Ein Freund von mir ist seit 2 Monaten arbeitslos. Da unzufrieden mit seiner aktuellen Situation und der Markt auch Jahreszeit-bedingt nicht viel hergibt und er keine Stellenvorschläge vom der Bundesagentur (im folgenden AA) bekam (er bekam zwar welche, auf die Jobs hatte er sich aber schon Wochen vorher durch Eigeninitiative beworben) hat er sich ans AA gewandt und um einen Termin "gebeten". Auch um zu schauen ob die jobtechnisch was anderes anbieten können, Verpackung, Lager eigentlich egal.. Hauptsache er hätte etwas zu tun, also voll die gesunde Einstellung !
Auf dem AA wurde ihm aber mit der Begründung " Sie sollten nicht in einem anderen Beruf arbeiten, nach einem Monat sind sie raus" jegliche Jobvermittlung , auch als Hilfskraft, abgelehnt. Auch wurde ihm gesagt das er ja erst seit 2 Monaten Arbeitslosengeld bekommen würde und sein Geld schliesslich bis September bewilligt sei. Also frei nach dem Motto: Bleiben sie besser zuhause und fallen dem Staat zur Last, alles andere ist wirklich Stress für uns !
Nun, die Situation ist also folgende: Er will arbeiten, das AA vermittelt ihn aber nicht. So ist er quasi gezwungen, sollte sich kein Job finden, sich an einen selbständigen Arbeitsvermittler zu wenden. Die Branche scheint gerade "komischerweise" zu boomen. Jobs haben die tatsächlich, rücken sie aber nur gegen Bares raus. Alternativ erhält der Vermittler bei Erfolg Geld vom AA (so um die 800€)
In meinem Bekanntenkreis gibt es noch eine Person die durchgehend negative Erfahrungen mit dem AA gemacht hat. Gerade auch was die Aktualität von Stellenvorschlägen betrifft. Job-Internetportale die momentan ebenfalls wie Pilze aus dem Boden schiessen, sind deutlich aktueller. Paradoxerweise sind das irgendwelche Startups, die selber vor Jahren durch die AA`s gefördert wurden
Ich frage mich daher wie ich meine berechtigt, wozu es Arbeitsämter überhaupt noch gibt. Geht es nur noch um die Zuweisung von Geldern und darum den Arbeitslosen möglichst ohne grossen Aufwand in HartzIV zu begleiten ?