Wollte ich immer mal machen, habe ich aber nie. Dank dieses Aufrufs habe ich mich soeben registriert und erwarte das Paket! :top:
Stammzellenspender für Benno gesucht
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Vielen Dank :top:
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Habe selbst 2 Kinder mit 1,5 und 3 Jahren, furchtbar allein die Vorstellung wenn die kleinen so etwas durch machen müssen.
Habe mich eben auch reg. bisher ehrlich gesagt noch nicht viel damit zu tun gehabt.
Evtl. kann ich ja helfen. -
Bin auch schon seit ein paar Jahren typisiert und vor ca. einem Jahr sollte ich mich genauer typisieren lassen mit Blutprobe. Habe aber seither nichts mehr gehört.
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Zitat
Original geschrieben von Deifie
Super. Muss sagen ich bin positiv überrascht wie viele (im Bekanntenkreis) doch schon registriert sind, hätte ich nicht gedacht.Uelmuek: Wie lief das dann im Detail ab, musstest du nur zur Spende selber ins Krankenhaus oder muss man auch schon zu Verabreichung des Medikaments dort sein?
Die Registrierung bei der DKMS habe ich im Jahr 2007 vorgenommen, als ich gerade meinen Zivildienst beim Rettungsdienst absolvierte. Ohne direkte Typisierungsaktion, aber im Freundeskreis war Leukämie ein Thema. Die Typisierung war sehr einfach und konnte in Eigenregie erfolgen - das Wattestäbchen 2-3x im Mund kreisen lassen, einpacken und an die DKMS schicken. Die Analyse der notwendigen Parameter im Labor kostet ca. 50 EUR, kann, muss aber nicht bezahlt werden. Ich habe mich dafür entschieden, die 50 Euro zu übernehmen.
Anschließend erhielt ich noch eine Spenderkarte, hörte dann erst einmal aber nichts mehr von der DKMS. 'Ich habe wohl keine Übereinstimmung mit einer bestehenden Anfrage gehabt', dachte ich mir.
Die Zeit verging und die Erinnerung an die Typisierung wurde etwas blasser. Dies änderte sich jedoch schlagartig als ich im Herbst 2008 einen Brief im Briefkasten fand - Absender: DKMS. Den Brief hatte ich noch nicht geöffnet, ahnte aber schon, was der Inhalt sein könnte. Andererseits erschien es mir doch irgendwie unwahrscheinlich - weshalb sollte es nun auf einmal jemanden geben, dessen wichtige Merkmale mit meinen übereinstimmten? Im Freundeskreis sind viele typisiert, aber niemand hat bisher tatsächlich gespendet. Ich öffnete den Brief und erfuhr, dass wirklich meine Merkmale mit denen einer Anfrage übereinstimmten. Da ich eine Typisierung mittels Wattestäbchen durchgeführt hatte, war es nun wichtig, weitere notwendige Übereinstimmungsmerkmale zu überprüfen. Dazu wurde mir bei meinem Hausarzt Blut abgenommen und eingeschickt. Nach einigen Tagen kam nochmals die Bitte zur Blutabnahme, da auch der tiefergehende Vergleich eine Übereinstimmung zeigte. Nun wurden noch einige weitere Röhrchen abgenommen, um die Feintypisierung abschließen zu können. Der positive Bescheid kam wieder nach ein paar Tagen.
Ich wurde nun doch etwas nervös - im positiven Sinn! Es bestand nun wirklich die Möglichkeit, einer schwer bzw. lebensgefährlich erkrankten Person persönlich helfen zu können. Vor jeder weiteren Blutabnahme wurde mir übrigens die Möglichkeit der Ablehnung der weiteren Teilnahme angeboten - dies finde ich gut, habe jedoch nie persönlich den Bedarf bei mir gesehen. Man erläuterte mir in einem Telefongespräch und in Broschüren die Möglichkeiten der Stammzellenspende und klärte mich auch stets über den weiteren Verlauf auf. Ich fühlte mich sehr gut informiert.
Es folgten weitere Telefonate mit der DKMS, da abgeklärt werden musste, wann und wo ich spenden konnte. Die Wahl der Stammzellenspende fiel bei mir auf die Methode der Apharese, also die Entnahme über eine Art des Siebens der Stammzellen aus dem Blut. Dazu ist keine Operation oder Narkose notwendig, jedoch das Spritzen eines Medikamentes unter die Haut. Da in der näheren Umgebung kein Transplantationszentrum zur Verfügung stand, wurde ich zunächst zur Voruntersuchung in das Uniklinikum nach Dresden gebracht. Dieser eintägige Ausflug war notwendig, um mich auf "Herz und Nieren" zu prüfen und festzustellen ob ich nun alle Voraussetzungen zur Spende erfülle.
Die Untersuchung war absolviert und es erfolgte eine nochmalige Rückfrage zu meiner Bereitschaft zur Spende - diesmal jedoch mit dem Hinweis, dass eine Absage im kommenden Zeitraum bis zur angesetzten Spende lebensgefährlich für den Empfänger sei, da dessen Immunsystem mittels einer starken Chemotherapie komplett heruntergefahren bzw. gelöscht würde. In diesem Moment wurde mir wieder die Essenz der Spende bewusst: Es ging um eine Maßnahme, durch die für den Patienten die Möglichkeit einer Heilung bestand – während er ohne sie wahrscheinlich bald sterben würde.
