Bundesagentur für "Arbeit" ?

  • Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Hm, wieso sollte er über seine Zukunft nachdenken und wie kommst du darauf das mein Kumpel "rumharzt"?


    Eigentlich steht er seit seiner Lehre in Brot und Lohn und hat nie irgendwelche Leistungen von Arbeitsamt in Anspruch genommen.


    Weil es finanzielle Nachteile bringt, als Saisonarbeiter tätig zu sein (im Winter gibt es dann nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs oder Hartzgeld).


    Mit dauerhaftem Job würde Dein Kumpel das ganze Jahr über gut verdienen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Weil es finanzielle Nachteile bringt, als Saisonarbeiter tätig zu sein (im Winter gibt es dann nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs oder Hartzgeld).


    Mit dauerhaftem Job würde Dein Kumpel das ganze Jahr über gut verdienen.

    Na und? Entweder gibt's keine wesentlich großartigeren Möglichkeiten oder es ist sowieso das, was man gern macht. Prioritäten sind ja persönliche Eigenschaften. Und die eher saisonalen Tätigkeiten wollen und müssen ja auch erledigt werden. (-:=

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale


    Mit dauerhaftem Job würde Dein Kumpel das ganze Jahr über gut verdienen.


    Er hatte bisher einen dauerhaften Job, nur wird in seinem Beruf aufgrund der Jahreszeit aktuell nicht gesucht.


    Es gibt nun aber ein Jobangebot von einem privaten Arbeitsvermittler, der Job steht beim AA auch in der Online Stellenbörse, natürlich ohne Adresse, denn dann könnte man sich ja direkt vorstellen !!


    Um an den Job zu kommen muss er Kontakt mit dem Vermittler aufnehmen und sich quasi bei ihm bewerben. Der Vermittler nimmt dann (wenn das Profil passt) Kontakt mit dem AG auf (alleine für diese Tätigkeit berechnet er dem AA mehrere 100€) und vereinbart dort ein Vorstellungsgespräch. Sollte das Vorstellungsgespräch erfolgreich sein bzw mein Kumpel den Job bekommen, kassiert der Arbeitsvermittler insgesamt 1800€ vom AA !!!


    Das AA macht überhaupt nichts, ausser zahlen ! Selber sind sie nicht fähig Jobs zu suchen oder zu vermitteln. Also eine reine Verwaltungstätigkeit damit das Amt beschäftigt ist.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Weil es finanzielle Nachteile bringt, als Saisonarbeiter tätig zu sein (im Winter gibt es dann nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs oder Hartzgeld).


    Mit dauerhaftem Job würde Dein Kumpel das ganze Jahr über gut verdienen.

    So pauschal kann man das nicht sagen.


    Acht Monate mit ~1.700 EUR Nettogehalt vier Monate mit ~1.100 EUR Arbeitslosengeld sind im Schnitt immer noch ~1.500 EUR Durchschnitt.


    Und vier Monate Winterferien sind doch auch ganz schoen. ;)

  • Als Neu-Arbeitsloser und zwischendurch wird man vom Arbeitsamt sehr gerne zwangsweise zu irgendwelchen Schulungen geschickt. in meiner Stadt werden alle neu gemeldeten Arbeitslosen beispielsweise zu einer Schulung eines externen Dienstleisters geschickt. Der Kursinhalt der einwöchigen Vollzeitveranstaltung umfasst Themen wie Arbeitssuche auf der Internetseite der Arbeitsagentur, Bewerbungsgespräche, etc. Die Lehrkräfte arbeiten oftmals lediglich auf Honorarbasis.


    Der Kurs ist aber von einer derart mäßigen Qualität, dass ich ihn als vollkommene Zeitverschwendung ansehe. Ebenso wie die Bewerbungskurse, über die es nicht wenige Erfahrungsberichte im Netz gibt. So werden z.B. die Leute sinnlos zusammengewürfelt, teilweise Analphabeten mit Akademikern. Viele Teilnehmer sind verständlicherweise unterfordert und gelangweilt und machen nichts weiter, als 8 Stunden an den Computern zu sitzen und sich im Internet umzuschauen.


    Ich werde einfach den Gedanken nicht los, dass diese externen Firmen den zuständigen Entscheidungsträgern im Arbeitsamt Geld zustecken. Man gründet eine derartige Firma und sammelt sich ein paar Schulungsleiter auf Honorarbasis zusammen. Die Schulungsinhalte werden leicht zusammengebastelt, das ist keine Kunst - sie sind ohnehin bei allen Anbietern erschreckend lau.


    Und wenn man sich dann mit dem Arbeitsamt gut versteht, hat man eine unendliche Geldkuh mit möglicherweise hunderten Arbeitslosen jeden Monat, die vom Arbeitsamt zwangsweise durch die Kurse geschleust werden.

  • Du hast das System verstanden. So ein Kurs dient auch der eigenen Profilierung der oftmals selbst nur mit Zeitverträgen ausgestatteten Arbeitsvermittler, denn ein Teilnehmer eines dieser sinnlosen Kurse fällt aus der offiziellen Statistik raus. Je mehr ein Arbeitsvermittler anderweitig unterbringt, desto besser.


