In Japan werden ja jetzt auch 100000 Quadratkilometer dekontaminiert. Das heisst, die Radioaktivität wird im Dampfkochtopf erhitzt und damit endgültig abgetötet :p
Griechenland und Geldentwertung?
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Das Problem ist aber, daß die EZB dadurch permanent griechische, portugiesische und italienische Schrottpapiere in ihre Bilanz aufnimmt (bisher immerhin rund 180 Mrd €) und das kann sie eben auch nicht dauerhaft tun. Irgendwann muß sie sonst von den Euro-Mitgliedsländern (zumindest von denen die das noch können und d.h. v.a. Deutschland) rekapitalisiert werden oder eben doch die Notenpresse anwerfen. D.h. früher oder später hat doch der deutsche, finnische, niederländische und österreichische Steuerzahler die Zeche zu zahlen, sei es über Inflation, die Realeinkommen und Vermögen auffrißt, oder über höhere Steuerbelastungen.
In Grunde ist es ganz simpel: In einer Währungsunion kann nicht auf Dauer ein Teil der Mitgliedsländer über seine Verhältnisse leben ohne daß die anderen Länder irgendwann eine reale Last zu tragen haben. -
Obwohl ... so richtig weg ist das Geld eigentlich nicht, es hat nur wer anders. :p
Wenn man den weiter vorn verlinkten Artikel liest, versucht der mit der Aussage ...
"Mit einem Schnelltender sammelte die EZB am Dienstag 129 Mrd. Euro bei Banken ein - genau die Summe, die sie bislang im Rahmen des Anleiheaufkaufprogramms investiert hat."
... beim gutgläubigen Leser den Eindruck zu erwecken, die betroffenen Banken finanzierten diese Käufe notleidender Anleihen ... allerdings Käufe, bei denen die Banken gleichzeitig auch als Verkäufer auftreten.
Ein Nullnummer, die man sicher absolut nachvollziebar vorrechnen und erklären kann. Mit diversen mathematischen Rechentricks hatten wir schon in der Schule nachvollziehbar und logisch bewiesen, dass n=n+1 gilt. Ist der Rechenweg nur lang und komplex genug, dauert es leicht eine gute Stunde, bis man dem Fehler auf die Schliche kommt - wenn überhaupt.
Irgendwo im Rechnenwerk, wo die Variablen die Zahlen überwiegen, war recht geschickt eine Division durch Null verborgen. Eine als Divisor dienende Variable konnte zum Zeitpunkt der Division nur den Wert Null haben - was natürlich nicht offen zu Tage trat. Rechnet man die Geschichte jemandem vor, hat er ad hoc keinerlei mathematisches Argument dafür, das n eben nicht gleich n+1, es sei denn, ihm ist der Trick vorher schon bekannt.
Genau so ergeht es denjenigen, denen Politiker oder Jounalisten irgend etwas vorrechen. Ein echtes Argument dafür, dass die vorgetragenen Thesen nicht stimmen, können sie nicht präsentieren ... obwohl Erfahrungswerte sicher zeigen , dass die Ausgangswerte niemals zu dem nachvollziebar errechneten Ergebnis führen können.

Gut's Nächtle
Frankie
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Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
... beim gutgläubigen Leser den Eindruck zu erwecken, die betroffenen Banken finanzierten diese Käufe notleidender Anleihen ... allerdings Käufe, bei denen die Banken gleichzeitig auch als Verkäufer auftreten.
:confused:
Das ist ein stinknormales Tauschgeschäft?
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Nein, gemeint war wohl der Bankensektor, bzw. die Banken als Inbegriff. Es müssen nicht exakt die gleichen Akteure sein, die
Schrott-Staatsanleihen kaufen und am Schnellschlepptender teilnehmen .Der Schnelltender sollte wohl verhindern, dass das Ankaufprogramm *zu schlagartig* den Markt mit frisch geschöpftem Zentralbankgeld überschwemmt. Dass sich überhaupt genug Banken für den Schnellschlepptender gefunden haben, zeigt ausserdem dass sie auf die Schnelle woanders keine Anlagemöglichkeit in der Realwirtschaft gefunden haben oder (a la 2008) wieder mal gegenseitig ausreichend misstrauen, mithin, die Konjunktur schleppt sich dahin und das einzige was den Banken einfälllt ist, ihr Geld bei der Notenbank zu deponieren.
Im übrigen ist das geschilderte Manöver plus öffentlich verbreiteter Interpretation die zusätzliche Liquidität würde "sterilisiert" nichts anderes als eine der üblichen Beruhigungspillen aus der Mottenkiste von Monetaristen ... es geht ausschliesslich um die kurzfristigen Auswirkungen ...
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Natürlich ist es eine Beruhigungspille :confused: Zeitgleich wird aber Geld wieder vom Markt genommen.
Solange das durchgeführt werden kann, hast du allerdings keine zusätzliche Geldmengenausweitung. Und genau darum geht es in diesem Thread? :confused:
Sollte man deiner Meinung nach nicht sterilisieren?
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Das griechische Dilemma erinnert mich immer mehr an die Mär vom Rumpelstielzchen.
Die EU in der Rolle des Königs, die griechische Regierung als bedauernswerte Müllerstochter am Spinnrad. Allerdings sehe ich einen Unterschied: Die Rolle des Rumpelstielzchens ist gleich mehrfach besetzt. Ein ganzer Trupp von Rumpelstielzchen wirkt mit ihren Patentlösungen auf auf die griechische Regierung ein.
Als Kind dachte ich immer, dass es gar nicht schlimmer kommen kann, als im Märchen ... bis mich die Realität nun eines besseren belehrt hat. :p
Frankie
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Und was hat das mit dem Thema zu tun?
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Nun ... setzte sich die EZB als Rumpelstielzchen tatsächlich über Nacht ans Spinnrad und würde damit Euros drucken (stimmt, um Gold geht es hier nicht), könnte das zur Lösung des Problems beitragen.
Damit hätten wir zwar eine gewisse Geldentwertung ... aber auch ein großes Problem weniger. Die Amis machen es uns vor - mit einer erheblich höheren Staatsverschuldung als in Good Old Europe. Dort gehört Rumpelstielzchen bereits zu den wichtigsten Mitarbeitern. Wenn es die EZB als Rumpelstielzchen nicht übertreibet und der König nicht zu gierig wird, wäre das in meinen Augen durchaus eine gangbare Lösung.
Hättest Du aber auch selbst drauf kommen können.

Um merke: Im Märchen wird am Ende immer alles gut!
Frankie
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Es ist imho keine gangbare, sondern die einzige Lösung.
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