Wer benutzte nach 1992 das C-Netz?

  • Echt? Aber die Zapfsäule hat den Betrag doch trotzdem angezeigt. I

    Die Zapfsäule ging aus, die hat gar nichts mehr angezeigt, digitale Anzeige gab es damals schon, die Rollenzähler liegen noch weiter zurück ^^

    o2 Free M Boost + Magenta Gönn im iPhone 15 Pro

  • Echt, ich kenne insgesamt vier Arten von Zapfsäulen:


    1) Rollenzähler
    2) mechanische 7-Segment Anzeige
    3) Flüssigkristall 7-Segment Anzeige
    4) Videoscreen und teilweise sogar Touchscreen

    Das ein C-Netz Telefon eine Zapfsäule komplett resettet wundert mich aber schon.

  • Man merkt das du jünger als die Mobilfunnetze bist ;)

    So ein bisschen aus meiner Erinnerung:

    Als Azubi im ersten Lehrjahr durfte ich noch meinem Chef über die Schulter schauen als er den letzten C-Netzvertrag für einen Kunden ausfüllte (der ging dann anschließend per Fax an den Netzbetreiber).

    Auch durfte ich einen "Bekannten" meines Chefs kennen lernen der bei uns im Laden mobil telefonieren konnte denn sein, dem Siemens Megaset 930 ähnliches "schnurloses Telefon" konnte über das im Auto eingebaute C-Netz Gerät telefonieren (bin mir nicht mehr sicher ob im Auto ein Siemens oder ein Sony Gerät war...).

    Kurze Zeit später erhielten wir die ersten D-Netz Geräte (Netz war bei uns noch nicht verfügbar). (Die letzten 3 C-Netz Portables lagen noch in unserer Verkaufsvitrine).


    Es kam ein Orbitel Portabel (da konnte man sowohl im Hörer als auch der Basis die Telefonkarte einlegen), und das Motorola International 1000 welches zunächst als Festeinbau und kurz darauf auch mit "Rahmen" als Portable kam.
    Das hatten wir dann als preisgünstiges Gerät bald in der Werbung - ich meine in den ersten 4-12 Wochen stürtze der Preis von 3999,-DM, über 1999,-DM auf 999,-DM zu dem es dann in die Werbung kam - aber praktisch war der Preis am Werbetag schon bei 799,-DM.

    Naja, da konnte man in kurzer Zeit schon 10-20 Stück verkaufen.

    Wenige Monate später kamen dann die ersten Handys. Nokia 1011, Ericson GH172. Wir hatten immer noch keinen Empfang im Laden, so ging ich mit nem Kunden und dem Nokia vor die Tür. Wegen irgendwas musste ich kurz rein - bis ich 2 Minuten später beim Kunden zurück war konnte er und das Gerät nicht mehr gefunden werden.

    Ich bin mir nicht sicher ob es zu diesem Zeitpunkt schon bei 999,-DM lag oder noch teurer.

    Das Ericson GH197 , ein "winziges" Gerät kam dann auch recht bald und ich meine mich noch zu erinnern das hier der Preissturz ähnlich wie beim o.g. Motorola war = 3999,-DM, bis runter zu 899,-DM ging ganz schnell.


    Dann erste Werbung zu Knallerpreisen:

    Motorola International 3200 - 99,-DM.

    Irgendwann später ein Alcatel Handy für 1 Pfennig (zuerst war 1,-DM geplant) - da gabs aber viele technische Probleme - wie ich überhaupt mit Alcatel Telefonen nur an Probleme erinnere.


    So, wir haben 1992 angefangen...


    Ich springe mal auf 1998. Sechs Jahre später gab es die "Telefon Katastrophe".

    http://www.wannweil.de/vereine…k/1998/1998rueckblick.htm (nach August suchen)


    weitergehende Artikel:

    https://groups.google.com/g/de…fallrettung/c/pqG9nraoqBg


    In der Nachbarstadt brach das Telefonnetz nach einem Brand zusammen. In kürzester Zeit wurden alle Mobilfunkgeschäfte leer gekauft. Denn zu diesem Zeitpunkt, 6 Jahre nach dem Start, hatte einfach bei weitem nicht jeder ein Handy. Eigentlich muss man sagen das es noch sehr viele nicht für relevant hielten - das sollten mal die Geschäftsleute nutzen. Privat braucht man das nicht.

    Nun aber war auf unbekannte Zeit keine Festnetznutzung möglich und viele tausend Menschen musste in kürzester Zeit mit Geräten versorgt werden.


    Ich denke es war zwischen 98 und 2002 als mein Arbeitgeber dann mehrere Netzbetreiber ins Sortiment aufnahm und ich erstmals Tarifvergleichslisten erstellte um den Kunden gegenüber aussagefähig zu sein was für sie der beste Anbieter war.


    Wir waren ein relativ großer Elektronikhändler. So langsam kam die Zeit wo die Verkäufer aus allen Abteilungen im Bereich Mobilfunk halfen = wer sonst Fernseher, Waschmaschinen oder Hifigeräte verkaufte tümmelte sich bei Mobilfunk weil so viel Nachfrage war.

    Die Kunden kauften teilweise (vor Weihnachten) auch gleich mehrere Prepaidpakete zu Preisen zwischen 30 und 400,-DM.


    2002 wechselte ich den Arbeitgeber und verkaufte im Versandhandel jährlich 6 stellige Summen an Laufzeitverträgen.

    Der Massenmarkt war da - gefühlt hatte noch nicht jeder aber doch die meisten ein Handy.


    2007 bin ich raus aus dem Mobilfunkmarkt - so kann ich leider nichts über die Entwicklung der Smartphones erzählen.

    Ok, von Benq (ehemals Siemens) durfte ich Bilder sehen die wenige Monate später in Erinnerung kamen als Apple sein iPhone vorstellte - aber da war Benq Mobilfunk schon Geschichte.

    Das iPhone muss die Handelslandschaft stark verändert haben (wir konnten alles verkaufen, so lange Nokia drauf steht).

    Und heute ist es, für mich als Außenstehenden, so das gefühlt 40% der Menschen ein iPhone haben, 40% ein Samsung und der Rest experimentiert mit allem möglichen, unter anderem sind die Chinesen stark vertreten.



    Ich würde sagen wer 2001 geboren wurde hat die Evolution verpasst aber ist passend zu einem Massenmarkt vom Start weg mit dabei ;)


    Nun warten wir auf das schon ungefähr 1995 in der Connect beschriebene, implantierbare Mobilfunkgerät. Damals war noch die Rede davon es in den Backenzahn einzubauen. Praktisch wird es aber wohl eher ne Mischung aus Kontaktlinse und Ohrstöpsel.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Ich hatte echt viel Freude dabei das zu lesen :D Danke für den schönen Text, ich habe eine Menge gelernt!

  • Hallo,


    bin eher per Zufall auf diesen interessanten Thread gestoßen. Freut mich, dass du als junger Mensch dich für diese Technik interessierst.


    Die 0171 77... er-Nummern haben wir hier auch und zwar als Geschäftskundenkarten der Telekom. Ob die mal als Duo-Karten angeboten wurden, weiß ich gar nicht mehr.


