An die Heizungsbauer: witterungsgeführte regelung oder raumthemperaturregelung?

  • eine neue heizung steht an, haus mit etwa 160m² wird von einer 20kwh heiztherme versorgt. diese wird durch eine brennwertheiztherme ersetzt.


    die frage der steuerung stellt sich mir nun. an allen heizkörpern befinden sich thermostatregler, die teilweise auch erneuert werden müssen. bisher war zusätzlich ein raumthermostat vorhanden. dieses soll nun nach meinung zweier heizungsbauer besser durch eine witterungsgesteuerte regelung ersetzt werden. mir ist nur nicht ganz klar was daran besser sein soll.


    nach meinem verständnis sollte es der heizung doch egal sein wie kalt es draussen ist und solange heizen bis die raumthemperatur stimmt. die steuerung sollte also so laufen, dass man an der heizung die vorlaufthemeperatur nur auf das mindestmass stellt, welche ausreicht den wärmsten raum im haus zu heizen. dieser wird am heizkörper auf höchste stufe eingestellt, also 5, die restlichen räume entsprechend niedriger eingestellt. das wohnzimmer bekommt den raumfühler, welcher wiederum die heizung an-/ausstellt bzw eine nachtabsenkung bewirkt.


    soweit korrekt?


    bei der witterungsgeführten regelung soll man am regler eine bestimmte heizkurve wählen, welche auf das haus, die dämmung, lage, etc abgestimmt ist. hier sehe ich das größte fehlerpotenzial. wenn man die falsche kurve wählt sind die einsparungen für die katz. zudem werden zusätzliche wärmequellen im raum, wie beispielsweise fernseher, küchenherd etc nicht berücksichtigt. die anlage bestimmt quasi selber wann geheizt wird und wann nicht und berücksichtigt evtl nicht schnell genug wechselnde aussenthemperaturen, wie wir das hier in letzter zeit häufiger erleben durften.


    insofern ist mir die raumthemperaturregelung eigentlich sympathischer.


    nur was ist letztendlich wirklich "besser" bzw energiesparender?

  • Am energiesparendsten ist eine korrekt eingestellte Heizkurve mit der witterungsgefühlten Regelung.


    Die Heizkurve kann niemand bei der Installation richtig einstellen, dass ist ein Herantasten über mehrere Wochen in der Heizperiode. Wie das genau geht, sollte entweder in der Bedienungsanleitung des Reglers stehen oder bei google... ;-)


    Witterungsgesteuerte Heizungen sind immer effektiver, da sie nur soviel Vorlauftemperatur zur Verfügung stellen, wie gebraucht wird. Regelst du das über das Raumthermostat, dann macht die Heizung immer volle Pulle bis die Temperatur erreicht ist und geht viel öfter an und aus.


    Bin zwar auch nur Laie und habe hier gefährliches Halbwissen. Glaube aber, dass das so stimmt. Falls nicht: Profis, bitte korrigieren. ;-)

  • Kommt drauf an, wie intelligent es ist. Manche arbeiten da nur binär: auf/zu. Manche sind gleichzeitig eine richtige Steuerung der Anlage.


    Das meiste Einsparpotential bietet glaube ich immer noch die korrekt eingestellte Heizkurve an.


    Diese witterungsabhängige Steuerung ist einfach Stand der Technik heute. Würde da nicht unbedingt drauf verzichten. Der einzige Nachteil ist dabei die Übergangszeit, d.h. wenn es draußen wärmer ist als drinnen (z.B. draußen Sonne, drinnen noch kalt von der Nacht), dann springt die Heizung natürlich nicht an...

  • Ja, Energiesparen ist fast immer mit ein wenig Luxusverzicht verbunden... ;-)


    An den 5 Tagen im Jahr, an denen das Phänomen auftritt, ist es mir egal. Ist ja nicht so, dass man dann wirklich friert, sondern nur die Wohlfühltemp nicht ganz erreicht wird. Dann einfach ab in die Sonne und nicht drinnen rumhängen.


    Nee, im Ernst, alles andere ist nicht zeitgemäß und verballert unnötig Energie und Geld. Zur Not kann man die meisten Anlagen auch manuell auf AN stellen, wenn es denn nicht auszuhalten ist.

  • hallo,


    ich habe beides - witterungsgeführter vorlauf mit rückmeldung aus der raumregelung - damit klappt es auch in der übergangszeit.

    "Sind das die Nazis, Walter? – Nein, Donny… Diese Männer sind Nihilisten! Du brauchst keine Angst zu haben…"

  • Die Frage ist ob das absenken der Vorlauftemperatur ueberhaupt Energie spart


    Den dan wird die Heizung traeger und man muss die dan immer durchlaufen lassen, auch wen man das Haus verlaesst, weil es sonst Stunden dauern wuerde bis es wieder warm wird


    Also hat man zwei Moeglichkeiten:


    - Heizung durchlaufen lassen


    oder


    - manuell eine hoehere Vorlauftemperatur einstellen

  • Inwieweit eine niedrige Vorlauftemperatur von großer Bedeutung beim Energieverbrauch ist hängt meines Wissens vor allem vom verwendeten Heizsystem ab.


    Bei Brennwertheizungen ist es extrem wichtig, im Vorlauf nicht über 45°C zu fahren, damit der Brennwerteffekt gut ausgenutzt werden kann. Bei konventionellen Öl oder Gasheizungen ist es widerrum nicht so von existenzieller Bedeutung.

  • Anja und masta: das sind die dinge die ich hören wollte. nicht die werbesprüche der heizungsbauer/verkäufer.


    mal zum vergleich, wir haben folgende optionen:


    - alte heizung reparieren und raumthemperaturregler erneuern = 500,00 €


    - alte heizung durch gleichwertiges ersetzen + witterungssteuerung = 2000,00 € (momentaner favorit)


    - alte heizung durch brennwerttherme ersetzen = 3000,00 bis 3300,00 € (erscheint mir noch am sinnvollsten, ist aber leider auch schon über unserem geplanten budget. aber da müssen wir wohl in den sauren apfel beissen)


    - wie der nachbar, totalumbau mit wassertank und allem zip und zapp = 7000,00 bis 8000,00 € (kommt nicht in frage mangels "masse")


    wenn ich dann höre dass der nachbar nach herstellervorgaben 15 - 20% energiekosten sparen wird weis ich nicht wie viele jahrzente er braucht um die kosten wieder rein zu holen. wir haben momentan einen geschätzten gasverbrauch von 1700,00 € pro jahr. selbst bei 20% ersparnis würde es mehr als zehn jahre dauern bis sich das rechnet. und dann ist die neue therme vielleicht auch wieder hin. ein heizungsbauer sprach von einer laufzeit von 8-12 jahren für heutige heizungen. die 20 jahre, die man früher hatte, sind längst geschichte. (genau wie bei waschmaschinen)


    zudem denke ich dass man mit vernünftiger steuerung und evtl brennwerttechnik auf die gleiche ersparnis kommt. was meint ihr?

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