"test" auf dem absteigenden Ast...
Ich will hier sicher keine Lanze für die connect brechen, aber wie chico weiter oben schon ausführte, sind zumindest die reinen Messkriterien wirklich über Zweifel erhaben. Und daran, daß die Jungs von den Herstellern grundsätzlich manipulierte Geräte bekommen, mag ich eigentlich auch nicht so recht glauben.
Ich denke vielmehr, daß durch dieses jüngste Beispiel einmal mehr deutlich wird, daß "test" weit weniger kompetent ist, als man gemeinhin denkt. Kürzlich erst die peinliche Panne bei "finanztest", und jetzt das. Allgemein kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung mit "test" Folgendes sagen: Da wir diese Zeitschrift im Büro lesen können, lese ich eigentlich jede Ausgabe. Und ich muß einfach sagen, daß wann immer "test" irgend etwas getestet hat, wovon ich selbst auch was verstehe, ging mir der Hut hoch. Das war z.B. bei dem Handytest letztes Jahr so, bei dem zurückliegenden auch wieder, und z.B. auch vor einiger Zeit bei PC-Druckern und bei Katzenfutter (nein, das ist kein Gag, auch auf diesem Gebiet bin ich inzw. ausgezeichnet informiert).
Und da sage ich mir dann natürlich: Wenn das bei den Tests, wo Du selber auch Ahnung hast, so verheerend ausschaut, dann ist es bei allen anderen Tests wahrscheinlich auch nicht anders, nur merkst Du es halt einfach nicht.
Und genau das ist es, worauf "test" wahrscheinlich spekuliert: Die Leser, die die Zeitschrift lesen, tun das ja gerade deswegen, weil sie selbst eben keine oder wenig Ahnung haben und sich informieren wollen. Wer aber keine oder wenig Ahnung hat, wird in den meisten Fällen nie merken, daß er im Grunde schlecht beraten wurde.
Ich jedenfalls stehe "test" ganz extrem skeptisch gegenüber. Meiner Ansicht nach testen die dort, wie hier schon gesagt wurde, zwar wirklich alles, das dann aber nur mit halbem Ar***. Echte Fachkompetenz spreche ich den Testern in jedem Falle ab - jeder durchschnittliche TT-Leser dürfte mehr von Handys verstehen als die "test"-Tester.
Die Begründungen, die auch dem Schriftverkehr zu entnehmen sind, sind für mich mehr als fadenscheinig. Da wird davon geredet, man habe eine andere Zielgruppe. Übersetzt heißt das nix anderes als "Die Leute, die uns lesen, haben eh keine Ahnung von Handys, und für die reicht das, was wir testen". Um auf das Beispiel Katzenfutter zurückzukommen: Wer seinerzeit den Test gelesen hat und sein Tier dementsprechend füttert, der behandelt sein Tier ernährungsphysiologisch ungefähr so, als wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang nur und ausschließlich bei McDonalds ißt. Ich gehe auch gerne (leider) zu McD, aber gar nix anderes zu essen ist dann doch arg ungesund und erhöht die Chancen auf ein sozialverträgliches Ableben ungemein. Auf die Frage von wirklichen Experten, warum man den Leuten einen derartigen Mist auftischt, antwortete die Redaktion damals, man habe sich mit den getesteten Produkten zunächst mal an dem orientiert, was von den Leuten sowieso schon gekauft werden würde. Auf die Idee, daß gutes Futter auch nicht teurer ist, weil man weniger davon braucht, kamen die "Experten" dort nicht. Der Leser kauft sein Futter halt im Supermarkt und nirgends sonst, also testet man ausschl. Supermarktfutter. Tolle Testphilosophie.
Klares Fazit: "test" -> :flop: