Hi,
die Telekom hat ihr 3G-Netz auf beeindruckende Weise beschleunigt, keine Frage. Auch die Datenraten im LTE-Netz können sich mehr als sehen lassen. Vodafone investiert ebenfalls, kann aber nur ausgewählte Stationen mit hohen Datenraten anschließen. E-Plus müht sich irgendwie mit dem HSPA+ Ausbau ab, ohne jedoch einen Wow-Effekt hinzubekommen. Und o2 ist noch damit beschäftigt, die Hosen wieder anzuziehen nachdem sie diese runterlassen und eingestehen mussten, dass ihr Datennetz den Anforderungen nicht (mehr) gewachsen ist.
Ich frage mich, jetzt wo alle Netze wieder nach und nach schneller werden, ob Bestandskunden, die schneller unterwegs sein wollen, aus ihren (oft) günstigen Konditionen "rausgemobbt" werden können, indem man sie zunächst auf eine willkürlich festgesetzte Maximalbandbreite beschränkt, obwohl ihr bestehender Tarif dies eigentlich gar nicht vorsieht.
Wie ist es bei o2-Kunden mit Internet Pack L (5 GB oder ältere mit 10 GB)? Ist hier eine permanente Drosselung auf 7,2 MBit vertraglich vereinbart? Eine solche Drosselung würde sich ja dann auch im künftigen LTE-Netz auswirken, für das früher oder später ohnehin alle Kunden freigeschaltet werden.
Oder bedarf es einer solchen Vereinbarung gar nicht und der Kunde Müller-Meier-Schulz hat ohnehin keinen Anspruch auf eine bestimmte Geschwindigkeit? D.h. weder ist eine verbindliche Höchst- noch Mindestgeschwindigkeit festgelegt. Auf "best effort" hätte der Kunde also auch keinen Anspruch.
Dann könnte o2 z.B. Bestandskunden auf 384 kBit/s drosseln und für die Aufhebung dieser Dauerdrossel eine Zusatzgebühr verlangen (...die pro Multicard einmal anfällt
)
Die Telekom drosselt ältere Complete Tarife z.B. offenbar bei 7,5 MBit/s, obwohl eine solche Drosselung in den Fußnoten nicht vereinbart wurde (Telekom 3G-Netz, Tarif Complete XL erste Generation, iPad 3):

Am selben Standort kurz danach: Gleiche Hardware, nur die SIM-Karte getauscht, anderer Tarif - Complete Mobil inkl. Speedoption (max. 21,2 MBit/s):