    Selbst bin ich Anfang 1989 (März?) zum C-Netz gekommen. Mit einem für 4.500 DM gebraucht gekauften AEG-Porty (Inflationsbereinigt sind 4.500 DM im Jahr 1988 so viel wie heute 4.589 € ... gibt solche Inflationsrechner im Netz). Die blaue Berechtigungskarte gab's damals "to go" im Telefonladen der Bundespost. Stamme aus Berlin und war dort im Telefonladen, wo man mir nach kurzem Ausfüllen eines Formulars die sofort freigeschaltete blaue Telefonkarte Typ C aushändigte. Typ C bedeutete damals Magnetstreifen und Chip, da es unterschiedliche Hardware gab. Die einen (vorwiegend ältere Einbautelefone) konnten nur den Magnetstreifen lesen, die aller neusten Telefone damals haben schon den Chip gebraucht. Die Rufnummer begann mit 0161 - 131 .... Wobei die 3 an zweiter Stelle das HLR für Berlin bedeutete. Da war auch nix mit Bonitätsprüfung oder Schufa, die Karte gab's zum Mitnehmen. Auf der Telefonrechnung standen damals nur Grundgebühr, Summe der Einheiten und die Gesamtsumme. So ein Einzelentgeltnachweis mit Auflistung alle Gespräche und Rufnummern gab's meiner Erinnerung nach erst ab Mitte der 90er Jahre. Die Rechnungen sahen auch sehr altertümlich aus und wurden mit einem Walzendrucker auf blau/weißes DIN-A6-Papier gedruckt und vom Fernmeldeamt direkt nach Hause geschickt.


    Später (so ab ca. 1990) konnte man mit seiner Berechtigungskarte (mit Chip, also Typ C oder D) dann auch die öffentlichen Kartentelefone benutzen und die Einheiten wurden mit der C-Netz-Telefonrechnung abgerechnet, Die Grundgebühr lag anfangs bei 120 DM und wurde Anfang 1991 (März/April ...?) auf 65 DM abgesenkt. Die Einheit kostete ja - egal ob Festnetz oder Funk - überall 0,23 DM. Es kam nur auf den Zeittakt an. Tagsüber (8 - 18 Uhr) waren das 8 Sek. je Einheit und danach alle 20 Sek. Ankommende Telefonate waren kostenlos, wobei die Post bis 1987 tatsächlich auch ankommende Gespräche berechnet hatte (wie im B-Netz). Und man konnte seinen C-Netz-Anschluss für ankommende Gespräche irgendwann kostenlos aufs Festnetz umleiten. Müsste so bis Anfang der 90er noch gewesen sein. Das C-Netz-Portytelefon konnte aber zumindest die Anzahl der Einheiten anzeigen, so dass man genau berechnen konnte, was das Gespräch gekostet hatte, wenn man z. B. jemand anderes mal telefonieren ließ.


    Handys gab es im C-Netz auch schon so ab ca. 1989. Sehr teuer. Es fing mit diesem SEL-Gerät an, was Bosch u. a. nachgebaut haben. Später hatte Siemens mit dem C4 ein eigenes herausgebracht und in den späteren 90er-Jahren gab's ja noch diese Nokias.


    Schon recht schnell nach dem Mauerfall wurden die Kapazitäten (in Berlin zumindest) knapp. Da hing man hin und wieder, nein: regelmäßig in der Warteschleife auf einen freien Kanal. Wurde der nach 90 Sekunden nicht frei, wurde man zwangsgetrennt und musste die Wahlwiederholung anstoßen. Musste ein Anrufer in dieser Warteschleife warten, wurde einem das am C-Netz-Telefon durch sekündlichen Piepton angekündigt. Deshalb bin ich auch 1992 zum D-Netz übergegangen. Das C-Netz hatte ich trotzdem noch eine Weile, weil nicht nur der D-Netz-Ausbau noch recht unterentwickelt, sondern auch die Sprachqualität im neuen D-Netz sehr bescheiden war. Die Geräte waren teilweise viel zu leise (Orbitel PPU 900 oder Ericsson GH172 konnte man nur in ruhiger Umgebung benutzen). Das hat leider echt genervt. Wurde aber schnell besser.


    Vor dem Mauerfall durfte man das Gerät nur in Westdeutschland bzw. West-Berlin benutzen. Wenn man die Transitstrecke von Berlin nach z. B. Helmstedt durchfuhr, musste man das an der Grenze vorher ausschalten. Technisch hätte man auf dem Gebiet der DDR im Umkreis von vielleicht 20 km zur Grenze bestimmt noch telefonieren können, durfte man aber nicht.

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