Der Bischof von Limburg

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Der Rücktritt ist unvermeidlich, jetzt, da die Staatsanwaltschaft aktiv geworden ist.
    ...


    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?


    Die Causa Wulff hat doch wohl eindeutig bewiesen, was es zu bedeuten hat, wenn eine Staatsanwaltschaft "aktiv wird":


    Nix und nix und nochmal nix.


    Wenn die Staatsanwaltschaft dann später dennoch einen recht minimalen Bruchteil der Vorwürfe aufrecht erhält, dürfte der Grund solchen Mavövers wohl auf der Hand liegen.


    Auch die Kostenexplosion muss nicht den Hintergrund haben, den Medienvertreter "ermittelt" haben.


    Wenn eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt, folgt hieraus allein das Bestehen eines (Anfangs-)Verdachts. Und einen solchen wird man im Fall den Bischofs sicher annehmen müssen. Mehr aber auch nicht - jedenfalls jetzt noch nicht.


    Also: Finger weg von Vorverurteilungen durch die Medien!


    Erst die Staatsanwaltschaft wird im Laufe der nächsten Wochen klären können, ob sich der (zwar auf der Hand liegende) Verdacht auch tatsächlich erhärtet. Bis dahin läuft das beliebte Spielchen, immer mal wieder eine Sau durchs Dorf treiben zu müssen.


    Frankie



    Ergänzung:
    Und in Sachen Reichsdeputationsdingsbums ist es tatsächlich so, wie Carsten schreibt. Im Rahmen der Säkularisierung hat die Kirche dem Staat immenses Sachvermögen übertragen und als Gegenleistung eine Art Rente zugesichert bekommen - etwa im Sinne einer privaten Rentenversicherung gegen einmalige Beitragszahlung.


    Da die Kirche aus dem übertragenen Sachvermögen (in erster Linie Grundbesitz) auch heute noch Nutzungen ziehen würde, sehe ich dem Grunde nach weiterhin eine Berechtigung der Zahlungen. Die Höhe sollte aber tatsächlich nachverhandelt werden.


    Auch weitere Besonderheiten müssten dabei berücksichtigt werden:
    Die Übernahme der Lohnkosten der Priester war m.W. in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass Priester im Gegenzug Kaisers Interessen von der Kanzel predigten. Hier könnte wegen des kürzlichen Ablebens dieses Herrn vielleicht nachverhandelt werden. :p

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ... Die Übernahme der Lohnkosten der Priester ...


    Werden nicht nur die "Bischöfe" vom Staat bezahlt?

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Selbstverständlich geht so etwas die Presse an. Eine Kirche ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, und selbst wenn es sich um ein Privatunternehmen handelte, wäre es okay und sogar richtig, wenn die Presse kritisch über so etwas berichten würde.


    Oder glaubst Du etwa, die Presseorgane der katholischen Kirche sind zu kritischer Berichterstattung gegenüber Bischöfen in der Lage? FAZ und Spiegel haben den Unmut der Bevölkerung und der Gläubigen aufgenommen und recherchiert - genau wie es ihre Aufgabe ist.


    Spiegel online hat vorgestern nicht weniger als 7 (!) Artikel zum Thema herausgefeuert und öffentlich-rechtliche Sender ließen es sich nicht nehmen, Brennpunkte zu senden. Eine objektive Berichterstattung und angemessene Prioritätensetzung kann ich darin nicht mehr erkennen. Ein einzelner Artikel zum Thema hätte völlig gereicht um alles Wissenswerte zu vermitteln. Tebartz-van Elst beherrscht die Schlagzeilen während die Bedrohung der Weltwirtschaft durch den US-Haushaltsstreit unter "Ferner liefen..." abgehandelt wird.


    Das Ganze ist keine journalistisch saubere und richtig gewichtete Berichterstattung mehr, sondern es wird eine Kampagne mit einem stark polarisierenden Aufreger-Thema gefahren. Gerade der Spiegel, als direkt Verfahrensbeteiligter, sollte sich in deutlicher Zurückhaltung üben. Aber guter Journalismus ist inzwischen nicht mehr gefragt.


