ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von frank_aus_wedau
Seit kurzem nutze ich Ixquick als Suchmaschine ... über eine https-Verbindung.
Ob das wohl sicherer ist?
Alternativen wären noch das von EU und Bundesregierung geförderte TOR-Projekt ... hmm ... :confused:
Frankie
ixquick oder die in Amerika weit verbreitete Variante 'startpage.com' sind als Proxy sicher erst einmal geeignet, um google & Co nicht mit Deinen Daten zu füttern. Andererseits sollte man beachten, dass Anwendungen, wie Flash oder Java in der Lage sind, parallel separate Verbindungen aufzubauen. Von gleichzeitiger Mailverbindung o.ä. ganz zu schweigen....
...und dass https bereits mehrfach kompromittiert wurde und die Herausgabe der Schlüssel von Geheimdiensten gefordert wurde, macht dieses System nicht generell sicher.
Die Frage nach der Sicherheit lässt sich so pauschal also nicht beantworten, sondern man müsste zunächst definieren, wovor man sicher sein will.
Diese 'Hintertüren' existieren auch bei Tor, da es sich hier auch 'nur' um Proxies handelt. Entscheidender Unterschied zu Ixquick und Co ist, dass Tor aus einer Kette von Proxies besteht. Es handelt sich auch nicht um einen kommerziellen Anbieter, dem man allein vertrauen müsste, sondern jeder der mitmacht, leitet auch Bruchstücke des Datenverkehrs in verschlüsselter Form durch. Jede Verbindung wird einzeln verschlüsselt, so dass bei einer Rechnerkette A - B - C der Rechner A zwar den Rechner B kennt aber nichts mehr über die Verbindung B - C erfährt. Der Weg der Daten ist somit nicht mehr verfolgbar - im Gegensatz zu kommerziellen Proxies, die man ja kennt und durchsuchen oder anderweitig kompromittieren könnte.
Gegenwärtig sind Tor-Verbindungen noch so selten, dass sie geradezu magisch auf die Schlapphüte wirken dürften. Eine Dekodierung mit heutigen Mitteln ist mit vertretbarem Aufwand derzeit nicht machbar (wobei 'vertretbar' bei NSA/Co sicher anders definiert wird). Tor-Kommunikation wird daher mit großer Sicherheit vollständig gespeichert, in der Hoffnung mit künftiger Rechenleistung eine vollständige Entschlüsselung zu ermöglichen. Je mehr mitmachen, umso größer wird der Aufwand für die Schlapphüte, was aber bei Speichergrößen im Yota-Bereich derzeit noch nicht wirklich hinderlich ist. Insofern darf man den langfristigen Erfolg von Krypto-Parties etc durchaus in Frage stellen.
Allein die Nutzung von Sicherheitstechnik weckt derzeit die Aufmerksamkeit der Schnüffler. Man sollte also tunlichst vermeiden, als Nutzer von Kryptotechnik als Person in Erscheinung zu treten. Sicher ist man auch gut beraten, sich mit 'normaler' Internetnutzung quasi eine Legende nach dem Honigtopf-Prinzip zu schaffen. Shoppen, suchen nach Allerwelts-Dingen oder Plapper-Mail-Accounts machen aus Dir einen Otto-normal-Surfer, der nicht auffällt. Für die wichtigen Dinge baut man sein privates Paralleluniversum mit spezieller, dedizierter PC-Technik, anonymer IP, sicherem Browser und einem stets frisch gebootetem Mainstream-System auf Mainstream-Hardware....
...und vor allem eingeschaltetem Hirn :gpaul:
Ein einziger unüberlegter Klick auf eine Werbung o.ä. kann Dich entlarven. Auch der Besuch der immer gleichen Webseiten bilden ein wiedererkennbares Profil usw. usf.
Um nicht in die erstbeste Identifikationsfalle zu tappen, braucht man schon Experten-Kompetenz vom Kaliber Snowden - ein Grund mehr, den Mann unbedingt zu uns zu holen. Solche Leute sind der beste Schutz, den man sich denken kann :top: