Die armen Griechen heben Tag für Tag Milliarden ab, der Staat wurde gemolken, die Zeche wird die europäische Allgemeinheit zahlen
Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?
- Mephisto
- Geschlossen
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So langsam beschleicht mich das Gefühl, dass Griechenland seine Staatsfinanzen niemals in den Griff bekommen wird ... und zwar vollkommen unabhängig von den Entscheidungen, die EU und IWF treffen.
Dieses Land scheint eine einzige Geldvernichtungsmaschine zu sein!
Denn man muss beachten, dass einige der größten Lasten im deutschen Staatshaushalt in Griechenland gar nicht anfallen können. So existiert in Griechenland (als einem der letzten OECD-Staaten) m.W. überhaupt keine Basisabsicherung für Bürger im Falle der Mittellosigkeit. Läuft das Arbeitslosengeld (I) aus gibt es: Nix.
Rechnet man aus dem deutschen Staatsaushalt solche Sozialausgaben heraus, könnte der Schäuble Geldspeicher anlegen wie in Entenhausen. Und trotzdem kommt der griechische Staat mit dem Hintern nicht hoch ... :confused:
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Die Renten spielen anscheinend eine zentrale Rolle in dem Sozialversicherungssystem Griechenlands. Arbeitslose werden von ihren bereits Rente beziehenden Eltern unterstützt. Wie sinnvoll das ist, ist eine andere Frage, aber so einen Systemwechsel im Sozialversicherungssystem hinzubekommen, ist ja alles andere als trivial.
Wenn man sich ansieht, wie Reformen in anderen europäischen Staaten funktionieren, da wird recht selten der Hebel komplett umgelegt - meistens handelt es sich um viele kleinere Schritte, so wie es beispielsweise Frankreich zur Zeit vollzieht.
Ich finde, man sollte in der Rentenfrage den Griechen entgegenkommen - oder ihnen zumindest Zeit geben, ein neues System auszuarbeiten. Bei einer anderen, etwas nüchterner auftretenden Regierung als der gegenwärtigen Koalition in Griechenland wäre das vermutlich auch schon längst geschehen, aber die Rhetorik erschwert die Verhandlungen sicher auch, ebenso wie die zum Teil diametral unterschiedlichen Persönlichkeiten. Einen größeren Gegensatz als zwischen dem niederländischen Sparkommissar Dijsselbloem und dem griechischen Finanzminister gibt es vermutlich kaum. Und das Verständnis der Finnen gegenüber Griechenland scheint auch ziemlich nah bei 0 Prozent zu sein. Deutschland und Frankreich sind da ein bisschen weniger puritanisch und vermutlich kompromissbereiter, aber gilt das auch für andere Länder und vor allem den IWF?
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Zitat
Original geschrieben von happiestalive
Die armen Griechen heben Tag für Tag Milliarden abDas ist in der Tat ein Problem, weil dieses Geld derzeit ausschließlich von der EZB kommt.
Die Griechen bereiten sich auf den Bankrott vor und heben ab was geht.Mich würde mal interessieren, wieviele Milliarden das zusätzlich sind, welche da gerade von aussen reingebuttert werden und auf nimmer wiedersehen verschwinden.
Man kann nur hoffen, dass die Pleite schnell kommt und der ganze Irrsinn endlich ein Ende hat.
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Zitat
Original geschrieben von stanglwirt
Das ist in der Tat ein Problem, weil dieses Geld derzeit ausschließlich von der EZB kommt.
Die Griechen bereiten sich auf den Bankrott vor und heben ab was geht.Mich würde mal interessieren, wieviele Milliarden das zusätzlich sind, welche da gerade von aussen reingebuttert werden und auf nimmer wiedersehen verschwinden.
Man kann nur hoffen, dass die Pleite schnell kommt und der ganze Irrsinn endlich ein Ende hat.
Ich glaube nicht, dass man auf die Pleite hoffen sollte. Billiger wird das für die EU und ihre Mitgliedsstaaten jedenfalls nicht. Die Bürgschaften könnten dann aktuell werden, und ein Sozialplan für Griechenland müsste auch entwickelt werden. Und da kann man sich auch ausdenken, welche Staaten den überwiegend würden zahlen müssen.In Spanien könnten die Verluste durch die Bürgschaften schon ein ziemliches Rumpeln auslösen. Im Grunde haben m.E. alle ein Interesse, dass es nicht zu einer Pleite Griechenlands kommt.
Jetzt sind wirklich Merkel und Hollande am Drücker. Wenn die beiden einen Kompromiss mit Griechenland aushandeln, werden vermutlich auch EU-Hardliner-Staaten wie Finnland oder die Niederlande zähneknirschend zustimmen. Wie der IWF sich verhält, ist dann natürlich immer noch eine andere Frage.
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bei 11 Millionen Einwohnern wurden mehr als 100 Milliarden abgehoben, die armen Griechen
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Ich würde mich auch nicht anders verhalten, wenn ich in Griechenland leben würde.
Ganz interessant:
http://ekathimerini.com/4dcgi/…site3_1_16/06/2015_551139Dort wird spekuliert, dass Tsipras letztlich damit gescheitert ist, seine eigene Partei unter Kontrolle zu bringen. Aber möglicherweise erzeugt der Bank run jetzt doch so einen Handlungszwang für alle Seiten, dass sich etwas bewegt.
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für alle Freunde der gepflegten Unterhaltung:
http://yanisvaroufakis.eu/2015…tion-at-todays-eurogroup/
wenn das Schule macht :flop:
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So etwas nach außen zu tragen ist natürlich problematisch, vielleicht eine Reaktion auf die bissige Bemerkung von Frau Lagarde.
Aber wenn ich mir den Text ansehe, ist vieles von dem, was da steht, zwar plausibel, aber spezifische Vorschläge werden da auch nicht gebracht. Das ist auf dem Niveau eines Abendvortrags oder einer Talkshowrunde. So intelligent so mancher Professor auch sein mag, in diesem Beruf werden andere Fähigkeiten verlangt als in einem Ministeramt.
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