Müssen solche Berichte sein (Bild-online)?

  • Zitat

    Original geschrieben von kinslayer
    Klar, aber vermarkten und kohle mit machen:flop:



    Du musst es so sehen. Boulevardzeitungen leben von der Sensationslust des Volkes (und diese Sensationslust haben die meisten, auch wenn sie es natürlich niemals zugeben würden). Und wärst du ein verantwortlicher Redakteur der damit sein Brot verdient, würdest du in keinster weise anders entscheiden. Das würde hier niemand !

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Ich wollte damit auch keinsfalls ausdrücken, dass ich solche und diesen Bericht in irgendeiner Form gutheissen kann, aber ich bin eben eiserner Verfechter von Grundrechten und -Werten, die m.E. nicht einmal im Ansatz beschnitten werden dürfen. Und auch wenn es pathetisch klingt, aber eine Demokratie muss eben eine NPD und auch solche Bilder und Zeitungen aushalten können!

    Wie heißt es im Artikel 1 des Grundgesetzes?

    Zitat

    Die Würde des Menschen ist unantastbar.


    Ich hab mir den Link nicht angeschaut, aber mit Menschenwürde (wie ich sie verstehe) ist der Eindruck, den ich aus den Postings gewinne, nicht vereinbar.


    Die Pressefreiheit wird in Art. 5 Abs. 2 eingeschränkt - zu recht!
    Wenn Du wirklich meinst, Presse solle alles machen dürfen, sei Dir "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll ans Herz gelegt. :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von oecher

    Wenn Du wirklich meinst, Presse solle alles machen dürfen, sei Dir "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll ans Herz gelegt. :rolleyes:


    Die Presse soll nicht alles machen, aber sie sollte nicht eingeschränkt werden dürfen durch konkrete Verbote/Gebote/Zensur! Mir als Jurastudent brauchst du nichts von Konkurrenzen bestimmter Paragraphen erzählen! Es ist mir völlig klar, dass die Freiheit bei der Freiheit und den Rechten des Anderen an ihre Grenzen stösst ;)


    Aber ob die Würde des Menschen angetastet wird, wenn er an einem Medien- und Tourismuskräftigen Ort Selbstmord begeht und dabei begafft/fotografiert wird ist sicherlich diskussionswürdig! Und selbst wenn das so wäre, so müsste das im Einzelfall überprüft und bestraft werden und nicht zu einer kollektiven Einschränkung im Presserecht führen und ich kann mich nur selbst zitieren: Eine Gesellschaft und eine Demokratie, die bestimmte Auswüchse produziert, kann diese nicht einfach totschweigen und verbieten, sondern muss sie ertragen und konstruktiv damit umgehen (z.B. könnte dieses Foto ja auch im Spiegel etc. sein und mit einem völlig anderen Text und damit völlig anderen Charakter versehen sein), sonst würden ja genau die qualifizierenden Werte untergraben werden.


    Meine Meinung ist quasi völlig losgelöst von dem konkreten Fall, aber kausal auf ihn anwendbar und daraus ensteht (m)eine Meinung, die für viele nicht nachvollziehbar ist ;) (typische Jura-Studenten-Subsumtions-Logik)... Man kann also etwas verteidigungsunwürdiges auch deswegen verteidigen, weil man das "Große" dahinter verteidigt ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Aber ob die Würde des Menschen angetastet wird, wenn er an einem Medien- und Tourismuskräftigen Ort Selbstmord begeht und dabei begafft/fotografiert wird ist sicherlich diskussionswürdig!

    Das Fotografieren oder direkte Begaffen ist für mich nicht das Problem - erst die komerzielle Verwertung dessen. (Das Foto geht m. E. auch über die "Informationspflicht" der Medien hinaus.)

    Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Und selbst wenn das so wäre, so müsste das im Einzelfall überprüft und bestraft werden und nicht zu einer kollektiven Einschränkung im Presserecht führen und ich kann mich nur selbst zitieren: Eine Gesellschaft und eine Demokratie, die bestimmte Auswüchse produziert, kann diese nicht einfach totschweigen und verbieten, sondern muss sie ertragen und konstruktiv damit umgehen (z.B. könnte dieses Foto ja auch im Spiegel etc. sein und mit einem völlig anderen Text und damit völlig anderen Charakter versehen sein), sonst würden ja genau die qualifizierenden Werte untergraben werden.

    Da stimme ich Dir absolut zu! Aber den Umkehrschluss, dass alles erlaubt sein muss, halte ich für verfehlt. (Ich bin mir nicht sicher, ob Du dieser Ansicht tatsächlich bist. :rolleyes: )

    Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    [...] Man kann also etwas verteidigungsunwürdiges auch deswegen verteidigen, weil man das "Große" dahinter verteidigt ;)

    Das versteh ich schon; nur halte ich beispielsweise die amerikanische Form, dass Meinungsfreiheit ein kaum antastbares Grundrecht ist, für überzogen - und nach meiner Auffassung hat die (US-)amerikanische Gesellschaft im Umgang mit Extremen auch ihre Probleme.

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