Streiks - veraltetes Modell?

  • Zitat

    Original geschrieben von archie83
    Und wenn du kurzfristig keinen anderen Job findest, der dir passt? Dann musst du eben doch Klos putzen.

    Klar. Jeder hat seinen Preis.


    Darum geht es doch. Wenn ich mir (aufgrund meiner fachlichen Kompetenz und Eignung) aussuchen kann, welchen Job ich machen möchte, muss mir der Arbeitgeber finanziell etwas bieten, dass ich bei ihm arbeite.


    Stehen jedoch hinter einer Stelle zehn gleichermaßen geeignete Kandidaten, kann sich wiederum der Arbeitgeber aussuchen, wen er nimmt. Und da wird er sich womöglich für den entscheiden, der am wenigsten verlangt.


    So funktioniert Marktwirtschaft.


    Und wenn sich für einen Kloputzjob partout keiner bewirbt, dann muss auch hier der Arbeitgeber finanzielle Anreize schaffen.


    Stecke ich aber in der Bredouille, dass ich unbedingt einen Job brauche, dann muss ich eben selber auch wiederum abwägen. Mache ich den Klojob für wenig Geld oder suche ich weiter?


    Dummerweise wird dieses einfache Prinzip durch allerlei Regularien gestört.


    Zitat

    Als Arbeitgeber würde ich darüber lachen und auf den Zugang deiner Kündigung warten. Einfacher kann man Personalkosten nicht reduzieren.

    Wenn draußen 10 neue Leute stehen, die nur darauf warten, dieselbe Arbeit für weniger Geld zu machen, dann ja. Denn das bedeutet, dass du jetzt schon überbezahlt warst.


    Sollte der Arbeitgeber aber Probleme haben, dich zu ersetzen, wird er auf dein Angebot eingehen.

  • Auch Du verwechselst kleine Betriebe, mit großen Konzernen. Oder willst Du ernsthaft behaupten, daß die Bosse bei Siemens, BMW oder... sich verschulden müssten, um den Betrieb am laufen zu halten.
    Und da zieht die "Drohung" mit Kündigung auch nicht. Oder glaubst Du wirklich, daß die gesamte Belegschaft der Fließbandarbeiter bei z.B. BMW von heute auf Morgen kündigt, weil die Geschäftsleitung den Lohnforderungen nicht nachkommt? Das ist einfach Utopisch.
    Und auch die Behauptung, der Arbeitnehmer könnte den AG einfach beleibig lange mit Streiks unter Druck setzen, ist Unsinn.
    1. Die Gewerkschaft zahlt allen Streikenden Streikgeld. Dieses Geld druckt die Gewerkschaft auch nicht selbst. Also geht auch einer Gewerkschaft irgendwann die Luft aus.
    2. Auch eine Gewerkschaft weiss, daß die AN den Arbeitsplatz brauchen. Keine Gewerkschaft wird solange Streiken, bis der AN Pleite ist. Damit würde sie ja auch ihre Mitglieder in die Pleite treiben. Also wird die Gewerkschaft zwar Druck aufbauen, aber nicht so weit, daß der AG davon Pleite geht.
    Und immer noch ist die Antwort offen, welche Möglichkeiten eine Gewerkschaft außer Streiks hat, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Kündigung geht nicht. Wir reden hier von Belegschaften von Großkonzernen, nicht von einzelnen Arbeitern. Die können nicht einfach Kündigen.

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  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Nicht nur dieses. Ein gewisser "Gag Halfrunt" verwechselt "seine kleine Firma" mit einer großen Firma wie den ehemaligen Staatsunternehmen. In einer kleinen Firma mag man mit seinem Chef direkt über die Bezahlung sprechen können. Aber in großen Firmen geht das nicht, die haben ganz andere Interessen. Wie ich schon weiter vorn schrieb=> ohne den Aktienmark wäre der Arbeitsmarkt einfacher.

    *gähn*


    http://www.telefon-treff.de/sh…ostid=5414126#post5414126

  • Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    1. Die Gewerkschaft zahlt allen Streikenden Streikgeld. Dieses Geld druckt die Gewerkschaft auch nicht selbst. Also geht auch einer Gewerkschaft irgendwann die Luft aus.

    Wenn die Gewerkschaft auch die durch den Streik verursachten Schäden Dritter tragen müsste, dann wäre es gerecht.


    Denn darum geht es hier ja: Dass Leuten wie Wesselsky für ihren perfiden Machtkampf die Leute da draußen einfach scheißegal sind.


    Es ist eben etwas anderes, ob in einer Schraubenfabrik die Arbeiter ihre Arbeit für ein paar Tage nieder legen, oder ob eine Mini-Gewerkschaft großflächigen Schaden durch Sabotage der Verkehrsinfrastruktur anrichten.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Oftmals ist der AG der, der sich ausbeutet, und Haus und Hof verpfändet und immer nur arbeitet, damit seine Firma am Leben erhalten werden kann


    Das sind aber meist die kleinen mittelständischen Betriebe die kämpfen müssen. Bei denen wird aber nicht gestreikt, weil man sich da fast immer einigen kann. Aber bei den ganz großen Firmen ist das eben anders, da geht es um jeden viertel Cent.

    Wenn die Kuh schon im Brunnen liegt, ist es unsinnig noch einen Deckel draufzumachen.


    Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen,

    öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Aber bei den ganz großen Firmen ist das eben anders, da geht es um jeden viertel Cent.

    Tja, warum mag das nur wohl so sein?


    Vielleicht, weil sich diese Unternehmen im internationalen Wettbewerb befinden? Dass vielleicht eine Verteuerung der Stückkosten um einen Viertelcent die Wirtschaftlichkeit am Standort Deutschland gefährdet?


    Du und die anderen sollten sich mal von diesen naiven Vorstellungen trennen, dass alle "großen" Unternehmen so wie Apple sind, einen großen Geldspeicher im Untergeschoss haben, in denen die Manager allesamt jeden Morgen ein Bad nehmen, während in den Fabrikhallen sich reihenweise die Arbeiter umbringen, weil die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen so mies sind.

  • Du verstehst anscheinend nichts. Wenn die Firmen sparen wollen sollten die vielleicht dort anfangen wo es sich lohnt, nämlich bei den Spitzenlöhnen. M.E. ist kein Mensch 30-Millionen Euro pro Jahr wert, selbst wenn er noch soviel für die Firma tut. 200-tausend Euro würden auch reichen. Für die Ersparnis könnte man neue Arbeitsplätze schaffen, die vielleicht sogar den Umsatz steigern helfen. Würden die selbsternannten Top-Manager nicht so viel bekommen/nehmen wäre vielleicht auch der Neid bei den kleinen Arbeitnehmern geringer.

    Wenn die Kuh schon im Brunnen liegt, ist es unsinnig noch einen Deckel draufzumachen.


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    öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    sondern von Fairness und Ausgleich. Es ist ein Arbeitskampf der Arbeitenden...

    Naja, gerade bei diesen "Sicherheitskräften" besteht für mich ein eklatantes Mißverhältniss zwischen Fairem Lohn und erpresstem Lohn.
    Am Donnerstag musste ich von Düsseldorf reisen, Auf ein Guten Tag, keine Antwort... Als er mich dann noch aufforderte die leere Plastikkiste weiterzuschielen musste konnte ich mir "heute müssen sie für ihr Geld selber arbeiten oder wird wieder gestreikt" nicht verkneifen. Wenn ich so mit unseren "Kunden" umgehen würde wäre ich meinen Job längst los.

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Du verstehst anscheinend nichts. Wenn die Firmen sparen wollen sollten die vielleicht dort anfangen wo es sich lohnt, nämlich bei den Spitzenlöhnen. M.E. ist kein Mensch 30-Millionen Euro pro Jahr wert, selbst wenn er noch soviel für die Firma tut. 200-tausend Euro würden auch reichen. Für die Ersparnis könnte man neue Arbeitsplätze schaffen, die vielleicht sogar den Umsatz steigern helfen. Würden die selbsternannten Top-Manager nicht so viel bekommen/nehmen wäre vielleicht auch der Neid bei den kleinen Arbeitnehmern geringer.

    Ohjeh... Und ausgerechnet du sprichst hier von "nichts verstehen"?


    Kein Manager bekommt in Deutschland 30 Mio. Cash. Das sind die von BILD & Co. zusammengebastelten Summen, die sich aus dem tatsächlichen Gehalt und den Vergütungen in Form von Optionsscheinen, etc. ausrechnen lassen. Und wieviel davon an Steuern und anderen Abgaben noch weg fließen, wird auch gerne unterschlagen.


    Wo hast du überhaupt diese Phantasiesumme her? Ich hab mal gerade gegoogelt. Besagtes Boulevard-Blatt hat z.B. für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post ein Gehalt von 5,6 Mio im Jahr errechnet (natürlich Brutto und inklusive nicht umittelbar als Geld ausbezahlten Teile). Nur mal so als Tipp, damit du dir der Größenordnungen bewusst wirst: Bekäme er tatsächlich 5,6 Mio als Jahresgehalt, würden nach Steuern und Abgaben davon 2,7 Mio übrig bleiben, also weniger als die Hälfte.


    Klar, man könnte diesem Mann auch nur 100.000 Euro zahlen. Dann könnte man jedem Mitarbeiter der Deutschen Post 1 Euro im Monat mehr zahlen. Applaus.


    Und nochmal: Die Vergütung im oberen Management bestimmt der Markt. Kein Unternehmen der Welt zahlt freiwillig sechsstellige oder siebenstellige Gehälter. Sie müssen es aber tun, weil sie sonst niemanden für diese Jobs bekommen. Die Bruttogehälter sind auch so riesig, weil mehr als die Hälfte davon abgeht.


    Millionengehälter zahlen gerade mal die handvoll obersten DAX-Unternehmen, und das auch nur ihren Spitzenangestellten. In Deutschland haben wir jedoch irgendwas um die 3 Millionen Unternehmen. Also worüber reden wir hier überhaupt?

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Wenn die Gewerkschaft auch die durch den Streik verursachten Schäden Dritter tragen müsste, dann wäre es gerecht....


    Und das soll "verhandeln auf Augenhöhe" sein? :confused:
    Um das so zu sehen muss man schon einen gehörigen Knick in der Optik haben, bei dem Höhenunterschied, der sich dann ergeben würde.


    Dir ist schon klar, was in so einem Falle alles an Schäden aufs Tablett kommen würde. So einen Streik gäbe es allerhöchstens 1 mal. Danach wären alle Gewerkschaften und alle Arbeitnehmer vom "Streikvirus geheilt". Und genau das willst du ja auch erreichen. Wenn man esschon nicht direkt verbieten kann, die Bedingungen doch so gestalten, dass es de fakto einem Verbot gleich kommt. Die Masse der Arbeitnehmer soll allerhöchsten um bessere Entlohnung betteln dürfen, den Mund halten und sich mit dem, was man ihnen gnädigerweise zugesteht, zufriedengeben.


    Die Entwicklung der Arbeitnehmergehälter in den letzten Jahren hierzulande im Vergleich zu den Unternehmensgewinnen hast du/habt ihr noch nicht registriert. Und das trotz der allgegenwärtigen "Erpressung" durch Streiks durch die bösen Gewerkschaften.

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