Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Allein Frankies (der angelsächsische ....


    Musst du fast immer frank_aus_wedau beleidigen?
    ---
    Edit:
    Ich habe Barrosos Äußerung noch mal in der Washington
    Post gelesen, frei übersetzt: "Neue Kriege auf unserem Kontinent dienen keinem."
    Aber, was bringen immer wieder neue Sanktionen?
    Zum Schluss bleibt nur noch der komplette Handelsstopp.
    Quelle: http://www.washingtonpost.com/…8-848790384093_story.html

  • Wie es momentan ausschaut, wird es aktuell wohl keine neuen schmerzhaften Sanktionen gegen Russland geben. Das hier:


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ...
    Ich vermisse Meldungen aus dem finnischen Außenministerium, wonach sich Finnland auf gar keinen Fall mehr an weiteren Wirtschaftssanktionen gegen Russland beteiligen wird. ...


    hat das finnische Außenministerium zwar angeblich nie gesagt, das angeblich nicht gesagte aber wohl dennoch so gemeint. Hier dürfte noch etliches an Überzeugungsarbeit anfallen, will man Finnland doch noch ins Boot holen. Aber auch Österreich schießt momentan wohl (noch) quer.



    Allerdings will man den Gipfel auch nicht tatenlos beenden ... nun sucht man anscheinend nach einer Möglichkeit, Putin in aller Öffentlichkeit kalt abzuduschen ... allerdings ohne dass er dabei nass wird. Sonst könnte er womöglich doch noch vergrätzt reagieren.


    Im Anschluss an die Dusche vielleicht noch eine Partie Spiegelfechten und fertig ist der Lack. Was unsere amerikanischen Freunde wohl sagen werden, wenn es so kommt, wie es mometan ausschaut?



    Edit


    Ach ja ... ich vergaß: Auch vom Allheilmittel einer "Arbeitsgruppe", die mit einer gründlichen Prüfung der Lage und der Ausarbeitung eines Plans beauftragt wird, dürften wir nicht verschont bleiben. Arbeitsgruppen sind immer gut - steht man dann doch nicht mit ganz leeren Händen da. :p



    Edit 2 am "Tag danach"


    Jawohl ... Arbeitsruppen (deren Bildung/Aufgaben der Eu-Kommission übertragen wurden) werden immer wieder gern genommen.


    TAZ: Noch eine Woche Zeit


    Zitat:
    "Van Rompuy sagte, Beratungen über die Sanktionen würden zu Wochenbeginn starten. Es gebe keinen Automatismus. Über neue Sanktionen müssten entweder der EU-Ministerrat oder die ständigen EU-Botschafter der 28 Mitgliedstaaten entscheiden. "


    So hat man erst einmal Zeit gewonnen, um Finnland und Österreich mit attraktiven Prämien doch noch gegen Russland einzustimmen. Um deren Zustimmung zu erkaufen, wird man sich bestimmt nicht knauserig zeigen.


    Wollen wir nur hoffen, dass dadurch nicht auch noch Begehrlichkeiten der klammen EU-Mitgieder geweckt werden ... wenn sie feststellen, dass für sie angeblich nix in der Kassen ist, zur Finanzierung der Russland-Sanktionen aber aus dem Vollen geschöpft wird.

  • Die nächsten scheinen aufgewacht:


    Schweiz-Magazin: Stoppt die Slowakei die Irren in Brüssel?


    Zitat aus dem Artikel:
    "Die Slowakei könnte gegen neue EU-Sanktionen ein Veto einlegen, sagte der slowakische Premierminister Robert Fico nach dem EU-Gipfel am Sonntag.


    'Ich glaube, dass die Sanktionen sinnlos und kontraproduktiv geworden sind. Die Slowakei kann ihre Vetorecht nutzen', sagte Fico. Wir werden es dann tun wenn wir feststellen, dass die neuen anti-russischen Sanktionen das Wirtschaftswachstum untergraben."


    Da nun die Vernunft in den Köpfen der Regierenden Einzug zu erhalten scheint, werden Gedanken über eine gefährliche nicht endende Eskalationsspirale möglicherweise bald obsolet. Schließlich war es fatal, welche Szenarien drohen, falls niemand die Eskalationsspirale stoppt. Gedanken über eine militärische Auseinandersetzung könnten damit quasi über Nacht obsolet geworden sein.



    Dieser mögliche Sieg der Vernunft war in der konkreten Ausprägung gestern überhaupt nicht absehbar. Die Wortführer des Eskalationskurses (zu denen auch unsere Kanzlerin zählt) scheinen diese Entwicklung vollkommen zu ignorieren. Ob auch sie mit dem Problem der selektiven Wahrnehmung zu kämpfen haben?


    Oder ob sie der festen Überzeugung sind, die vernunftbegabten "Ausbrecher" mit dem Druck wirtschaftlicher Macht wieder "auf Kurs" bringen zu können?


    Man darf gespannt sein ... es sollte eine spannende Woche vor uns liegen, aus der die Vernunft als Sieger hervortreten könnte. :top:




    Dagegen versucht uns diese Truppe:



    (Quelle: Wallstreet Journal: EU droht Russland mit schärferen Sanktionen)


    immer noch weiszumachen:
    "BRÜSSEL--Mit einem Ultimatum und der Androhung schärferer Sanktionen will die EU Russland in der Ukraine-Krise zum Einlenken bringen."


    Dass dieses Ansinnen im Falle Russlands nicht funktionieren kann, sollte inzwischen wirklich jedem einleuchten. Es bringt doch nichts, trotzig wie ein Kind auf einem Standpunkt zu beharren, der definitv in die Irre führt. Oder ist das ein Ausfluss der Hilflosigkeit, die man sich inzwischen eingestehen muss? Die Einsicht, dass sich Russland nicht wie ein Schuljunge bevormunden lässt, muss doch inzwischen bei wirklich jedem eingekehrt sein.

  • Schweizmagazin.ch? Da scheint sich ja jemand selbst in der internationalen Presselandschaft gut auszukennen, denn eine persönliche Artikelauswahl allein nach Übereinstimmung mit der eigenen Welt(v)erklärung und Benutzung heißgeliebter Verunglimpfungsvokabeln kommt für vernunftbegabte Nichtpropagandisten ja überhaupt gar nicht nie niemals in Frage.


    Solche Magazine wie "Deutsche Wirtschafts Nachrichten" und "Schweiz Magazin" mit ihren großsprecherischen Namen und Artikelchen existieren wohl nur, um die entsprechende Klientel zu bestätigen und ihr eine pseudoseriöse Zitationsquelle zu sein. Ohne die Verweise auf solche Quellchen würde man diese kaum satzlangen Artikel entweder überhaupt nicht kennen oder man würde sie in einem Moment eigenen Geistestiefflugs vielleicht sogar für ernstnehmbar halten.

    Je suis Charlie

  • Das Schweiz-Magazin zitiert eine slowakische Regierungsquelle.


    Insoweit gehe ich davon aus, dass selbst Medien wie die Bild-Zeitung das hinbekommen.


    Werden allerdings erfundene (oder sinnentstellte) Zitate verbreit, disqualifiziert das natürlich eine Quelle. Sollte dem Schweiz-Magazin das nahezulegen sein, wäre das natürlich schade. :(


    Allerdings finden sich in österreichischen und schweizer Medien immer wieder Berichte über Tatsachen, die in Deutschland unverständlicherweise "totgeschwiegen" werden. Von daher habe ich die Neigung, bei wesentlichen Ereignissen auch die dortigen Pressemeldungen zu überfliegen ... was manch überraschendes zu Tage fördert.




