ZitatOriginal geschrieben von pflaumeberlin
In einer intelligenten und sachlichen Diskussion würde man an dieser Stelle auf die soziale Struktur, auf soziologische Aspekte dieser Studien hinweisen. Sie sind nicht nur in der Kriminalstatistik vorne dabei, sondern auch weit hinten wenn es um Fragen wie Bildung, Bildungschancen, Einkommen usw. usf. geht und das korreliert nunmal mit Straftaten. Jede Vermischung dieser Tatsachen mit religiösen, staasrechtlichen oder anderen Fragen ist populistisch, denn das ganze ist einfach und in der Fachwelt völlig unbestritten in erster Linie ein soziales Problem und kein ethisches oder religiöses, insofern ist eine eine sachliche Auseinandersetzung zielführender als eine unterschwellige und atmosphärisch greifbare Fremdenfeindlichkeit.
Die von Dir angeführten soziologischen Entschuldigungen könnten allerdings in analoger Weise auch die meisten rechtsextremen Gewalttäter für sich in Anspruch nehmen. Das Problem das ich anzusprechen versuche, besteht allerdings garnicht so sehr im hohen Anteil ausländischer Straftäter, sondern in ihrer vergleichsweise milden Behandlung seitens der deutschen Justiz. Diese statistisch belegbare und vor allem auch öffentlich stark wahrgenommene Ungleichbehandlung, führt zu einer Erodierung des Rechtsfriedens und ist damit brandgefährlich. Ich vermag zumindest von der strafrechtlichen Relevanz z.B. keinen Unterschied zwischen dem Skinhead zu erkennen, der aus dumpfen Rassismus auf Ausländer einprügelt und dem türkischen Schläger, der aus Langweile und Frustration auf ein "deutsches Schwein" eintritt. Somit sollten beide Taten auch ähnliche strafrechtliche Konsequenzen haben. Und ich plädiere bestimmt nicht dafür, die rechtsextremen Gewaltäter milder zu bestrafen.
Außerdem ist die angebliche Irrelevanz kulturell-religiöser Faktoren gerade bei der Gewaltkriminalität natürlich eine fromme Lüge mulitkulturell beseelter Phantasten. Ehrenmorde oder Zwangsverheiratungen, um zwei besonders drastische Beispiele zu nennen, werden eben i.d.R. nicht von Lutheranern aus Kiel begangen. Und es ist eine wohl kaum zu leugnende Tatsache, daß das Verhältnis zu physischer Gewalt etwa bei Immigranten mit traditionell-moslemisch Hintergrund häufig ein anderes ist als in der Durschnittsbevölkerung. Wer das bestreitet, blendet schlichtweg einen Teil der Realität aus. Somit ist wohl weinger mein Beitrag von einer "unterschwellig und athmospärisch greifbaren Fremdenfeindlichkeit" geprägt, sondern eher der Deine von einer überaufgeregten und realitätsfernen Gutmenschen-Xenophilie.