Nochmal ne kleine Uhren-Frage

  • Zitat

    Original geschrieben von Kruesi
    Wenn schon der Vergleich mit einem Auto, dann mit dem hier :top:


    [Landrover Defender]


    Dieses Auto ist für einen bestimmten Zweck gebaut, und den erfüllt es nahezu einzigartig. Kein Mensch würde auf die Idee kommen dieses Auto "verschlimmbessern" zu wollen.


    Doch, ich glaube schon, daß auch die Firma Landrover an diesem Auto immer wieder Verbesserungen vorgenommen hat, wie z. B. halbwegs zeitgemäße Sicherheits- und Beleuchtungseinrichtungen (Gurte, Airbags usw., Halogenscheinwerfer u. ä.) sowie halbwegs moderne Dieselmotoren, die auch mit weniger als 30 - 50 Litern auf 100 km/h auskommen. Wahrscheinlich verfügt auch ein Landrover inzwischen über eine Heizungs- und Lüftungsanlage und auf Wunsch über Klima, es gibt auch Leichtmetallräder und Metallic-Lackierungen. Auch wurde das Fahrwerk sicherlich mal auf einen moderneren Stand gebracht als den von 1948, und auch die Seilzug-Trommelbremsen von damals dürften inzwischen hydraulisch betätigten Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärkern und ABS (?) gewichen sein.


    Zitat

    Original geschrieben von Kruesi
    Änhlich verhält es sich z.B. mit der Sea Dweller; die war schon erprobt und wurde von professionellen Tauchern genutzt, als es viele "Standards" oder heute bekannte Techniken noch nicht gab.


    Richtig, in Ermangelung besserer Alternativen wurden damals andere Taucheruhren eingesetzt. Na und? Arbeitest Du heute noch mit einem IBM-PC von 1980, nur weil das vor 25 Jahren Stand der Technik war? Fährst Du heute noch einen Ford T-Modell aus den 1920er Jahren, nur weil es damals nichts Besseres auf dem Massenmarkt gab? Übrigens setzten professionelle Taucher in den 1950er und 1960er Jahren durchaus nicht nur Rolex-Uhren ein, sondern auch vielfach Blancpain (Jaques Cousteau verhalf mit seinem berühmten Film "Le Monde du Silence" 1956 der Blancpain Fifty Fathoms zum Ruf einer Legende, nicht der Rolex Sub) oder die Omega Seamaster. Rolex wurde deshalb zur meistgenutzten Taucheruhr, weil sie - damals! - erheblich billiger war als Blancpain oder Omega, ohne in der Qualität wesentlich schlechter zu sein.


    Zitat

    Original geschrieben von Kruesi
    Sie ist vielleicht die robusteste Uhr der Welt und man kann sich auf sie verlassen, genau wie auf den Landy. Nicht mehr und nicht weniger !


    Auch das halte ich für einen Mythos. Ich wette mit Dir um jeden Betrag, daß ich auch eine Seadweller nicht von einem 15 m hohen Gebäude auf die darunter befindliche Straße werfen kann, ohne daß die Uhr beim Aufprall aufs Pflaster derartig beschädigt wird, daß man sie eigentlich nur noch als wirtschaftlichen Totalschaden bezeichnen kann. Mit einer digitalen Casio G-Shock würde mir dieses unangenehme Erlebnis erspart bleiben, die hält auch noch ganz andere Dinge aus. OK, die G-Shock mag zwar aussehen wie ein Stück aus 'nem Brückengeländer, und auch sie trüge bei einem solchen Schocktest ein paar Kratzer davon, aber das wär's dann auch schon. Deine Rolex wäre dagegen mit ziemlicher Sicherheit ein Fall für die Altmetallsammlung oder ein Kandidat für eine wirklich teure Reparatur.


    Viele Grüße und einen
    Happy Day

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

  • Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Subjektiv, in der Tat. Ich komme mit harten Fakten wie z. B. der Verarbeitungsqualität, und mit dem Image, das eine Marke innerhalb einer vergleichsweise kleinen Szene von Kennern hat. Du dagegen führst den Eindruck an, den eine breite Masse horologisch Ahnungsloser von einer Marke haben mag, ohne die Uhren, über die sie urteilen, je am Handgelenk oder gar mit geöffnetem Gehäuse gesehen zu haben. Das ist ungefähr so aussagekräftig, als wenn ich eine Masse von Leuten ohne Führerschein darüber abstimmen lasse, welcher Sportwagen bei Tempo 250 wohl die beste Kurvenlage hat, und dabei nicht vorher feststelle, daß 99 % aller Abstimmungsberechtigten nicht nur gar nicht Autofahren können, sondern überhaupt nur vier oder fünf Automarken kennen, unter denen sich genau eine befindet, die Sportwagen baut.


    Deine Beleidigungen von wegen posen und so spart dir bitte! Ich beleidige dich ja auch nicht.


    Und jetzt mal Butter bei die Fische: wo sind die bzw. deine harten Fakten??? Mehr als Behauptungen stellst du hier nicht auf! Poste mal bitte Statistiken, Erhebungen, objektive (!) Tests/Erfahrungsberichte, die deine Ausführungen/Behauptungen stützen (z.B. in Bezug auf Rolexqualität und Ansehen von Uhrenmarken bei Uhrenfreaks und bei Otto-Normalverbraucher). Und: Wer ist denn die von dir zitierte "vergleichsweise kleine Szene von Kennern" (zu der du ja offensichtlich dazugehörrst, so überzeugt wie du von deinen Meinungen/Behauptungen bist)? Wie kann ich mit dieser obersten Instanz Kontakt aufnehmen, um mir das von dir Geschriebene bestätigen zu lassen? Mich interessiert das sehr, da ich bisher nur mit Leuten der Kategorie "breite Masse horologisch Ahnungsloser" über Uhren diskutiere.



    Brazzo

    FCB forever No. 1


    "Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste Geschenk." [Daphne du Maurier (1907 - 89), engl. Schriftstellerin]


    Geht der Reichtum der Welt zu Grunde, dann stirbt die ROLEX zuletzt.

  • Das sagt gerade der Richtige, Mr. SEGA alias "Ich habe Ahnung von Uhren und von Manufakturkalibern und Panerai ist eine Modeuhr"... :D:D


    Wer im Glashaus sitzt, braucht einen breiten Fensterwischer... ;)

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Zitat

    Original geschrieben von Brazzo
    Deine Beleidigungen von wegen posen und so spart dir bitte! Ich beleidige dich ja auch nicht.


    Das mit dem Posen war nicht einmal als Beleidigung gedacht, sorry, wenn's so ankam. Aber wenn sich jemand eine Super-Hyper-Profi-Taucheruhr kauft, die zum Tauchen aufgrund ihrer Designmängel - wozu übrigens auch die auf Hochglanz polierten Gehäuseflanken und Bandglieder gehören, weil das Glitzern unter Wasser einen ähnlichen Effekt hat wie ein Blinker beim Angeln: es lockt Fische an, darunter eben auch solche, auf deren nähere Bekanntschaft die wenigsten Taucher in exotischen Gewässern Wert legen - ohnehin nur eingeschränkt tauglich ist, und sie dann nicht einmal zum Tauchen benutzt, dann stellt sich doch ganz natürlich die Frage, wozu sich jemand eine solche Uhr sonst gekauft hat, findest Du nicht auch? Das ist doch ähnlich wie mit den hunderttausenden von Geländewagen, die heute auf Deutschlands Straßen unterwegs sind und die noch nie Terrain abseits befestigter Straßen gesehen haben und auch niemals sehen werden. Die meisten davon würden trotz Allradantrieb ohnehin bereits steckenbleiben, sobald der matschige Teil der Wiese beginnt - was sich einerseits mit der wahren Geländegängigkeit dieser "SUV" und andererseits mit den mangelnden Fahrkünsten ihrer Piloten trefflich erklären läßt. :) Bloß: Wozu haben dann so viele Leute einen solchen Geländewagen? Vermutlich aus denselben Gründen, aus denen überzeugte Nicht-Taucher die klotzigsten Taucheruhren tragen. Ich habe diesen Umstand mit dem Wort "Posen" zusammengefaßt, bitte, wenn Du Dich durch dieses Wort persönlich angegriffen fühlst, kannst Du hier Deinen eigenen Begriff dafür eintragen:


    __________________________________________________________


    (Aber bitte in leserlichen Blockbuchstaben schreiben, gell?) :D


    Zitat

    Original geschrieben von Brazzo
    Und jetzt mal Butter bei die Fische: wo sind die bzw. deine harten Fakten??? Mehr als Behauptungen stellst du hier nicht auf!


    Poste mal bitte Statistiken, Erhebungen, objektive (!) Tests/Erfahrungsberichte, die deine Ausführungen/Behauptungen stützen (z.B. in Bezug auf Rolexqualität und Ansehen von Uhrenmarken bei Uhrenfreaks und bei Otto-Normalverbraucher). Und: Wer ist denn die von dir zitierte "vergleichsweise kleine Szene von Kennern" (zu der du ja offensichtlich dazugehörrst, so überzeugt wie du von deinen Meinungen/Behauptungen bist)? Wie kann ich mit dieser obersten Instanz Kontakt aufnehmen, um mir das von dir Geschriebene bestätigen zu lassen? Mich interessiert das sehr, da ich bisher nur mit Leuten der Kategorie "breite Masse horologisch Ahnungsloser" über Uhren diskutiere.


    Nur als kleiner Hinweis: Da nicht die gesamt Welt im Internet verlinkt ist, lassen sich für einige Dinge beim besten Willen keine Links posten. Nur als Erinnerung: Es gibt auch noch eine Welt außerhalb des Internets.


    Zum Thema Finishqualität innerhalb eines Rolex-Gehäuses lies einfach mal folgenden Artikel (OK, ein bißchen Englisch solltest Du dazu schon können):


    http://www.timezone.com/library/horologium/horologium0036.



    http://www.timezone.com/librar…ologium631675591245315012


    ist noch interessanter, weil man dort ein paar sehr schöne (bzw. für Rolex-Fans eher unschöne) Fotos eines typischen Rolex-Uhrwerks sieht. Die Verarbeitungsqualität läßt sich für eine Uhr in der Preisklasse treffend mit dem Wort "erbärmlich" beschreiben. Zum Vergleich dazu ist auch ein Foto dabei, das ein ordentlich verarbeitetes Werk zeigt. Dies zeigt keine Rolex, sondern ein Werk von IWC, von dem Walt Odets zu Recht sagt, daß so wohl der zu erwartende Mindeststandard in dieser Preisklasse auszusehen hätte.


    Interessant ist auch, daß schon innerhalb der großen Gemeinde der Rolex-Fans viele versucht haben, Walt Odets Bericht als Fälschung oder Manipulation zu widerlegen. Gelungen ist das m. W. bisher niemandem. Die z. T. sehr schönen Aufnahmen von Rolex-Uhren von außen sind nämlich kein Beleg dafür, daß die Uhren von innen ebenso sauber verarbeitet sind. Und auf das Vorzeigen von "Innenaufnahmen" ihrer Uhren verzichten Rolex-Besitzer; da fragt man sich doch unwillkührlich "warum bloß, wenn's da nichts zu verbergen gibt", oder wenn sich durch Vorzeigen erhärten ließe, daß Walt Odets Uhr einfach nur ein "Montagsmodell" war, bei dem offensichtlich sämtliche Instanzen der Qualitätskontrolle bei Montres Rolex versagt haben müssen.


    Um die Designmängel bzgl. der Bandanstöße und des Glases zu zeigen, brauche ich Dir wohl keinen anderen Link zu nennen als den zu Deinem eigenen Handgelenk, gell? (Hier gilt wieder, was ich über die Welt außerhalb des Internets gesagt habe.)


    Was das Ansehen von Rolex u. a. Marken angeht: Du selbst hast doch gesagt, daß die breite Masse von Uhren keine Ahnung hat. Du hast es mit den Worten ausgedrückt "die anderen Marken [außer Rolex und Breitling] sind Otto Normalverbraucher unbekannt", ich habe dies mit den Worten der horologisch Ahnungslosen auf den Punkt gebracht. Na und? Um eine Einsicht zu formulieren, die wir ohnehin beide teilen, brauche ich wohl keine Statistiken, oder?


    Und was die Unterschiede zwischen den wirklichen Edelmarken und Rolex angeht, wendest Du Dich am besten mal an Deinen Uhrmacher und bittest ihn um den Vergleichstest, den ich Dir bereits vorgeschlagen habe.


    Wenn Dein Uhrmacher nicht gerade ein Rolex-Fanatiker ist, wird er sicherlich zustimmen, den "Mythos Rolex" mal mit ein paar objektiven Einblicken ins Gehäuse ins rechte Licht zu rücken.


    Und wenn er ganz ehrlich ist, wird er Dir auch noch sagen, daß das Rotorlager von Rolex - im Gegensatz zu dem, das in praktisch allen anderen Werken steckt - nach etwa zehn bis zwölf Jahren zu einer weiteren Quelle des Ärgernisses werden wird. Der Grund dafür ist konstruktiv bedingt: Rolex verwendet für die Lagerung der stählernen Rotorachse einen synthetischen Rubin. (Diesen kannst Du auf den Fotos im ersten Teil von Walt Odets Bericht sehr gut erkennen.) Diese unglückliche Kombination zweier beweglicher, gegeneinander reibender Teile aus Rubin und Stahl verursacht durch die so unterschiedlich hohen Materialhärten einen derartigen Abrieb bei der Rotorachse (als dem weicheren Teil), daß sich diese im Laufe der Zeit schlichtweg abschleift (=verkürzt), bis der Rotor beginnt, auf dem Gehäusering entlangzuschleifen. Die Folge: Durch die erhöhte Reibung des Rotors wird die Effizienz des Aufzugs erheblich vermindert, außerdem schleifen sich auch die Unterseite des Rotors und der Gehäusering ab. Und das der dabei entstehende Metallstaub für die empfindlichen Teile eines Uhrwerks nicht gerade förderlich ist, das wirst Du wohl auch ohne weitere Hyperlinks glauben, diese Einsicht vermittelt schon der gesunde Menschenverstand.) Im Gegensatz dazu verwenden praktisch alle namhaften Hersteller einen kugelgelagerten Rotor (Stahlachse in bewegliche Stahlkugeln gelagert, damit zwar geringfügig geringere Aufzugseffizienz bei gleicher Größe, aber praktisch keinerlei Materialabrieb), der auf einem Patent der Firma Eterna aus dem Jahre 1948 beruht. Man kann darüber spekulieren, aus welchen Gründen sich Rolex bis heute dieser wirklich besseren Lösung verschlossen hat; ich weiß nur, daß es keine patentrechtlichen Gründe sein können. Die etwas geringere Aufzugseffizienz kann man heutzutage übrigens spielend durch höhere Schwungmassengewichte und stärkere Kugellager kompensieren.


    Wie Du siehst, blättert vom Mythos der angeblich allen anderen Uhren so haushoch überlegenen Rolex eine ganze Menge ab, wenn man beginnt, sich einmal mit den Einzelheiten des Innenlebens zu beschäftigen.


