen von 12% oder so sind frech.

  • Zitat

    Original geschrieben von Partybombe
    Wenn man aber vorher schon gut verdient hat, nur in den letzten Jahren keine Erhöhung mehr bekommen hat, kann man sich eigentlich auch nicht beschweren. Und bevor man die Gehälter um X% erhöht, bin ich der Meinung, dass man lieber die Ticketpreise senken sollte. 3% Lohnerhöhung sind meiner Meinung nach ok, aber Lohnforderungen von 12% oder so sind frech.



    warum nicht die Preise (und zwar nicht nur bei den Tickets) generell senken?


    Ökonomisches Zauberwort: Deflation.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deflation


    Naja, ein Gutes hätte die Sache ja, so könnten wir die allgegenwärtige Abwärtsbewegung wenigstens noch beschleunigen.


    Ich frage mich gerade woher der Antrieb deiner Meinung resultiert?


    ()Neid, das Schauen auf Leute die besser verdienen als ich?
    ()Von oben herabschauen, auf Leute die es nicht besser verdienen?
    ()Oder zeigt die neoliberale "gleichschichtige ökonomische Gehirnwäsche" erste "Erfolge".


    Vielleicht kannst du mich ja mal aufklären.


    Siemensanier

  • Hallo,


    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Klar haben sich ein paar betroffenen Bahnkunden erregt, das liegt in der Natur der Sache. Aber die Gesamtstimmung war doch komplett Pro-Lokführer...



    Zitat

    Original geschrieben von Partybombe
    War das so? Also alle mit denen ich mich privat drüber unterhalten haben die gleiche Meinung wie ich vertreten, die Lokführer verdienen auf jeden Fall angemessen viel für die Qualifikation die man für diesen Beruf benötigt. Unterbezahlt waren sie jedenfalls nicht.


    Dem möchte ich mich anschließen. Das angebliche Verständnis der Bahnkunden wurde nur im Fernsehen als Schauspiel inszeniert. Am Bahnsteig habe ich ganz andere Meinungen ge- und erlebt. Ich möchte da nur die Lokführer raushalten, und meine Stimmung als "Massiv Kontra-GDL" bezeichnen.


    Hans-Jürgen

    kpadinfo - Neues und Interessantes aus der Welt der Einzelportionssysteme

  • Zitat

    Original geschrieben von hjreggel
    Am Bahnsteig habe ich ganz andere Meinungen ge- und erlebt. Ich möchte da nur die Lokführer raushalten, und meine Stimmung als "Massiv Kontra-GDL" bezeichnen.


    Hast Du in Deine Rechnung mit einkalkuliet, daß an Bahnhöfen besonders viele poteltielle Fahrgäste unterwegs sind, und diese zwangsläufig zu den Betroffenen zählen, und daher naturgemäß über Streiks nicht besonders begeistert sind?
    Abseits von Bahnhöfen, auf denen auch "nicht-Bahnkunden" auftreten, ist das verhältniß ein anderes.

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    READY.

  • Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    Hast Du in Deine Rechnung mit einkalkuliet, daß an Bahnhöfen besonders viele poteltielle Fahrgäste unterwegs sind, und diese zwangsläufig zu den Betroffenen zählen, und daher naturgemäß über Streiks nicht besonders begeistert sind?
    Abseits von Bahnhöfen, auf denen auch "nicht-Bahnkunden" auftreten, ist das verhältniß ein anderes.


    Ich bin auch ein überwiegend "nicht Bahnkunde". Da die Preise so hoch sind fahre ich vielleicht 3 mal im Jahr mit der Bahn. Würde ich für die Strecke Hamburg -> Köln z.B.50EUR für Hin- und Zurück zahlen, würde ich jedes Wochenende mit der Bahn fahren.

  • Ich bin immer noch der Meinung, daß die 11% im Endeffekt noch zu wenig sind, denn was bleibt letzten Endes inflationsbereinigt nach dem letzten und diesem Jahr davon übrig? Richtig, die Einmalzahlung und knappe 3-5% Viel ist das nicht, wenn man bedenkt, daß bei den meisten die letzte Lohnsteigerung schon Jahre her sein dürfte.
    Ferner gilt der Tarifabschluß ja eh nur bis 2009, dann wird man sich hoffentlich früher einigen und die Bahn sieht rechtzeitig zu, ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten.
    Und nein, ich bin kein Lokführer, sondern als Kunde betroffen und finde es gut, wie die meisten bei uns an den Bahnhöfen und im Umfeld. Es sollte in allen Branchen so sein, daß die Leute vom Aufschwung profitieren und nicht nur die Bosse und Aktionäre...

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