    Im Falle des Limburger Bischofs sind Viele bereit, diese Medienmanipulation hinzunehmen weil das Verhalten des Bischofs unter aller Kanone ist und sie die medialen Schläge gegen ihn deswegen zu akzeptieren bereit sind.


    Ich verurteile das, denn ich möchte eine Presse, die neutral berichtet und nicht nach eigenem Ermessen Kampagnen fährt. Immer wieder zeigt sich, dass die im Buch Das Medienmonopol beschriebenen Vorgänge einen wahren Kern haben.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Spiegel online hat vorgestern nicht weniger als 7 (!) Artikel zum Thema herausgefeuert und öffentlich-rechtliche Sender ließen es sich nicht nehmen, Brennpunkte zu senden. Eine objektive Berichterstattung und angemessene Prioritätensetzung kann ich darin nicht mehr erkennen. ...

    Die Katholische Kirche ist halt ein beliebtes Ziel der Generation G. Würde man sich mit gleichem Eifer z.B. den Vorgängen rund um den Bau und die Finanzierung der Kölner Zentralmoschee widmen, käme man ja in den Verdacht der Ausländerfeindlichkeit kommen.

    - still loving WebOS -

  • Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    ...
    Der eigentliche Skandal ist somit zudem,dass heute immer noch Geld fliesst....


    So ist es. Denn Opfern der Enteignungen durch Nazis und Kommunisten und deren Nachfahren stehen Hierzulande auch keine Entschädigungszahlungen bis in alle Ewigkeit zu.


    Wenn ich etwas in diesem Lande nicht ausstehen kann, dann ist es die unterlassene Trennung von Staat und Kirche und die überproportionalen Einflüsse der Pfaffen auf die Gesellschaft, obwohl ihr Beritt längst schwindet.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von Bigbamboo
    ... ist halt ein beliebtes Ziel der Generation G. ...


    Ein Artikel, der des Pudels Kern recht genau trifft und unter folgendes Kapitel subsumiert werden kann:


    "Unkontrollierte Macht korrumpiert!"


    Betroffen sind nahezu alle (prinzipiell wirklich schutzwürdigen) Bereiche, denen im Grundgesetz eine weitestgehende Unabhängigkeit garantiert wurde.


    Die damalige "Spiegel-Affäre" oder auch die sicherlich noch erinnerlichen Vorgänge um den "Cicero" verdeutlichen, dass der bestehende grundgesetzliche Schutz zwingend erforderlich ist, um vor Übergriffen durch staatliche Einrichtungen zu schützen.


    Das Problem allerdings:
    Ebenso wie bei der Gerichtsbarkeit, die ebenfalls schutzwürdig vor staatlichen Übergriffen (von "außen") sein muss, fehlt es an einer "inneren" Kontrollinstanz, die verhindert, dass der grundgesetzlich gewährte Schutz nicht missbraucht wird. Was betreffend die Presse im verlinkten Artikel beschrieben wird, sind in Sachen Gerichtsbarkeit unter anderem die zahllosen "Mollaths" der Republik.


    Wie gut, dass wir das Problem erkennen, aber nicht dazu berufen sind, eine Lösung aufzuzeigen. In meinen Augen existieren Problemgestaltungen, die überhaupt nicht lösbar sind - und gerade die Auswüchse von Pressefreiheit, richterlicher Unabhängigkeit und weiteren hier ungenannten "Persilscheinen" würde ich persönlich dazuzählen wollen.


    Weil die Zahl der "Leidtragenden" (die im hiesigen Thread durch den Limburger Bischof repräsentiert wird) im Verhältnis zur Bevölkerungszahl eher gering ist, scheint es mir, das auch keinerlei Interesse besteht, sich dieser "Kollateralschäden" überhaupt anzunehmen. Oder täuscht mich mein diesbezüglicher Eindruck?


    Frankie

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