    Das Witzige an der ganzen Sache ist, daß Hans Wilsdorf (+ 1961) diesen Mythos und diesen Objektkult um seine Erfindung der wasserdichten Automatikuhr wohl nie gewollt hätte. Er wollte tatsächlich nur eine sehr gute Gebrauchsuhr bauen, was ihm für die damaligen Verhältnisse ja auch gelungen ist, aber sicherlich nicht dieses Kultobjekt, das seine Nachfolger daraus gemacht haben. Wilsdorf war ein Mann, der Fortschritt wollte, keinen Stillstand, und ganz sicher auch nicht diesen Grad an Mystifizierung, den die Rolex-Uhren durch unreflektiertes Nachplappern von Marketing- und Werbefloskeln heute erfahren. Denn diese Mystifizierung hat zwar nicht kommerziell und produktionstechnisch, aber doch uhrentechnisch, zum Hirntod der Marke Rolex als einem einstigen Motor des Fortschritts in der Uhrenindustrie geführt. Die letzten größeren Innovationsbemühungen bzgl. der Produkte fanden bei Rolex in den 1970er Jahren statt, in den Bemühungen um eine Antwort auf die japanische Quarz-Offensive, die die einst so beschaulichen Zeiten in der Schweizer Uhrenindustrie zu einem so jähen Ende verhalf. Das Ende vom Lied war, daß Rolex die Entwicklung technologisch fortschrittlicher Produkte einstellte und statt dessen beschloß, sich selbst zu einem Mythos hochzustilisieren, zu einer Personifizierung guter alter Uhrmachertradition der robusteren Art. Dies ist ihnen, und auch das erkenne ich an (und habe es ja auch nie in Abrede gestellt) trefflich gelungen, hat aber mit der Qualität der heutigen Produkte, wie sie zu heutigen Preisen verkauft werden, überhaupt nichts mehr zu tun.


    Viele Grüße und einen
    Happy Day

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

  • Happy day: Also ich kenne diesen Walt Odets nicht, habe jetzt auch keine Zeit mehr über ihn zu recherchieren. Aber ich akzeptiere, das die Uhr, die er auseinander genommen hat, keine Qualität aufweist, die ihren Preis rechtfertigt. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass Rolex grundsätzlich schlechte Qualität abliefert. Watchbizz, ein auch in der "vergleichsweise kleinen Szene von Kennern" anerkannter Verlag (Verlag versch. Uhrenfachzeitschriften und Betreiber des watchbizzforum.de) testete 1999 die Submariner. Zum Werk heißt es in dem Test "Traum aller Uhrmacher, wartungsfreundlich, optisch schönes chronometergeprüftes Manufakturwerk...". Zum Gehäuse heißt es: "Sehr gut verarbeitetes, schweres Oystergehäuse, ..., scharfe Kanten an den Bandanstößen,... Der Test ist unter http://www.watchbizz.de nachzulesen (einfach auf "Tests" klicken, dann auf "Rolex", leider lässt sich die Seite nicht verlinken).
    Peter Braun, Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher über mechanische Armbanduhren (einfach googeln, da findet sich ein Haufen Literatur von ihm) schreibt im "Armbanduhrenkatalog 2004" (Seite 296) zu Rolex-Werken: "...Von der Konkurrenz belächelt, hat man unbeirrt an robusten (und robust dimensionierten) Werken gearbeitet: Prämisse der von der weitgehend autarken Manufaktur produzierten Uhrwerke ist deren absolut verlässliche Funktionstüchtigkeit gepaart mit höchster Fertigungsqualität...".


    Ich vertraue auf die Urteile dieser Mitglieder der "vergleichsweise kleinen Szene von Kennern". Daneben bin ich u.a. im watchbizzforum aktiv. In diesem Forum schreiben viele User über ihre persönlichen Erfahrungen mit Rolex-Uhren. Dazu gehören positive wie negative Berichte, aber nie ist da ein pauschales Urteil zu lesen wie "der Test soundso kam zu dem Ergebnis, das ein bestimmtes Detail (z.B. Sitz der Lupe) positiv bzw. negativ ist, deshalb ist dieses Detail bei allen Rolex positiv bzw. negativ"...



    Brazzo

    FCB forever No. 1


    "Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste Geschenk." [Daphne du Maurier (1907 - 89), engl. Schriftstellerin]


    Geht der Reichtum der Welt zu Grunde, dann stirbt die ROLEX zuletzt.

  • Zitat

    Original geschrieben von Bob_Harris
    Hallo HappyDay,
    auch von meiner Seite an dieser Stelle mal vielen Dank für die große Mühe, die Du Dir beim Schreiben hier immer gibst! :top:


    Danke für die Blumen :)

    Zitat

    Original geschrieben von Bob_Harris
    Was mich interessieren würde, weil Du es schon 2-3 Mal geschrieben hast: Was genau ist bei Rolex-Uhren am Werk schlecht verarbeitet? Die Uhren haben ja i.d.R. das Chronometer-Zertifikat, m.a.W. die Verarbeitung kann sich nicht (erheblich) negativ auf die Ganggenauigkeit auswirken. Die Haltbarkeit von Rolex-Uhren ist auch mehr oder weniger unbestritten. Was ist es also dann und welche Auswirkungen hat es?


