Ein unkontrollierter Kollaps wäre vermutlich für alle Beteiligten keine gute Lösung.
Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?
- Mephisto
- Geschlossen
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ist doch schön: wenn der IWF nicht mehr mitspielt, bleiben umso mehr wohltaten für uns übrig. Die Risiken des IWF übernehmen wird doch gerne auch noch. das ist gut fürs charma. bald können wir im winter beim eiskratzen den motor laufen lassen und kommen trotzdem noch in den himmel. </ironie>
von einem unkontrollierten kollaps kann nach mehr als 5 jahren wohl keine rede mehr sein.
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Zitat
Original geschrieben von Robert Beloe
Die Kuh ist noch nicht vom Eis:http://www.theguardian.com/wor…talks-greece-bailout-deal
...Wenn der IWF nicht mitmachen sollte, hat das Land ein Problem...
Passend zur Kuh: so ein Käse.Der deutsche Steuerzahler hat dann ein Problem (das er ja so oder so hat, will nur keine der Berliner, Brüsseler, Luxemburger, Frankfurter Leuchten zugeben). Denn:
zu den griechischen Vorschlägen - auf die vorgestern alle mit dem großen Gewinnerlächeln reagiert haben - gehört bekanntlich auch, dass der IWF aus der Troika ausscheidet und EZB/ESM auch noch die Schulden beim IWF übernehmen (oder - gleichbedeutend
- zumindest für diese bürgen).Der IWF - nicht blöd - greift diese trojanische Steilvorlage aus Athen natürlich dankbar auf, sieht seine Schäfchen dank Umschuldung seiner Forderungen zu - blöden - EZB/ESM schon im Trockenen und tut nun so, als ob er die griechischen Vorschläge für unzureichend hält, um damit genau das zu erreichen, was Varou/pras vorschlagen: die Forderungen gegen GR an RZB/ESM loszuwerden.
Sprich: wie gehabt soll der Teurozonen-Steuerzahler in die Bresche springen. Und so wie's aussieht, wird er dies ja dank seiner Vertreter (?) ja auch dieses Mal zum Ende der Aufführung wieder tun...
Abgesehen mal von meiner Theorie, dass Tsipr/oufakis es insgeheim von Anfang an auf einen Grexit, für den sie den bösen Anderen, insbesondere den superbösen deutschen Nazis, den Schwarzen Peter zuschieben können, angelegt haben könnten...
[small]Siehe dazu auch die von anderen Usern verlinkten Artikel zu "Inszenierung" und "Blame Game"...[/small]Und abgesehen davon, dass wir endlich begreifen/akzeptieren (und für UNSERE Politiker Konsequenzen ziehen) sollten, dass alle anderen EU-Länder (genauer: deren Politiker) eine erhebliche Mitschuld an der Misere tragen, weil sie dem Spiel der Griechen ja nun seit deren bedauerlichem EU-Beitritt tatenlos zusahen - und ihnen außerdem die Kredite ja geradezu aufgedrängt haben.
GR ist ein Paradebeispiel für ein Entwicklungsland, in dem die Entwicklungshilfe ein Fass ohne Boden bleibt, solange sie nicht an knallharte (UND durchgesetzte!!) Bedingungen geknüpft wird.
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Wenn der IWF nicht mitmacht, ist die Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten und vor allem die Zustimmung so manchen Parlaments sehr unsicher. Ich glaube nicht daran, dass es für eine Rettungshilfe ohne den IWF eine ausreichende Akzeptanz gibt. Spanien, Portugal und Irland sind jetzt schon nur unter Zähneknirschen bereit zuzustimmen, und in Finnland sitzen die 'Wahren Finnen' mit in der Regierung eines Landes, in dem sich das Verständnis für ineffiziente Staatlichkeit und Schuldenpolitik ohnehin sehr in Grenzen hält. Eher wird Griechenland weitere Zugeständnisse machen müssen - ob die sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt.
Da wird auch Juncker nicht viel machen können - er hat sich mE in den vergangenen Tagen ohnehin ein bisschen selbst ausmanövriert. Zudem sollte man seine konziliante und etwas anhängliche Art nicht als inhaltliche Weichlichkeit oder Nachgiebigkeit interpretieren.
So hart der IWF auch auftritt - man muss ihn seine Position vielleicht auch nachvollziehen können. Er verwaltet das Geld nicht nur von reichen europäischen Ländern, von den Vereinigten Staaten und von Japan, sondern auch von winzigen und ärmlichen Volkswirtschaften.
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Zitat
Original geschrieben von Robert Beloe
... Wenn der IWF nicht mitmachen sollte, ...
... wäre ohnehin "Ende Gelände".
Schon jetzt wäre eine weitere Unterstützung Griechenlands für die EU ein höchst kostspieliges Unterfangen. Stiege der IWF aus, dürfte der Euro-Raum wohl kaum in der Lage sein, die Lasten allein zu schultern.
Aber ich bin mir relativ sicher:
Als Teil der Interessenvertretung der USA wird der IWF schon den allerkleinsten Strohhalm aus Richtung Griechenland umklammern. Zu groß ist die Angst, die von Tsipras geschickt inszenierte Annäherung an Russland könnte auf mancher Ebene zu einem realen Bündnis reifen.Die von Griechenland gewünschte Unterstützung im Konfrontationskurs gegen den bösen Iwan wird Griechenland fortwährend als Trumpfkarte ausspielen ... und damit so manchen Stich machen.
Ergänzung
Eine Gefahr dürfen wir wirklich nicht übersehen:
Selbst ein kleines Land wie GR könnte wegen der erforderlichen Einstimmigkeit ganz allein die Aufnahme jedes neuen Partners in die NATO endgültig blockieren. Entsprechendes würde gelten für alle Einstimmigkeit erfordernden Entscheidungen der EU.Hinge Griechenland als Folge eines wirtschaftlichen Niedergangs irgendwann am Tropf von Russland, wäre es insoweit erpressbar. Ein Szenario, welches sich wirklich niemand ernsthaft wünschen kann. Russland hätte damit mittelbar Einfluss auf Entscheidungen von NATO und EU ... gar nicht auszudenken, welche Folgen ein Niedergang Griechenlands damit haben könnte.
Will heißen:
Selbst im Falle eines Grexits wäre die EU notgedrungen weiterhin der Zahlmeister, welcher GR alimentiert ... nur dann ohne jegliche Möglichkeit, auf die Haushaltspolitik Griechenlands einzuwirken.
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Ich denke nicht, dass sich die NATO oder die EU von GR erpressen lassen muss.
Nach dem Grexit bleibt ja immernoch der EU-Sandkasten bestehen mit allen Rechten und Pflichten. Ansonsten muss man sich andere Kinder zum spielen suchen.
Und bitte nicht wieder die alte Leier, dass keiner zum Austritt aus der EU gezwungen werden kann.
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Mit Erpressung meinte ich nicht, dass Griechen NATO oder EU erpressen, sondern dass Russland bei einer wirtschaftlichen Abhängigkeit Griechenlands von Russland (mittelbar) Einfluss auf das Abstimmungsverhalten von Griechenland in beiden Organisationen nehmen könnte. Russland könnte also versucht sein, Griechenland zu erpressen, wenn dessen wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland zu groß würde.
Und Griechenland hätte dann durchaus die Möglichkeit, wichtige Einstimmigkeit erfordernde Beschlüsse beider Organisationen zu blockieren. Und wer sich die lange Tradition der Korruption in Griechenland vor Augen hält, wird ein solches Szenario nicht ausschließen können.
Das Gemauschel zwischen der Regierung Tsipras und Russland könnte gefährlich werden, wenn sich die Griechen von Russland "einwickeln" ließen. Das geschähe nach und nach ... zunächst unmerklich ... bis Russland irgendwann die Schlinge zuzöge. In dieser Disziplin sehe ich Russland eindeutig im Vorteil ...
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So, heute wieder nix Neues!
Am Wochenende wird der Grexit vorbereitet und kurz vor Montag verkündet.
Ende Juni läuft eh das Hilfspaket aus und die letzte Rate von 7,2 Mrd ist dann eh weg (Frist abgelaufen).
Dann müsste erst ein neues Hilfspaket beantragt werden. -
Zitat
Original geschrieben von oo7x
Am Wochenende wird der Grexit vorbereitet und kurz vor Montag verkündet.Würde drauf wetten, dass der schon vorbereitet ist, ich bin auch kein Fan unserer Regierung, aber für so blöd halt ich die nicht. Da existiert schon ein Plan. Vielleicht auch nur pauschal für den Austritt irgendeines Staates, aber so völlig unvorbereitet werden die nicht sein.
Es wird ja immer so munter über die avisierten (?) negativen Folgen gesprochen, gibt's denn wirklich keine positiven? Also so für die Wirtschaft, fernab des Stammtisches? Ich weiß von einem mir bekannten Werbemittelhändler, dass der sowieso schon seit nem Jahr nichts mehr nach Griechenland liefert um auf Nummer sicher zu gehen. Steht der mit der Meinung alleine da, und alle anderen Firmen haben aufs Blaue hin munter weiter gemacht und wären dann erschrocken?
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Ich mag immer noch nicht so recht an einen Grexit glauben.
Denn: Wo ein Draghi ist, ist auch eine kreative Lösung. Mich würde nicht wundern, wer er die momentan fehlenden 7,2 Mrd. € "zwischenfinanziert".
Und es ist wirklich so, dass allein der Druck einer neuen Währung selbst unter günstigen Voraussetzungen mindestens ein Jahr benötigt. "Mal eben Grexit machen" ist nicht so einfach zu realisieren, wie mancher denkt ...
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