Wahlen in Hessen und Niedersachsen

  • Für die SPD hätte eine Große Koalition in Hessen aber viel zu gravierende bundesweite Folgen als dass sie sich darauf einlassen würde- denn zum einen nehmen sie der Regierungspartei (CDU) 12% ab und gewinnen selber auch noch hinzu und dann reicht es doch nicht um den MP zu stellen- das ist den Bürgern absolut nicht vermittelbar.


    Roland Koch scheint politisch am Ende zu sein- solange es nicht zu Neuwahlen kommt. Mit einer anderen besseren Themenwahl könnt er die nächste Wahl wieder für sich entscheiden; jedenfalls so dass es zu einer bürgerlichen Mehrheit reicht.


    Die Linke wird wohl so oder so das Zünglein an der Waage spielen- auch wenn das bisher niemand zugeben mag.


    Andererseits wäre aber auch eine Jamaika-Koalition ohne Roland Koch als MP durchaus möglich.

  • BigBlue007: das stimmt so auch nicht, daß sie z.B. mit der SED so rein gar nichts zu tun hat. Man sollte weder behaupten, daß sie die Verkörperung oder Fortführung ist, aber auch nicht abstreiten, daß es personelle wie ideologische Gemeinsamkeiten gibt, wenn man versucht, der Sache gerecht zu werden.


    In meinen Augen ist die Linke DIE Partei für alle, die mit den sozialen Umständen nicht mehr zufrieden sind, gleichzeitig aber dort, wo man früher eher typischerweise Sozialpolitik wiedergefunden hat, nämlich in der Sozialdemokratie, keine Identifikation mehr finden und sie ist DIE Protestpartei mit ernsthaftem Hintergrund und mit wahren Inhalten, im Gegensatz zu allen rechten Parteien.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Die Linken sind im Westen de facto die Ex-WASG. Die WASG ist eine im Westen gegründete Partei, die mit der PDS nichts zu tun hatte. Sie besteht u.a. aus versprengten Ultra-Linken der SPD wie z.B. Mondgesicht Lafontaine, und natürlich auch Kommunisten, die es im Westen ja aber auch schon immer gab. Wer sich an die Diskussionen erinnern mag, als es um den Zusammenschluss von WASG und PDS ging, dem wird wieder einfallen, dass insbesondere die WASG-Leute im Westen extreme Vorbehalte gegen ein Zusammengehen mit den PDSlern hatten, eben gerade deswegen, weil man eigentlich nicht mit der DDR-SED-Hinterlassenschaft in Verbindung gebracht werden wollte.


    Da es inhaltlich aber natürlich viele Überschneidungen gibt, und natürlich auch aus wahltaktischen Gründen, entschloss man sich letztlich dann doch dazu.

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Jetzt geht der Run auf die Koalitionsbildung los. Super das man da dann die Partei doch noch an die Macht bekommt die man nicht gewählt
    Verarrsche an den Wähler. Um an die Regierung zu kommen würden sie alle ein Pakt mit den Teufel schließen. :mad:

    Life is too short to be small.

  • Die Linke im Osten Deutschlands besteht immer noch zu 60% ehemaliger SED Mitglieder.
    Im Westen sind es vielfach ehemalige Mitglieder komministischer Splittergruppen bzw. ehemalige Linksaußen der SPD ( die sonst keine Heimat gefunden haben), sowie eine einige verklärte Champagnersozialisten.


    Und mit Oskar Lafontaine steht einfach ein gefährlicher Populist mit an der Spitze.


    Ziel ist es mit einfachen Sprüchen und wenig Programm Unzufriedene und politisch Heimatlose als Wähler zu sammeln. Genauso hat die NSDAP auch mal angefangen.


    Und ähnliche Parteien sind übrigens in vielen Ländern des Ostblocks entstanden, in denen ehemalige Mitglieder der Roten Politklasse heute auf eine Mischung von Nationalismus, Populismus und Klassenkampf setzen.

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  • Es führt gar kein Weg an Neuwahlen vorbei. Die FDP wird nicht einknicken. Die SPD kann es sich in Anbetracht der vielen Landtagswahlen und der Bundestagswahl 2009 gar nicht leisten mit den Linken zusammenzuarbeiten und ein Wahlversprechen zu brechen.


    Einzig Frau XY hat genau den gleichen Fauxpas wie "Uns Edmund" 2002 gemacht. Nix dazugelernt, Note sechs, setzen. Als Ministerpräsidentin völlig ungeeignet!


    Vieleicht gibt es eine große Koalition ohne Koch, aber mit einem CDU Ministerpräsidenten!

    "Jeder, der wie ich ein fanatischer Liebhaber der Kleinelektronik ist, weiß, dass man Geräte alle paar Wochen wechseln muss, will man den Zustand tiefer Befriedigung erhalten, den diese Objekte in frischem Zustand erzeugen." Dieter Nuhr - wie recht er doch hat!!

