ZitatOriginal geschrieben von frank_aus_wedau
Steigt der IWF aus den Hilfen aus und findet sich kein anderer Gönner, der bereit ist, seine geopolitischen Interessen finanziell zu untermauern, hoffe ich, dass auch die Eurogruppe diesen Irrsinn aufgibt.
Ich denke, der IWF ist hier einfach etwas ehrlicher.
Ihre Einschätzung haben sie der Eurogruppe auch mitgeteilt.
Aber gab's nicht trotzdem mal ein deutsches "Wir machen nur mit, wenn der IWF auch mit dabei ist" (von Merkel?)?
ZitatOriginal geschrieben von mac bertl
Ich glaube, Griechenland kann nur ein langfristiger, sehr umsichtiger und mitfühlender Plan retten.
Die Griechen werden sich und ihr marodes System nicht in Monaten umstellen können
Genau das halte ich für ziemlich aussichtslos. Ohne imminenten Druck, ohne imminente "Bedrohung" (wenn man so will) bzw. ohne "grossen Knall" reformieren sich die wenigsten Staaten so weit. Und Menschen lassen sich meist auch nicht davon überzeugen. Und die letzten Jahre in Griechenland sind Beleg genug dafür.
Reformen funktionieren meist, wenn die Alternative "schlimmer" als einfach weitermachen.
Das geht im Falle Griechenlands durch den Ausstieg aus dem EURO - oder eben durch ein "hartes" Ultimatum der Eurogruppe - so wie wir es jetzt gesehen haben.
Damit will ich nicht sagen, dass das "hinreichend" wäre. Aber ironischerweise haben die Griechen ja umgekehrt auch eine ähnliche Strategie in ihren Verhandlungen und mit dem Referendum verfolgt. Sie haben die Lage zugespitzt, und so versucht, den Rest der Eurogruppe zum "radikalen" Umdenken zu bringen.
ZitatOriginal geschrieben von mac bertl
Für mich ist damit klar, daß Deutschland (als Rädelsführer) die Griechen aus Europa raushaben will und zwar Asap!
Sorry, aber wenn du schon "Rädelsführer" in den Mund nimmst, dann gestatte ich mir auch die Replik: "Quatsch!"
Welches Interesse soll Deutschland auch daran haben?
Der herrschende Konsens der Blockparteien ist doch, dass die EU immer weiter erweitert werden soll.
Deutsche Unternehmen exportieren nach Griechenland (Rüstung, Medikamente, Autos, etc.)
Es gibt weder geopolitisches Interesse noch wirtschaftliches Interesse daran, Griechenland "aus Europa" auszuschliessen. Und mit Rücksicht auf die Kredite und die wirtschaftlichen Folgen auch nicht einmal aus einem Austritt aus der Eurozone.
Um Kredite, Transfers und Wiederwahlchancen und politisches Erbe geht es. Nicht wirklich mehr, nicht wirklich weniger.
ZitatOriginal geschrieben von CK-187
Tut es aber nicht da du hier irgendwas nachquatscht was du irgendwo aufgeschnappt hast und so nicht stimmt.
Mir ist jetzt ehrlich gesagt nicht ganz klar, wo und wie das jetzt die Widerlegung von franks Aussage sein soll?
- Du kennst massenhaft Leute, die als Bauern registriert sind
- Bauern geniessen in Griechenland (eben nicht nur Subventionen, sondern) sehr lukrative Steuervergünstigungen
PS: Ich habe gerade einmal ein bisschen gestöbert. Wenig überraschend, dass Griechenland im EU-Vergleich einen besonders hohen Anteil kleiner landwirtschaftlicher Betriebe hat, die ausschliesslich "familienbetrieben" sind. :p
Bei nur 10.4 Mio. Einwohnern gibt es in Griechenland etwa 700.000 solcher landwirtschaftliche Betriebe ohne externe Mitarbeiter (Eurostat Farm Structure Survey, 2010). Knapp halb so viel wie in Polen und Italien, nur 20% weniger als in Spanien. Ich muss jetzt nicht erwähnen, dass letztere drei Länder allerdings vier bis sechsmal soviele Einwohner haben, oder? Und zweieinhalb mal soviele, wie in Portugal, welches etwa ähnlich viele Einwohner wie Griechenland hat.
Anders formuliert: In Griechenland gibt es relativ gesehen etwa doppelt soviele dieser kleineren landwirtschaftlichen Betriebe als in anderen EU-Ländern (inkl. den klassischen südeuropäischen Landwirtschaftsproduzenten). Nur Rumänien hat relativ mehr.
Und wenn das statistisch so ist, dann gehe ich auch davon aus, dass da sehr viele davon auch steuerlich als Bauern betrachtet werden (wenngleich nicht unbedingt als Vollerwerber). Wieviel mögen das wohl sein? 10, 15, 20, 25% der Bevölkerung?
:confused: