Immobilie zur Altersvorsorge?


  • Also gerade für Selbstständige ist das durchaus ein interessantes Modell, die müssen ihre Altersvorsorge komplett selber bezahlen und daher deutlich mehr Geld anlegen als eine Angestellter.
    Eine Immobilie in ordentlicher Lage ist da von der Rendite her durchaus interessant, laufende Kosten können steuerlich Vorteile bringen und wenn sie dann bis zum Ruhestand abbezahlt ist sprudeln die Erträge.
    Nur so viel Geld die Immobilie ohne Kredit zu kaufen haben wie du ja selber schreibst eben die wenigsten. Und es ist dann auch nur ein "Standbein" von mehreren, ein kleines Häuschen was man vermietet reicht trotzdem i.d.R. noch nicht für eine auskömmliche Altersvorsorge.

    Vorallem der letzte Satz "kleines Häuschen was man vermietet reicht trotzdem i.d.R. noch nicht für eine auskömmliche Altersvorsorge" sagt es ganz treffend.


    Sich im 20-30 Jahre hart die Immobilie absparen, umd dann seine Altersversorgung um ein paar mickrige Euros aufzubessern, macht keinen wirklichen Sinn. Und wenn es doof läuf und man ins Pflegeheim muss krallt sich dann auch noch das Heim oder Sozialamt die Immobilie statt das man sie vererben kann. :(


    Wenn man statt einer Immobilie 350.000€ in bar oder Wertpapieren hat, kann man z.B. schon früher z.B. 120.000€ den Kindern und Enkeln zukommen lassen. Und mit den verbleibenden 230.000€ kann man mehr als 11 Jahre lang 1.700€ entnehmen. Das ist wesentlich mehr als ein Häuschen an Miete abwirft. Danach wäre man zwar "blank" aber dann ist man auch 78. Im schlechtesten Fall ist man schon vorher verstorben, und ansonsten ist man mit 78 höchstwahrscheinlich ohnehin nicht mehr so fit, das man noch was vom Geld hätte. Wenn man die letzten fünf Jahre dann zum Sozialfall wird ist es auch egal. Und die Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt sind so hoch das normaleverdienende Kinder eh nichts zahlen muessen.


  • Wenn die Rechnung am Ende so aufgeht, dass unter Berücksichtigung aller Opportunitätskosten wie z.B. auch Zinsverlust des Eigenkapitals ein Lohn im Bereich des Mindestlohnes rausspringt, dann passt das ja.


    Nun ! Die O-Kosten, du hast es jetzt in jedem deiner Postings wiederholt und alle sollten wissen was gemeint ist, sind das was ich im Endeffekt investiere ! Lebensenergie, Freizeit, was auch immer. Ich schätze mal, daß der Aufbau von Kapital ist immer mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist, es sei denn man spielt Lotto oder hat ein glückliches Händchen mit Wertpapieren. Wie mein Opa immer zu sagen pflegte: Von nüscht kommt nüscht !

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    Wenn man statt einer Immobilie 350.000€ in bar oder Wertpapieren hat, kann man z.B. schon früher z.B. 120.000€ den Kindern und Enkeln zukommen lassen. Und mit den verbleibenden 230.000€ kann man mehr als 11 Jahre lang 1.700€ entnehmen. Das ist wesentlich mehr als ein Häuschen an Miete abwirft...


    Auch in 30 Jahren? Da machst du mit 1700 Euro keine großen Sprünge mehr.
    Bei einer Immobilie in einer einigermaßen Lage arbeitet die Inflation für dich, bei einer Geldanlage arbeitet sie immer gegen dich.
    Und ich kenne auch Fälle wo sich Wertpapieranlagen als Verlustgeschäft erwiesen haben.
    Im Moment wäre ich mit Immobilien auch etwas vorsichtig, das ist schon nah an einer Blase, bei Wertpapieren allerdings genauso.
    Wenn die Zinsen irgendwann man wieder kräftig anziehen kann das bei beiden Anlageformen zu massiven Wertverlusten führen.
    Eine vermietete Immobilie wirft dabei immerhin kontinuierlich weiter was ab und der Wertverlust ist nur virtuell solange man nicht verkaufen muss, bei Wertpapieren als Altersvorsorge sollte man immer ein Backup haben um nicht in einer Baisse verkaufen zu müssen.


  • Auch in 30 Jahren? Da machst du mit 1700 Euro keine großen Sprünge mehr.

    Ich wuerde mal davon ausgehen das man zumindest den Inflationsausgleich erzielt.



    Bei einer Immobilie in einer einigermaßen Lage arbeitet die Inflation für dich, bei einer Geldanlage arbeitet sie immer gegen dich.
    Und ich kenne auch Fälle wo sich Wertpapieranlagen als Verlustgeschäft erwiesen haben.

    So pauschal kann man das nicht sagen. Wenn man jetzt mal 20-30 Jahre zurückdenkt gibt es zwar Immobilien die sich überragend entwickelt haben, aber auch Immobilien mit denen man Verlust gemacht haette.



    Eine vermietete Immobilie wirft dabei immerhin kontinuierlich weiter was ab und der Wertverlust ist nur virtuell solange man nicht verkaufen muss, bei Wertpapieren als Altersvorsorge sollte man immer ein Backup haben um nicht in einer Baisse verkaufen zu müssen.

    Allerdings hat man bei Wertpapieren den Vorteil das man sie bequem und ohne Zusatzkosten haeppchenweise verkaufen kann. Und mal 2-3% zu einem schlechten Kurs verkaufen tut der Gesamtbilanz nicht weh.


    Eine Immobilie kann man aber nur als Ganzes verkaufen, oder beleihen, was sich aber wegen dem Aufwand und der Kosten nur bei einer grösseren Summe über eine längere Laufzeit eine Option ist.


    *****


    Fazit: Ich wuerde lieber erstmal in Geld und Wertpapieren sparen, und eine Zweitimmobilie erst dann kaufen, wenn man soviel Geld zusammen hat, das man sie cash bezahlen kann und immer noch genuegend übrig bleibt. Um das zu schaffen muesste man allerdings schon exzellent gut verdienen was nur wenigen vergoennt ist. Die meisten von uns muessen schon froh sein wenn sie sich ueberhaupt eine selbstgenutzte Erstimmobilie leisten koennen.

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    Fazit: Ich wuerde lieber erstmal in Geld und Wertpapieren sparen, und eine Zweitimmobilie erst dann kaufen, wenn man soviel Geld zusammen hat, das man sie cash bezahlen kann und immer noch genuegend übrig bleibt. Um das zu schaffen muesste man allerdings schon exzellent gut verdienen was nur wenigen vergoennt ist. Die meisten von uns muessen schon froh sein wenn sie sich ueberhaupt eine selbstgenutzte Erstimmobilie leisten koennen.


    Wie ich weiter vorne geschrieben hatte, fremdgenutzte Immobilien sind in erster Linie für Selbständige interessant, und auch nicht als alleinige Altersvorsorge, daher ist da nicht die Frage Immobilien oder Wertpapiere, sondern eher welche Anteile.
    Als nicht leitender Angestellter kann man froh sein wenn man sich selbst ein anständiges Häuschen leisten kann, für eine lohnende Immobile zur Vermietung zusätzlich muss man schon gut erben.

  • Wie ich weiter vorne geschrieben hatte, fremdgenutzte Immobilien sind in erster Linie für Selbständige interessant


    Und für gut verdienende Angestellte sind sie nicht geeignet, oder wie ;)?


    Richtig wäre gewesen:
    Eine Immobilie ist eine riskante Geldanlage mit niedriger Rendite, und darf in einem Anlageportfolio immer nur einen Anteil belegen (wenn überhaupt dann max. 25%).


    Für eine Altersvorsorge von Selbstständigen ist das sinnvoll, was z.B. die Profis von den Versorgungswerken und Lebensversicherungen mit dem Geld ihrer Kunden machen: Risikostreuung, Vermögenserhalt als oberstes Ziel! Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold.


    Wem nichts einfällt, der kauft einfach Anteile an einem ETF, und fährt damit viel besser als mit einer Immobilie.


    Martyn:
    Klar sind Immobilien nicht so einfach zu Geld zu machen. Eine Alternative wären Anteile an einem Immobilienfonds. Da sind dann auch gleich die zusätzlichen Opportunitätskosten =0.


  • Als nicht leitender Angestellter kann man froh sein wenn man sich selbst ein anständiges Häuschen leisten kann, für eine lohnende Immobile zur Vermietung zusätzlich muss man schon gut erben.

    Das ist bei den meisten Selbstständigen leider nicht anders.



    Eine Immobilie ist eine riskante Geldanlage mit niedriger Rendite, und darf in einem Anlageportfolio immer nur einen Anteil belegen (wenn überhaupt dann max. 25%).

    Diese Regel halte ich in aber in der Praxis fuer nicht realisierbar. Bei einer vernuenftigen Immobilie ist man schon bei so 230.000€ Kaufpreis + 25.000€ Grunderwerbsteuer und Notarkosten + 25.000€ anfaengliche Kleinmodernisierungen = 280.000€ dabei.


    Bei 350.000€ Gesamtersparnissen (selbstgenutzes Immobilieneigentum mal aussen vor gelassen) wuerde das zwangslaeufig einen Anteil von 80% bedeuten.



    Für eine Altersvorsorge von Selbstständigen ist das sinnvoll, was z.B. die Profis von den Versorgungswerken und Lebensversicherungen mit dem Geld ihrer Kunden machen: Risikostreuung, Vermögenserhalt als oberstes Ziel! Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold.

    So eine breite Streuung ist aber erst ab einen Millionenvermoegen machtbar.



    Klar sind Immobilien nicht so einfach zu Geld zu machen. Eine Alternative wären Anteile an einem Immobilienfonds. Da sind dann auch gleich die zusätzlichen Opportunitätskosten =0.

    Ein Immobilienfonds ist aber eben nur ein Wertpapier und keine wirkliche Immobilie, zum Anfassen und mit Grundbucheintrag.


    Und es gab ja auch schon bei Immobilienfonds genug Missmanagement und Betrug.


  • Und für gut verdienende Angestellte sind sie nicht geeignet, oder wie ;)?


    Wenn man so gut verdient dass es zusätzlich zur selbstgenutzten Immobilie ist ggf. ja, aber dann kommen wir wieder zu Risikosteruung, wenn man damit dann 100% der zusätzlichen Altersvorsorge in Immobilien hat ist das auch nicht ideal.
    Für selbstgenutzte Immobilie + vermiete Immobilie + >50% weitere Kapitalanlagen muss man schon eher das Gehalt eines leitenden Angestellten haben.


    Ich betachte mich mit >90k Brutto schon als gut verdienenden Angestellten, das würde für eine selbstgenutzte Immobilie reichen (wegen einigen privaten und beruflichen Unwägbarkeiten hat sich dazu bis jetzt nicht die Gelegenheit ergeben), aber nicht für für eine selbstgenutzte Immmobilie + eine vermietete Immobilie.
    Im Raum Mainz/ Wiesbaden muss ich für ein EFH oder ein größeres Appartment Richtung Ried bzw. Alzey inkl aller Nebenkosten derzeit rund 500.000Euro rechnen und hab dann 20-40km mehr Entfernung zur Arbeit als jetzt.


    Zitat


    Richtig wäre gewesen:
    Eine Immobilie ist eine riskante Geldanlage mit niedriger Rendite, und darf in einem Anlageportfolio immer nur einen Anteil belegen (wenn überhaupt dann max. 25%).


    Jede Anlage die mehr Zinsen bringt als Festgeld ist potentiell riskant. Bei einer Immobilie in einigermaßen Lage hat man abgesehen von Totalverlust durch nichtversicherte Elementarschäden oder eine geplatzte Finanzierung immer noch den Sachwert und Mieteinnahmen.