    Sieh Dir einfach mal die Bilder an, die in dem Artikel von Walt Odets, besonders im Teil 2 des Artikels, abgebildet sind.


    Darf so das Werk einer Uhr aussehen, die mehr als 3000 Euro kostet? Die haben sich ja nicht einmal die Mühe gemacht, die Werkzeugspuren der maschinellen Fertigung zu beseitigen. Laß Dir den Betrag von > 3000 Euro angesichts dieser Bilder noch einmal auf der Zunge zergehen, überlege Dir, wie lange Du dafür arbeiten mußt, und dann sieh Dir mal Bilder von modifizierten ETA-Werken an, wie sie z. B. von Omega, Breitling oder IWC verbaut werden (Die Seite Time Zone Forums ist da z. B. eine wahre Fundgrube). Dann siehst Du auch ganz klar, daß es selbst Omega und Breitling trotz erheblich günstigerer Preise ganz locker schaffen, eine bessere Finishqualität auf die Beine zu stellen als die Marke mit dem Krönchen. Von den wirklich edleren Marken wie Audemars Piguet, Jaeger LeCoultre usw. bis hin zu Patek Philippe wollen wir dabei gar nicht sprechen.


    Mit der Ganggenauigkeit hat das alles primär nicht viel zu tun, aber diesbezüglich habe ich ja auch Rolex nicht kritisiert.


    Aber ganz ehrlich: Meine Mühle-Glashütte M12 kostet gerade mal ein Fünftel von dem, was eine Rolex kostet, und sie läuft ohne Chronometer-Schein keineswegs ungenauer (nach erfolgter Nachregulierung noch nicht einmal eine Sekunde Schnellgang in 14 Tagen, das sind schon fast quarzverdächtige Werte). Meine Omega Seamster GMT mit C.O.S.C.-Zertifikat macht ohne jegliche Nachregulierung pro Tag 1,5 - 2 Sekunden Plus, ist also durchaus mit einer Rolex vergleichbar. Rolex ist also keineswegs der einzige Hersteller, der hochpräzise und auch robuste Mechanikwerke bauen kann. (Wobei ich damit jetzt keinesfalls behaupten will, daß eine M12 in allen Aspekten einer Rolex Explorer I ebenbürtig wäre, denn das ist sie ganz sicher nicht. Aber eine Omega Semaster GMT ist mit Sicherheit technisch nicht derartig minderwertiger, daß sich daraus eine Rechtfertigung ableiten ließe, für eine in Funktion und Genauigkeit vergleichbare Rolex GMT Master mehr als das Doppelte zu verlangen.)


    Dazu kommt bei Rolex die von mir bereits erwähnte Langzeit-Problematik mit den Rotoren, und das hat etwas mit der Zuverlässigkeit der Rolex-Werke, genauer des Aufzugs, zu tun. Wie gesagt, es ist bis heute unerklärlich, warum Rolex die Rubinlagerung des Rotor nicht längst durch ein erheblich zuverlässigeres und langlebigeres Kugellager ersetzt hat. Vielleicht kann ja Brazzo oder ein anderer der hier regelmäßig lesenden/schreibenden Rolex-Fans darüber Auskunft erteilen. Bitte ihn einfach mal freundlich darum. ;)


    Dazu kommen noch die jämmerlichen Stahlbänder mit ihren Hohlgliedern (gefalztest Stahlblech statt massiver Stücke) und den nicht zu den Steglängen passenden Anstößen sowie die über die Lünette überstehenden, nicht entspiegelten Gläser, die dann noch nicht einmal bombiert sind.
    Auch das hat nichts mit der Ganggenauigkeit des Uhrwerks zu tun, ist aber m. E. angesichts der Rolex-Preise schon ziemlich nahe am Tatbestand der Übervorteilung von Kunden. :(


