Beiträge von BigBlue007

    Klar geht das so nicht, aber dass die Wirtschaft immer genau dann nach dem Staat schreit, wenn er ihr was nützt, sich ansonsten aber bitteschön raushalten soll, das haben wir ja in der jüngsten Vergangenheit viele Male eindrucksvoll erleben dürfen. Aber das verstehen unsere Neoliberalismusfreaks nicht, wie man an deren Argumentation schön ablesen kann.


    Ein Punkt, der mir eben einfällt: Wenn man dafür ist, dass extrem niedrige Löhne durch ein Eingreifen des Staates aufgestockt werden sollen, dann müsste man konsequenterweise auch dafür sein, dass extrem HOHE Einkommen, bei denen absolut kein objektiver Bezug zwischen geleisteter Arbeit und erzieltem Einkommen mehr gegeben ist, vom Staat gedeckelt werden. Ist ja im Prinzip dasselbe, nur umgekehrt. Aber was die Neoliberalisten hierzulande von solchen Ideen halten, ist ja bekannt...


    Es ist letztlich völlig egal, mit welchen Argumenten diese Leute kommen. Es läuft am Ende immer darauf hinaus, dass man der Wirtschaft das Leben so leicht wie irgend möglich machen muss - auch auf Kosten der Arbeitnehmer - weil sonst ohne Ende Jobs wegfallen, Firmen massenweise aus Deutschland abwandern usw. usf.. Ich persönlich kann dieses Gelabere nicht mehr hören, zumal es durch beständiges Wiederholen weder intelligenter noch zutreffender wird.

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    Original geschrieben von bernbayer
    Das ist zugegebenermaßen sehr wenig. Trotzdem ist es Realität das es Branchen gibt, wo ein höherer Stundenlohn sich wirtschaftlich nicht rechnet, ob das einen gefällt oder nicht.


    Genau. Das ist mir absolut klar. Aber diesen Fall habe ich ja schon mehrfach beantwortet: Das sind dann eben genau die Branchen bzw. die Arbeitsplätze, die keiner braucht. Denn wenn eine bestimmte Arbeit nicht einen bestimmten Mindestlohn wert ist, dann braucht diese Arbeit auch keiner. Und wenn sie doch gebraucht wird, dann ist sie auch mehr Geld wert. Das MUSS sie dann halt.

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    Jetzt gibt es eben zwei Alternativen, man stockt diesen Mindestlohn auf oder man nimmt in Kauf das der Arbeitsplatz verschwindet.


    So ist es. Und da bin ich eindeutig für Letzteres. Zumal ich auch absolut 100%ig sicher bin, dass ein massenhaftes Wegfallen solcher Arbeitsplätze nicht eintreten würde. Vielmehr würde sich wundersamerweise zeigen, dass viele dieser Arbeitsplätze eben auch noch funktionieren, wenn sie halbwegs vernünftig bezahlt werden. Aber selbst wenn es nicht so wäre - dann wäre das halt so.

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    Original geschrieben von bernbayer
    Wer sagt denn daß Arbeitsleistung generell nur bezahlbar ist, wenn Dumpinglöhne bezahlt werden? Der Lohn des Arbeitnehmers ist der eine Faktor, hinzu kommt noch die Belastung mit Steuern und Abgaben, welche entschieden zu hoch sind. Welcher Lohn bezahlbar ist, kommt u.a. auf die Wettbewerbssituation der Branche an. Je nach Branche können 3,50 Euro oder auch 50 Euro die Stunde angemessen sind, meistens wird er irgendwo dazwischen liegen.


    Und das ist halt das Problem an Deiner Denke: Denn 3,50 sind halt unter keinen Umständen angemessen.


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Vollkommener Unsinn und mal wieder typisch BB. Fehlt nur noch das jetzt hier noch jemand mit der sonst so beliebten "Ihr seid alles Nazis" Keule um die Ecke kommt, dann hätten wir die Polemik Rubrik auch wieder vollends erfüllt.