    Zitat


    Für eine Altersvorsorge von Selbstständigen ist das sinnvoll, was z.B. die Profis von den Versorgungswerken und Lebensversicherungen mit dem Geld ihrer Kunden machen: Risikostreuung, Vermögenserhalt als oberstes Ziel! Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold.


    Wem nichts einfällt, der kauft einfach Anteile an einem ETF, und fährt damit viel besser als mit einer Immobilie.


    Auch Profis sind schon mit Geldanlagen baden gegangen. Kein Risko, keine Arbeit und gute Rendite gibts nirgends.
    Daher keine Frage dass Risikostreung das oberste Gebot ist, aber sich allein auf Profis zu verlassen (die denken auch primär an ihre Rendite wenn die Geldanlagen vermitteln) ist auch kein Allheilmittel.


    @Anja:Um als Selbständiger deine komplette Altersvorsorge privat abzusichern musst du deutlich mehr als 400.000Euro beiseite bringen.
    Keine Frage dass das bei Weitem nicht jeder Selbständige schafft, derjenige hat dann im Alter aber auch ein Problem.
    Daher versuche ich die bei mir verbleibenden 15-20 Jahre bis zur Rente mit anständig bezahlter Nichtselbständiger Arbeit zu schaffen, auch wenn die gesetzliche Rente nicht üppig ist hab ich damit meine Fixkosten dann in Etwa gedeckt so dass die private Altersvorsorge dann nur den Lebensstandard absichern muss.


  • @Anja:Um als Selbständiger deine komplette Altersvorsorge privat abzusichern musst du deutlich mehr als 400.000Euro beiseite bringen.

    Nur wer so kerngesund ist das er mindestens 95 werden will und mit 90 noch Campingausflüge machen will. Aber das halte ich genauso utopisch wie mehr als 400.000 Vermögen anzusparenn.


    Wenn ich bei halbwegs guter Gesundheit 75 werden bin ich zufrieden, deshalb finde ich reichen so 350.000€ durchaus um die ersten gut 11 Jahre Ruhestand zu finanzieren und nebenbei Kinder und Enkel entwas zu unterstützen.


    Laut meinem Konzept wäre ich dann zwar mit so gut 78 Jahren Pleite ... aber was solls. Falls ich es erlebe befinde ich mich dahin dann in einem Zustand wo mich Geld auch nicht mehr glueklich macht.

  • Wenn ich bei halbwegs guter Gesundheit 75 werden bin ich zufrieden...Falls ich es erlebe befinde ich mich dahin dann in einem Zustand wo mich Geld auch nicht mehr glueklich macht.


    Wenn Dein Zustand jetzt schon so ist, dass Geld Dich nicht glücklich macht, dann ist das später bestimmt auch so, keine Frage.


    Real kann man bis weit über 80 Jahre fit wie ein Turnschuh sein, und gerade dann ist es extrem blöd, wenn man kein Geld hat. Man hat alle Zeit der Welt, kann sich aber nichts leisten. Das ist richtig, richtig doof!


    Die älteren Leute in meiner Umgebung haben fast alle vorausschauend geplant. Sie machen jetzt Rundfahrten auf der Rhone, fahren mit 80 mit dem Schiff 3 Monate durch die Ozeane, gehen regelmäßig ins Fitnessstudio und ins Spaßbad, erleben deutlich mehr Kultur als ich. Leni Riefenstahl hatte ihren 100. Geburtstag auf den Malediven gefeiert.


    Ich möchte damit sagen: Gerade im Alter braucht man viel Geld.
    BTT: Gut dran sind dann diejenigen, welche ihr Geld breit gestreut sicher angelegt haben. Immobilien bergen hohe Chancen, aber auch hohe Risiken. Ich selber würde sie deshalb immer nur zu einem kleinen Anteil ins Anlageportfolio nehmen.

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