    Kommen wir trotzdem, bei aller berechtigten Kritik an Rolex, zu ein oder zwei Punkten, in denen Rolex wirklich gut ist:

    Die Werke an sich (nicht der Aufzug) sind tatsächlich der Traum eines jeden Uhrmachers, zwar nicht im Finish, aber wenn's um Reinigung, Zerlegung und Regelage geht. Die einzelnen Komponenten sind relativ groß (im Verhältnis zu den sehr filigranen Teilen aus Manufakturkalibern von Patek Philippe sogar geradezu gigantisch) und damit geht neben einer leichten Wartung und Austauschbarkeit auch eine hohes Maß an Robustheit einher. Und der Regulator erlaubt die Feintrimmung des Uhrwerks auf die Sekunde genau - bei Standardwerken von ETA, die mit dem Standard-Regulator ETACHRON ausgestattet sind, praktisch ein Lotteriespiel für jeden noch so guten Uhrmacher, denn beim ETACHRON-Standard-Regulator sind nur Fünf-Sekunden-Intervalle sicher einstellbar. Einschränkend muß aber gesagt werden, daß alle besseren Hersteller, die modifizierte ETA-Werke verbauen, den ETACHRON-Regulator durch eigene, erheblich bessere Entwicklungen ersetzen.


    Durch den durchaus soliden Aufbau des Werkes und die vergleichsweise hohen Materialstärken betragen die durchschnittlichen Wartungsintervalle bei einer Rolex etwa sieben bis acht Jahre. Bei den meisten Uhren mit ETA-Werk sind es nur etwa fünf Jahre. Allerdings schafft sich Rolex für die längeren Wartungsintervalle einen "Ausgleich" dadurch, daß eine komplette Überholung der Uhr teurer ist als bei Omega oder Breitling. Während die Marke mit dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets etwa 150 bis 200 Euro für eine Überholung nach fünf Jahren verlangt, sind bei Rolex Beträge zwischen 280 und 350 Euro im Spiel. Eine "Feld-Wald-und-Wiesen-Uhr" wie meine M12 lasse ich nach fünf Jahren übrigens für gerade mal 50 - 60 Euro komplett checken. :)


    Du siehst, eine Rolex-Uhr bietet also durchaus Vorteile. Wenn Du z. B. die nächsten sieben bis acht Jahre auf einer einsamen Insel zu verbringen gedenkst, auf der es garantiert keinen Uhrmacher gibt, bist Du mit einer Rolex besser ausgerüstet als mit jeder anderen mechanischen Uhr. Alternativ könntest Du Dir aber auch eine solargetriebene und wasserdichte digitale Casio G-Shock umschnallen, das würde Dich dann vermutlich nur ein Zehntel dessen kosten, was die Rolex kostet, und die Casio hätte vermutlich noch etwa zwanzig Funktionen mehr zu bieten nebst einer höheren Ganggenauigkeit als jede Mechanikuhr der Welt. ;) Der einzige Nachteil: Dafür sieht die Casio Sch... aus. Was auf einer einsamen Insel allerdings niemanden großartig stören würde ... ;)


    Noch einmal: Ich vertrete keineswegs die These, daß Rolex schlechte Uhren baut. Sie bieten nur mittlerweile angesichts ihrer Preise einfach zu wenig realen Gegenwert, keinerlei Innovation mehr, und sie versuchen, diesen Umstand mit "Mythos" und "Uhrenlegende" zu überspielen, indem sie vergangenen Ruhm und seit Jahrzehnten zum Standard zählende Eigenschaften bemühen und damit versuchen, ihre Uhren zu einer Art Ersatzreligion aufzubauen. Bei einigen Leuten funktionieren solche Marketingtricks auch, bei anderen dagegen nicht. Diejenigen, bei denen es nicht funktioniert wissen, daß es heutzutage robuste, ganggenaue, zuverlässige und wasserdichte Automatikuhren gibt wie Sand am Meer. Diejenigen, bei denen das Rolex-Markteting funktioniert, werden es vielleicht auch irgendwann begreifen. Und wenn nicht, ist das auch nicht schlimm, denn das kostet nicht mein Geld. :D


    Viele Grüße und einen
    Happy Day

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

  • Hi,


    da möchte ich mich auch kurz einklinken.