    Das hast DU jetzt gesagt, und warum, versteht außer Dir selber wahrscheinlich niemand... :confused: Da mich sowas ohne Ende aufregt, ich aber keine Lust habe, in diese ausgelegte Falle zu laufen und den Thread nun endgültig zu ruinieren, indem ich mich auf dieses Niveau begebe (hinab wohlgemerkt), ist die Diskussion mit Dir an dieser Stelle beendet. Zumal es ja auch ohnehin nichts bringt.

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    Original geschrieben von Force
    Hast du auch die Möglichkeit dir nen Ford anzuschauen?


    Ja, bringt aber nichts. Fords im Allgemeinen und den Mondeo im Besonderen finde ich sowohl von außen als auch (was für mich der wichtigere Faktor ist) von innen absolut unattraktiv. Mit Ford konnte ich seit jeher noch weniger anfangen als mit Opel, nur dass Ford im Unterschied zu Opel auch heute kein Modell hat, welches mir gefällt. Im neuen Mondeo habe ich auch schon gesessen. Als der damals neu rauskam, fand ich ihn für eine sehr kurze Zeit eigentlich sehr schick, aber inzwischen hat sich das Design in meinen Augen schon längst wieder überlebt.

    Es geht nicht nur um "Nutzen". Es geht vor allem schlicht und ergreifend um ein Mindestmaß an Gerechtigkeit und Würde. Aber das sind Denkweisen, die Leuten, die so denken wie Ihr, fremd zu sein scheint.


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Das ist dann ja auch wieder "böse" weil kein unbefristeter Vollzeitjob...


    Dass es heutzutage insbes. für Berufseinsteiger kaum noch unbefristete Stellen gibt, ist ein akzeptabler Fakt. Zumal dies ja in so ziemlich allen Berufsschichten inzwischen Usus ist.

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    Man kann doch aber nicht von jemanden erwarten dessen wirtschaftliche und private Existenz vom eigenen Laden abhängt sich jemanden in den Laden zu stellen der ihm wenn es nicht läuft dann finanziell das Genick brechen kann.


    Der Umkehrschluss, sprich also, dass die wirtschaftliche und private Existenz eines Unternehmers nur dann gesichert ist, wenn er Dumpinglöhne zahlt, kann aber auch nicht die Antwort sein. Ich sagte weiter oben ja schonmal, dass ich auch nicht weiß, wie sich das Dilemma lösen lässt; ich weiß nur, dass es SO definitiv nicht laufen kann.

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    weil er preislich mit der Konkurrenz der Schwarzarbeit nicht mithalten kann.


    Da haben wir dann schon wieder das nächste Problem. Schwarzarbeit wird in diesem Land völlig unzureichend bekämpft. Auf Schwarzarbeit müssten dermaßen drakonische Strafen stehen, dass sich das für niemanden wirklich rechnet.

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    Daher ist die Aussage es würde woanders auch wunderbar funktionieren so nicht nachvollzieh- oder belegbar. Hilft an dieser Stelle auch nicht das gebetsmühlenartig zu wiederholen.


    Ich habe nicht gesagt, dass es "wunderbar" funktioniert. Aber es funktioniert im Großen und Ganzen. Und das wie gesagt fast überall.

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    Original geschrieben von herold
    Ich bin mir nicht sicher ob man das einfach so sagen kann? :D


    "Man" vielleicht nicht. Ich wie gesagt schon... ;)

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    Ich meine, wie sieht's denn zukünftig mit dem Händler-/Werkstätten-Netz und der Ersatzteilversorgung aus? Das sind alles Dinge, die man heute noch gar nicht absehen kann.


    Ja, klar. Nur wenn es diesbzgl. Probleme geben sollte, dann wird das ein Problem der Leasinggesellschaft sein, nicht meines. :)

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    Kannst Du mit der Anschaffung noch bis nächstes Jahr warten...? ;)


    Wie gesagt - es ist ein Firmenwagen.