    Ich hatte ganz vergessen den "Sanktions-Preisticker" bei Äpfeln zu erwähnen:


    Vor den Sanktionen: 2,29 €/kg, dann 1,69 €, gefolgt von 1,29 € auf gestern: 0,60 € ("Obst vom Bodensee" bei Netto).


    Ein solcher Preissturz dürfte wahrlich nicht mehr mit Enrteergebnissen zu begründen sein.



    Sollte es zu neuerlichen Sanktionen kommen, könnte vielleicht bei manchem die Anschaffung eines neuen Kfz ins Haus stehen.


    Wird als deren Folge der Export deutscher Kraftfahrzeuge nach Russland eingestellt werden (müssen), dürfte der Preisverfall zwar nicht entsprechend drastisch ausfallen. Wächst die Halde der fürden russischen Markt produzierten Fahrzeuge mit der (unüberschaubaren) Dauer der Sanktionen dann aber langsam an, könnte vielleicht das eine oder andere Schnäppchen winken.


    Allerdings bin ich mir wirklich nicht sicher, ob sich weitere Sanktionen durchsetzen lassen ... trotz der wirtschaftlichen Übermacht des "Clubs der Sanktionäre" in Reihen der EU ...

  • Jaja, der berühmte, fast wissenschaftlich fundierte Sanktionsapfelpreisticker, der sauber Jahreszeit, Ernteperiode, Wetter und Mittelfristentwicklung herausrechnet. Ebenso sind dem Tickerbetreiber ja Erntemengen und Putinimporte von Äpfeln wohlbekannt.


    Kraftfahrzeuge wird's hier in Zukunft bevorzugt von Lada und Moskwitsch geben, denn Putinskaja wird jede Ladung seines unendlichen Erdgases nur noch in einem Koppelgeschäft zusammen mit einen sowjetorussischen Qualitätskraftfahrzeug abgeben. Aus aktuellem, freudigem Anlass wird auch über eine Reaktivierung von KFZ-Produktion der derweil inaktiven Marke Yalta/Jalta (alias Kremlwanze, T-34 Sport, Chruschtschows Rache) nachgedacht. In einer Übergangsphase werden die hiesigen, systemtechnisch unterlegenen Motorfahrzeuge noch zur Abgewöhnung weiterverkauft, versehen mit den Motoren und Aggregaten systemtechnisch überlegener, mutterländischer Provinienz.

    Je suis Charlie

  • Putin hatte bereits klargestellt, dass die Produktion westlicher Fahrzeugmodelle in Russland (auf Grundlage von Joint-Ventures) nicht betroffen sein wird. Er will mit seinen Maßnahmen ja nicht die eigene Wirtschaft und damit verbundene russische Arbeitsplätze gefährden.


    Europäische Fahrzeuge, die nicht in der EU produziert werden, wird es also weiterhin geben. China und andere Staaten mit von europäischen Herstellern ausgelagerten Produktionsstätten, dürften sich über ein steigendes Auftragsvolumen sicher freuen. Über diese Wege werden möglicherweise auch rein europäische Fahrzeuge nach Russland gelangen - dennoch wird insbesondere die deutsche Fahrzeugindustrie zu leiden haben. Und ich bin mir sicher, dass die diesbezügliche Ankündigung Putins ganz gezielt gegen Deutschland gerichtet ist, welches unglückseliger Weise ganz offen betont hatte, vom Importstopp für Agrarprodukte nicht betroffen zu sein. Auch eine der in meinen Augen dümmlichen Aussagen, die Putin nun gezielt nach (auch) für Deutschland wirksamen Maßnahmen suchen lässt (damit sich die Bundesregierung nicht wieder beschweren kann, nicht mitleiden zu dürfen :rolleyes: ).



    Niemand, der in Russland nicht Lada & Co fahren will, wird das plötzlich müssen. Die wesentlich Einschränkung wird sein, das deutsche Karossen nicht mehr das Label "Made in Germany" tragen werden - ein Label, welches vielfach ohnehin wenig über die wahren Produktionsstätten wesentlicher Fahrzeugkomponenten aussagt.