  • Faktisch sind Koalitionsverhandlungen in Hessen wohl wesentlich schwieriger als in anderen Bundesländern.


    Die beiden großen Parteien sind meiner Meinung nach extremer als im Bundesdurchschnitt.


    Die hessische CDU ist deutlich konservativer und rechtslastiger und die SPD ist mehrheitlich wohl eher dem linken Flügel zuzuordnen.


    Die beiden kleinen Parteien dagegen sind eher zu Mitte orientiert.

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  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Die Linke im Osten Deutschlands besteht immer noch zu 60% ehemaliger SED Mitglieder.


    Ja, schon richtig. Nur wird halt hier im Thread (und natürlich nicht nur hier, sondern überall, wo konservativ eingestellte Menschen mit einem Intellekt auf Stammtischniveau über Politik diskutieren) halt gerne so getan, als wären die Wähler, die jetzt in zwei westlichen Bundesländern die Linken gewählt haben, alles DDR-, SED-, Stasi- und wasauchimmer für Fans wären.


    Fakt ist aber nunmal, dass die in Niedersachsen und Hessen gewählten Linken keine Ex-DDLer, keine Ex-SEDler und Ex-Stasi-Leute sind, sondern links (oder von mir aus ultralinks) orientierte Menschen aus dem Westen, die es auch vor dem Zusammenschluss WASG-PDS und sogar vor der Wende schon hier gab.


    Wie man den Fakt, dass die Linken es jetzt gleich in zwei westlichen Bundesländern in die Landtage geschafft haben (und das werden wahrsch. auch nicht die einzigen zwei bleiben) bewerten mag, steht auf einem anderen Blatt. Ich persönlich begrüße den Einzug der Linken in den Landtag auch nur ausschließlich deshalb, weil dadurch ein Weiterregieren Kochs sehr wahrscheinlich wirksam verhindert wurde; davon abgesehen kann ich mit den Linken auch nichts anfangen. Wer die Linken oder deren Wähler aber nun mit DDR, SED usw. in einen Topf wirft, macht es sich arg zu leicht. Mehr als das - einige Linkswähler im Westen sind wahrscheinlich sogar welche, die sagen, dass man, wenns nach ihnen ginge, die Mauer auch gerne wieder hochziehen könnte... ;)

    Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Ziel ist es mit einfachen Sprüchen und wenig Programm Unzufriedene und politisch Heimatlose als Wähler zu sammeln. Genauso hat die NSDAP auch mal angefangen.


    Dieser Vergleich wird durch beständiges Wiederholen nicht intelligenter, sorry. Selbst WENN man die Linken im Westen tatsächlich mit den ewig Gestrigen der Ex-DDR in einen Topf werfen wollte: In der DDR bzw. durch die SED ist nichts passiert, was auch nur annähernd mit dem vergleichbar wäre, was das Hitlerregime seinerzeit veranstaltet hat.

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  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Genauso hat die NSDAP auch mal angefangen.


    Den Vergleich finde ich aufgrund der weiteren geschichtlichen Ereignisse im Zusammenhang mit der NSDAP eben vollkommen daneben, sorry!
    Und wie ich weiter oben bereits erwähnte, soll es hier um die Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen gehen, auch wenn ich nochmal auf BB007s "es gibt keinerlei Zusammenhang" eingegangen bin, da man sowas imho nicht so stehen lassen kann.


    Ich halte Fr. Ypsilanti auch nicht für eine geeignete Ministerpräsidentin und ich denke, diesen viel zitierten Wählerauftrag hat sie erst recht nicht bekommen.

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  • Der Vergleich ist politikwissenschaftlich gar nicht daneben.


    Wenn man sich mal die Entstehungsgeschichten der italienischen Faschisten und der NSDAP sowie einiger aktueller nationaler Parteien betrachtet, tauchen da durchaus Gemeinsamkeiten auf.


    Alle haben im linken und unzufriedenen Spektrum begonnen und sich dann mehr oder weniger schnell nach rechts bzw. links ins undemokratische bewegt.


    Und Kommunismus und Faschismus sind wissenschaftlich Zwillinge mit großen Übereinstimmungen. Beispiele sind die Roten Khmer, der Stalinismus, die chinesische Kulturrevolution genauso wie die die Greueltaten der Nazis.


    Und Oskar leistet sich sehr bewußt immer wieder seine Ausflüge an den rechten Rand.


    Fakt ist jedenfalls: alle populistischen-sozialistischen-nationalen Parteien versuchen gezielt die Unzufriedenen einzufangen. Wie weit der Weg dann in ein Extrem führt, sobald sie die Macht haben ist dann nicht zu einzuschätzen.

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