    Mein Jetziger wird vorauss. bei 120.000 km eingezogen, und das wird so gegen Ende diesen / Anfang nächsten Jahres soweit sein.

    Was ja auch nur beweist, dass die vielbeschworene Tarifautonomie an dieser Stelle versagt und daher eben ein Eingreifen erforderlich ist.


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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Eine Friseurin bekommt in Thüringen 3,18 € Stundenlohn.
    Daneben bekommt sie 30 % des Umsatzes pro Stunde wenn dieser über 12 € liegt.


    Im Durchschnitt kommt ein Berufsanfänger auf 30 € Umsatz die Stunde.


    Ja. WENN und IM DURCHSCHNITT. Wenn dann doch mal nicht, dann gibts eben nur die 3,18. Wenn die Leute im Durchschnitt so gut verdienen, dann spräche ja eigentlich nichts dagegen, ihnen einen akzeptablen Grundlohn zu geben. Dieses Konstrukt mit dem Anteil am Umsatz pro Stunde könnte man dann ja auch einfach weglassen.

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    Trinkgeld als Bestandteil des Gehalts zu sehen ist so sicherlich nicht unbedingt sinvoll


    Genau. Und mehr muss man dazu eigentlich auch nicht sagen, denn das allein ist die entscheidende Aussage.

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    Warum muss da jetzt so zwingend der Mindestlohn her? Sonst wird immer gefordert mal solle Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligen, hier wird das 1:1 über die Umsatzbeteiligung gemacht und das ist dann plötzlich wieder schlimm?


    Es ist dann schlimm, wenn diese Unternehmensbeteiligung herhalten muss, um aus einem Dumping-Grundlohn ein akzeptables Einkommen zu machen.

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    Was passiert wenn man also medienwirksam 7,50 € oder auch 8 € brutto die Stunde erzwingt?
    1.) Die Umsatzbeteiligung wird kleiner ausfallen oder gestrichen


    Was i.d.R. nicht schlimmt sein dürfte.

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    2.) Anders als bisher muss der Salon diese Kosten auf jeden Fall tragen, egal ob Umsatz da ist oder nicht.


    Genau. Aber so funktioniert das nunmal. Es kann ja wohl nicht sein, dass der Unternehmer sein unternehmerisches Risiko auf die Arbeitnehmer auslagert. Ein Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf ein regelmäßiges und akzeptables Einkommen, welches eben gerade NICHT davon abhängen darf, ob die Bude nun gerade spitzenmäßig oder solala läuft.

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    Wenn der Laden nicht läuft was wird der Inhaber dann tun? Genau sich von den "Kostenfaktoren" trennen


    Und hat dann niemanden mehr, der die Arbeit macht? Aber ja, das wäre dann halt so. Das ist unter prinzipiellen Gesichtspunkten aber immer noch besser als inakzeptable Dumpinglöhne.

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    3.) Bei 160 Std./Monat und 8 € kommt die Angestellte dann auf 1280 € brutto und 100 € Trinkgeld hat im Endeffekt also noch weniger Geld als vorher in der Tasche.


    Wenn die o.g. Rechnung denn immer so aufgeht, was sie vermutlich nicht tun wird.

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    Wem soll so ein Unsinn denn da wirklich helfen?


    Gegenfrage: Warum funktioniert dieser "Unsinn" fast überall sonst, nur bei uns und einigen wenigen anderen nicht?

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    Diese ganze Debatte um Mindestlohn wird viel zu indifferent geführt. Weder ist so etwas der Untergang des Abendlandes aber eben genauso wenig der ultimative Heilsbringer.


    Natürlich. Es ist schlicht und ergreifend eines: Gerecht.

    Zwei Dinge:


    1. Kijiji war der wohl mit weitem Abstand schwachsinnigste Name für einen Internetdienst, den die Welt je gesehen hat.
    2. Kijiji gehörte immer schon zu ebay; das Ganze ist also einfach nur ein Relaunch mit neuem Namen und veränderter Funktionalität.