    Noch ein Gesichtspunkt:
    Die Einigkeit in der EU über die Verurteilung des Vorgehens Russlands war - als solches gesehen - (und das sogar unabhängig von der Frage der Berechtigung) ein Quantensprung in der europäischen Politik und hätte anderen Machthabern (wie etwa auch Putin) für künftige Fälle zu verstehen gegeben, dass der Gegner eine geeinte EU sein könnte.


    Nun aber droht das Gezänk um Sankionen die EU wieder zu entzweien mit der Folge, dass die EU am Ende der Krise wieder als "zerstrittener Haufen" dasteht, den außenpolitisch niemand ernst nehmen muss. Als Verfechter des europäischen Gedankens, der sich für mich in der EU verwirklicht, keine wirklich prickelnde Vorstellung. Und das trotz des Umstands, dass mir die gemeinsam eingeschlagene Richtung alles andere als Recht war. Die Gefahr, dass einige Mitglieder auf diesem Irrweg kehrt machen könnten, war nämlich von Beginn an unübersehbar.

  • Wirtschaftsanktionen sind einfach der falsche Weg um international etwas bewegen zu koennen. Damit schadet man sich selber mehr als man bezweckt.


    Wenn man das mit den Sanktionen ganz haetten bleiben lassen, und stattdessen von der Nato der Ukraine zugesichert haette, das man sie im Kriegsfall unterstuetzen wuerde, und die USA schonmal einen Flugzeugtraeger ins Schwarze mehr geschickt haette, haette man mehr bezweckt!

  • Sanktionen sind nicht per se ein ungeeigneter Weg - schon die jetzigen Sanktionen sind für die russische Volkswirtschaft ziemlich schmerzhaft, und was das Ergebnis der Sanktionen sein wird, ist m.E. noch nicht abschließend abzuschätzen. Vielleicht wären diese Sanktionen effektiver gewesen, wenn militärische Optionen nicht ausgeschlossen worden wären. Nur ist dieser Weg aus mehreren Gründen nicht gangbar: Wären militärische Optionen nicht explizit ausgeschlossen worden, hätten wir eine Diskussion gehabt, die dann sicher zum gleichen Ergebnis geführt hätte. So schwierig die gegenwärtige Lage auch einzuschätzen bin, vertrete ich dennoch die Meinung, dass jetzt ein robustes Auftreten im Hinblick auf die östlichen NATO-Staaten und auf Finnland und Schweden angezeigt ist. Die Finnen mögen sich Sorgen über die Folgen von Sanktionen machen, aber nach meinem Eindruck machen sie sich über andere potentielle Bedrohungen im Moment größere Sorgen. Die engere Kooperation Finnlands mit der NATO spricht da für sich. Insofern finde ich es richtig, dass die NATO einerseits eine stärkere Unterstützung ihrer osteuropäischen Mitglieder leistet, andererseits sich dabei an die früheren Vereinbarungen mit Russland hält.


    Dass die EU neue Sanktionen nicht im Hauruck-Verfahren beschließt, sondern sehr genau prüft und darüber diskutiert, welche Folgen diese haben, finde ich nicht überraschend. Eigentlich sehe ich nicht, wie das anders gehen soll, da die EU nun mal kein Monolith ist und auch innerhalb der einzelnen Mitgliedsstaaten über vergleichbare Maßnahmen kontrovers diskutiert wird. Mit anderen Worten: So läuft das nun mal in offenen Gesellschaften. Das verlangsamt Entscheidungsprozesse manchmal und macht sie komplexer, ermöglicht aber auch immer wieder, die eigene Position kritisch zu überprüfen, Interessen auszugleichen, unterschiedliche Argumente zu berücksichtigen. Insofern ist mir das wesentlich lieber als autoritäre Entscheidungsstrukturen, wie sie aus geschlossenen, unfreien und damit unmodernen Gesellschaften bekannt sind.

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