    Ob da auch Geld zugesteckt wird oder es Sachwerte gibt, wird man offiziell nie erfahren... Aber es finden sich bestimmt nicht umsonst in vielen Büros z.B. Kalender und Kugelschreiber von Zeitfirmen und Maßnahmeträgern.


    Wie ein Vorposter schon schrieb: Vorrangig geht es darum, Fehler im Verhalten zu provozieren um dann Leistungen kürzen zu können.

  • Man sollte erstmal unterscheiden, dass "Neu-Arbeitslose", die mindestens 1 Jahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, 12 Monate lang Arbeitslosengeld bekommen. Hartz IV, die sog. Grundsicherung, die nur mit dem amtlich festgesetzten überlebensnotwendigen Minimalbetrag hantiert, bekommt man dann ab dem 13. Monat.
    Dabei summieren arbeitslosen Monate: wer also zwischendrin arbeitet, vor Ablauf eines Jahres aber erneut arbeitslos wird, bei dem wird die neue Phase der Erwerbslosigkeit zu der davorliegenden Zeit hinzugerechnet und dann läuft das Jahr bis zu Hartz IV weiter.


    Das kann so auch jedem passieren, der 10, 20, 30 Jahre immer gearbeitet hat. Jeder ist nur eine Kündigung davon entfernt, auch in die menschenverachtende Mühle dieses Systems zu geraten und man rutscht dann innerhalb 1 Jahres aus gutbürgerlichen Verhältnissen nach ganz unten, egal wie gut man vorher geschuftet hat oder wie lange man schon eingezahlt hat in die Kassen der Republik.


    Was manche hier in der Diskussion zu locker-flockig hinschreiben ist der Tonfall, als könne man sich Stellen und Verdienste nach Belieben suchen. Mehr arbeiten um mehr Geld zu verdienen, einen anderen Job suchen, umziehen... Das alles geht doch gar nicht so einfach und simpel, wie manche das hier darstellen.


    Und auch das "dann greift man zum Notprogramm und sucht nebenher etwas Besseres" - ich weiß ja nicht in welchen lauen Jobs Leute, die so schreiben, ausschlafen... aber die meisten Menschen sind einfach müde wenn sie morgens um 5, 6 Uhr aufgestanden sind, 8-9 Stunden gearbeitet haben, 1-2 Std. Fahrerei hatten, die Einkäufe erledigt und Wäsche gewaschen haben. Dass man da längerfristig täglichen Elan entwickelt, sich intensiv mit der Jobsuche zu beschäftigen, halte ich für unrealistisch.


    Mal abgesehen von den rein praktischen Problemen: wie soll jemand, der in der Probezeit steckt und keinen Urlaub nehmen kann, ein eventuelles Vorstellungsgespräch wahrnehmen? Das ist manchmal irgendwie hinzukriegen, aber manchmal eben auch nicht.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Jeder ist nur eine Kündigung davon entfernt, auch in die menschenverachtende Mühle dieses Systems zu geraten und man rutscht dann innerhalb 1 Jahres aus gutbürgerlichen Verhältnissen nach ganz unten, egal wie gut man vorher geschuftet hat oder wie lange man schon eingezahlt hat in die Kassen der Republik.


    Falsch. Es ist eine Kündigung und 1 Jahr Nichtstun.


    Während dieser Zeit hat man dann übrigens genügend Zeit (und hoffentlich auch Elan) etwas anderes zu suchen, man muss ja nicht um 5,6 Uhr aufstehe, 8-9 Stunden arbeiten und auch keine 1-2 Stunden fahren.


    Was die menschenverachtende Mühle angeht, so steht es ja jedem frei in einem anderen Land sein Glück zu versuchen, in einem welches vielleicht weniger menschenverachtend ist. Wird doch auch mal Zeit dass aus Deutschland ein Flüchtlingsstrom Richtung bspw. Ruanda einsetzt. Kann eh nicht verstehen was andere Leute dazu bringt in dieses menschenverachtende Deutschland zu fliehen...


    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Was manche hier in der Diskussion zu locker-flockig hinschreiben ist der Tonfall, als könne man sich Stellen und Verdienste nach Belieben suchen. Mehr arbeiten um mehr Geld zu verdienen, einen anderen Job suchen, umziehen... Das alles geht doch gar nicht so einfach und simpel, wie manche das hier darstellen.


    Ist aber auch kein Ding der Unmöglchkeit, wie manche hier so locker flockig behaupten...

  • Zitat

    Original geschrieben von ElChefe
    Wird doch auch mal Zeit dass aus Deutschland ein Flüchtlingsstrom Richtung bspw. Ruanda einsetzt. Kann eh nicht verstehen was andere Leute dazu bringt in dieses menschenverachtende Deutschland zu fliehen...

    :D :top:


    Zitat

    Original geschrieben von ElChefe
    Ist aber auch kein Ding der Unmöglchkeit, wie manche hier so locker flockig behaupten...


    Hab ich im letzen JAhr auch gemacht. Statt täglich 1,5-2h mit dem Auto nur noch 0,5h mit dem Rad.

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