    1. Zitat: "dann stellt sich doch ganz natürlich die Frage, wozu sich jemand eine solche Uhr sonst gekauft hat, findest Du nicht auch?"


    Für mich persönlich stellt sich diese Frage eben nicht, weil jeder doch kaufen und benutzen soll, was er will bzw. was gesetzlich erlaubt ist. Wer einen SUV fahren will - why not? Mich stört es nicht. Auch nicht, wenn der Besitzer den "Matsch aus der Dose" draufspritzt. Soll er doch, sein Geld.


    Und wie gesagt: Natürlich tauche ich keine 300 oder noch mehr Meter tief, liebe aber DENNOCH Divers und möchte dafür auch nicht kritisiert werden. Denn MEINE Gründe sind:


    Eine Diver, mind. 20 bar, besser 30 und mehr, ist konstruktiv absolut robust, dicht, salzwasserbeständig, antimagnetisch und stosssicher (Incabloc). Ein guter Freund am Handgelenk, der wirklich alles mitmacht. Wenn man dazu steht, auch eine für ALLE Gelegenheiten. Selbstverständlich kann es für bestimmte Gelegenheiten auch noch eine chicke Zweituhr sein, die dünner, leichter und eleganter ist.


    Noch abschliessend zu der Rolex-Diskussion: Ich bin zwar auch Anfänger im Uhrenmetier, habe aber natürlich bis jetzt viel gelesen. Und ich sage: Ihr habt beide recht. Denn als Tenor von Postings in allen möglichen Foren (engl. + deutsch) halte ich einfach mal fest: Die Rolex ist grundsätzlich schon ein solide, gute Uhr, mit der man in diesem Anfangspreissegment (von guten Markenuhren) schon nichts falsch macht. Auch hat sie in der Tat einen gewissen "Neidfaktor" und einige Leute - die, die keine haben - reden sie bewusst schlechter, als sie ist. Dazu noch das Image einiger Prolls. Aber dennoch: Die Rolex ist nicht schlecht, sondern sogar für den Preis gut - aber wirklich nicht pefekt. Denn die aufgezählten Kritiken von HappyDay finden sich wirklich genau so in vielen Beiträgen. Das stimmt einfach. Allerdings fallen die Punkte Rollexträgern (Nicht-Fachleuten) kaum auf, da ausser dem überstehenden Glasrand alle anderen Punkte ja "innen" sind. Ok, das klappernde Band stört noch. Und ich stimme HappyDay auch dahingehend zu, dass sich Rolex wahrscheinlich auch gar keinen Ruck geben WILL, um die offensichtlichen Kritikpunkte mal abzuschaffen. Der Mythos (wenn es denn wirklich einer ist) soll ja weiterleben. Und so lange sie mannfigfaltig kopiert werden und trotzdem gute Stückzahlen verkaufen, ruhen sie sich einfach darauf aus.


    Aber ich möchte neutral bleiben. Es ist alles relativ. Wenn man kostengünstige (nicht billige) Uhren gewohnt ist (sagen wir mal < 500 €), so ist die Rolex auf jeden Fall erstrebenswert, da sie schon gut ist, keine Frage.


    Wer jetzt jedoch richtig teure Uhren gewohnt ist, der könnte mit den Mängeln der Rolex wohl nicht leben (kann ich gut verstehen) und würde mir auch für mehr Geld eine andere Marke holen, die objektiv einfach perfekter ist, z. B. Breitling. Da ich das Geld aber nicht habe, ist dies nur rein rhetorisch zu sehen.


    Gruß
    Sackgesicht

    Vom Handy weg und zum Uhrentripp gekommen (natürlich nur mechanisch) und nun wieder zusätzlich zum Handy.

  • Hi,


    neben der Stowa Seatime nun für mich noch ins Blickfeld gerückt:
    Mido Multiford und Mido All Dial. Rein optisch macht die Seatime aber noch den besseren Eindruck.


    Werde mir die Midos mal vor Ort ansehen.


    n3o.

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