Ohne Zweifel und mit einem positiven Gefühl bestätigte ich meinen Wunsch zur Spende.
Der erste angesetzte Spendetermin musste abgesagt werden - die Gesundheit des Empfängers ließ die Chemo nicht zu, er war zu schwach. Nach drei Wochen erhielt ich einen erneuten Anruf von der DKMS und nun ging alles ganz schnell. Innerhalb von einer guten Woche waren Flug und Unterkunft für mich und eine Begleitperson in Dresden gebucht, von meinem Arbeitgeber, noch immer der Rettungsdienst, erhielt ich Urlaub und somit war alles gerichtet.Fünf Tage vor der Spende musste ich mit dem Spritzen des Medikamentes (G-CSF, ein Medikament das die Ausschüttung von Stammzellen ins Blut fördert) anfangen. Ich möchte es nicht schöner schreiben als es war, es verursachte tatsächlich starke Grippe-Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, welche aber mit den zur Verfügung gestellten Schmerzmitteln auszuhalten waren. Gleichzeitig bekam ich ein schlechtes Gewissen, da ich ja lediglich diese eindämmbaren Schmerzen hatte und mir gar nicht vorstellen wollte, durch was der Patient alles gegangen war und noch gehen würde. Letztlich wären die Nebenwirkung für mich keinerlei Grund auf eine nochmalige Spende zu verzichten.
Die Reise nach Dresden begann am Vorabend des ersten Spendetags Ende Februar 2009. Es werden immer zwei Tage zur Spende eingeplant, jedoch muss nur in 20% der Fälle auf den zweiten Tag zurückgegriffen werden. Nach einem Frühstück wurden wir (meine Begleitperson und ich) ins Uniklinikum gebracht und im zuständigen Transplantationszentrum herzlichst begrüßt. Vorab: Die Atmosphäre vor Ort war super und es wurde sich zu jedem Zeitpunkt um einen gekümmert.
Dann kam es dazu, worauf mehrere Monate hingearbeitet wurde - die tatsächliche Spende. Ich bekam eine größere Nadel in meine rechte Ellenbeuge - daran angeschlossen ein langer Schlauch der in ein Gerät ("Zellseparator") führt und auf der anderen Seite wieder herauskommt und in einer kleineren Nadel an meinem linken Unterarm endete. Letztlich fühlte ich mich wie bei einer überlangen Blutspende, denn die Abnahme dauerte knapp vier Stunden. In dieser Zeit gab es die Möglichkeit Filme zu sehen, Musik zu hören, oder einfach zu schlafen. Verpflegt wurden die Spendenden ("wir" waren zu fünft) bestens mit Getränken und Krankenhaus-Essen.Kurz vor Ende der vier Stunden war klar, dass die abgegebene Menge reichen würde. So konnte der zweite Tag zur Erholung dienen – oder, wie in unserem Fall, der Erkundung Dresdens. Der Empfänger blieb auch nach der Spende anonym.
Im Frühsommer 2009 erreichte mich ein Brief der DKMS in dem mir mitgeteilt wurde, dass der Empfänger die Stammzellen gut angenommen habe und auf dem Weg der Besserung sei. Selbst zu diesem Zeitpunkt sprach man schon davon, dass die Spende lebensverlängernd war.
Nach einem dreiviertel Jahr wurde ich wieder von der DKMS kontaktiert, denn seit der Spende werden jährliche Bluttests durchgeführt um nachzusehen, ob bei mir alles in Ordnung ist bei mir. Aber wenige Wochen nach dem Bluttest erreichte mich die Nachricht, dass ich nochmals eine "kleinere" Spende geben sollte, zur Unterstützung des Immunsystems des Empfängers. Dieses Mal wurde die Spende in Köln genommen. Es dauerte nicht mal zwei Stunden, es gab ebenfalls keinerlei Probleme, wir wurden wieder rundum durch die DKMS betreut und das Team der Uniklinik Köln versorgte uns bestens. Da dieses Mal nur „normale“ Immunzellen benötigt wurden, war es nicht nötig im Vorhinein Medikamente zu spritzen.Zwei Jahre nach der ersten Spende war es erlaubt, einen Kontakt zwischen Spender und Empfänger einzurichten. Ich überließ dem Empfänger die Wahl, ob er mit mir Kontakt aufnehmen wollte und gab der DKMS die entsprechende Erlaubnis. Ein halbes Jahr später erhielt ich von "meinem" Empfänger einen Brief und ein Foto. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich Zweifel an der Spende, aber in diesem Moment fühlte ich mich besonders bestätigt, denn es zeigte den Empfänger mit seiner Tochter und seinem Enkelkind.
Leider erreichte mich im Herbst 2012 die traurige Nachricht, dass der Empfänger der Stammzellen gestorben war. Dennoch war die Spende positiv - denn "mein Patient" hatte die Möglichkeit, drei weitere Jahre leben zu können.
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Sehr bewegend!
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Gänsehaut!
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Super Bericht Uelmuek, danke dafür! Zwar schon oft drüber nachgedacht, aber irgendwie nie durchgezogen... Jetzt habe ich mich registrieren lassen und habe gerade ein gutes Gefühl...
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Bin dabei.
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Wow, super Bericht, vielen Dank für die Einblicke!
Und den anderen auch vielen vielen Dank!!!
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