Beiträge von BigBlue007

    Zitat

    Original geschrieben von kingpin166
    Die Dame im Saturn hat, wie schon erwähnt, Recht, wenn sie sagt , dass es keine Garantieverlängerung für Austauschgeräte gibt.


    Eine Garantieverlängerung nicht, eine Gewährleistungsverlängerung dagegen schon.


    Wenn ein Händler statt einer Nachbesserung der vorhandenen Sache eine Nachlieferung einer neuen, mängelfreien Sache leistet, dann beginnt die Verjährung hinsichtlich der Gewährleistungsfrist in aller Regel mit der Übergabe dieses Austauschgeräts von Neuem. Dies gilt vor allem auch dann, wenn an dem nachgelieferten Gerät später wieder genau derselbe Mangel auftritt.


    Saturn hat hier ausschließlich auf die Herstellergarantie abgestellt, die sich natürlich in der Tat durch einen Austausch nicht verlängert. Die Frage ist nun, ob der ursprüngliche Austausch auf der Grundlage der Händlergewährleistung oder der Herstellergarantie erfolgt ist. Da damals bereits 6 Monate seit dem Kauf um waren, befand sich der Käufer in der Beweislast, dass der Fehler schon von Anfang an vorhanden war. Da er dies wohl kaum konnte, hätte der Händler eine Gewährleistungserbringung ablehnen und stattdessen vertretungsweise für den Hersteller das Ganze über die Herstellergarantie abwickeln können. Was hier nach dem Verständnis von Saturn wohl auch passiert ist. Ob das damals auch schriftlich so festgehalten wurde bzw., falls das nicht passiert ist, ob dies dann dem Käufer jetzt die Möglichkeit eröffnet zu sagen, dass der Austausch damals im Rahmen der Händlergewährleistung und nicht der Herstellergarantie erfolgte, weiß ich allerdings nicht.


    Klar ist: WENN der erste Austausch damals auf der Grundlage der Händlergewährleistung erfolgte (was ja durchaus auch im 7. Monat möglich ist - die Beweislastumkehr bedeutet ja nicht, dass ein Händler nicht trotzdem und ohne, dass der Käufer irgendwas beweisen muss, quasi "freiwillig" seiner Gewährleistungspflicht nachkommt), dann wären die dann folgenden Austausche, da ja jeweils nach weniger als 6 Monaten, ebenfalls Gewährleistungsfälle, und dann bestünde jetzt ein Wandlungsrecht.

    Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Wenn ein ähnlich gut qualifizierter chinesischer oder indischer Informatiker für 600€ im Monat 10 Stunden am Tag mit 2 Wochen Jahresurlaub arbeitet und seine Leistungen am gleichen Weltmarkt anbietet wie ein Deutscher, dann kann der mit 35-Stunden-Woche und 6 Wochen Jahresurlaub u.U. nicht auf Dauer mithalten.


    Stimmt. Deswegen gehört natürlich im Endeffekt auch die Schlussfolgerung auf den Prüfstand, dass es Sinn macht, dass sich der Deutsche überhaupt mit diesem speziellen Chinesen im Wettbewerb befindet. Denn von 600 Euro kann zwar der Chinese leben, nicht aber der Deutsche.


    Das ist das Merkwürdige an der Globalisierung: Ein Arbeitgeber ist zwar auf der einen Seite bestrebt (und Deine Ausführungen zeigen ja, dass wir das auch gut finden sollen), dass sich der Deutsche tatsächlich dem Wettbewerb mit dem Chinesen stellen soll, wenn es um sein Einkommen geht. Wenn es aber andererseits am Ende um den Absatz der produzierten Produkte oder Dienstleistungen geht, da kann der auch von staatlicher Seite geförderter Protektionismus der verschiedenen Wirtschaftsregionen nicht groß genug sein. Da wird dem Arbeitgeber dann nämlich plötzlich klar, dass der Deutsche ja viel mehr für dasselbe Produkt oder dieselbe Dienstleistung zahlen kann als der Chinese. Und wehe, jemand versucht, günstigere Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das wird dann schnell zu "illegalem Parallelimport". Ist doch irgendwie merkwürdig - wo ist denn da dann plötzlich der vorher noch so hochgelobte Wettbewerb mit dem Chinesen hin? Solange die Globalisierung den Arbeitgebern nützt, ist sie ok. Will aber der Verbraucher die Effekte einer globalen und vernetzten Welt für sich in bare Münze umwandeln, sieht er sich plötzlich unüberwindbaren Hindernissen gegenüber, die die Wirtschaft unter Zuhilfenahnme der Politik errichtet haben.


    Das gesamte Konstrukt der Globalisierung nutzt so, wie wir es derzeit haben, vor allem der Arbeitgeberseite. Es wird immer lamentiert, auch die Arbeitnehmer hätten viel von der Globalisierung. Es sagt nur nie jemand, was das genau sein soll. Die Vorteile für die Kapitaleigner und Arbeitgeber sind offenkundig, die für die Arbeitnehmerseite dagegen nicht. Es kann einem keiner erklären (einfach deswegen nicht, weil es halt nicht erklärbar ist), wie ein Mensch in einem Land A mit einer bestimmten Kostenstruktur für Lebenshaltungskosten, mit einem Mensch B in einem Land mit einer ganz erheblich niedrigeren Kostenstruktur, in einem fairen Wettbewerb stehen soll. Und da braucht auch keiner Verständnis für zu erwarten, wenn auf der anderen Seite für Jedermann deutlich sichtbar ist, dass sich das Kapital mit den produzierten Gütern und Dienstleistungen diesem Wettbewerb ja auch kaum stellt.


    Und da darf sich dann keiner wundern, wenn die Leute anfangen Parteien zu wählen, die ihnen im übelsten Fall versprechen, die Effekte der Globalisierung lokal in Deutschland zurückdrehen zu wollen.

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Ja, es wird in der Praxis gemacht - aber korrekt ist das nicht. Der Warenempfänger könnte die Bezahlung der Gebühren an UPS verweigern weil er es nicht genehmigt hat.


    Was heißt "könnte". Er KANN. Genau das habe ich ja damals auch gemacht. Hauptgrund war damals gar nicht mal so sehr der, dass ich hier den Prinzipienreiter spielen wollte, sondern weil UPS in einer wirklich unterirdischen Art und Weise versucht hat zu verarschen. ;)

    Zitat

    Wobei sich regelmäßig kein Warenempfänger wehren wird, denn es ist ja nur eine Formalität, es muß ja verzollt oder zurückgeschickt werden - egal was der Empfänger sagt.


    Gut, es sei denn, der Empfänger hat das Paket schon, und UPS schlägt mit seiner Forderung erst später auf. ;)

    Zitat

    Also vielleicht doch lieber "kleiner Dienstweg" als "großer Dienstweg", oder?


    Im Prinzip schon, ja.

    Zitat

    Original geschrieben von Zeus
    Am Ende muß man sich halt fragen wo man seine persönlichen Präferenzen setzt und in welcher Gesellschaft man leben möchte.


    In der Tat. Und diese Frage beantwortet der eine oder andere hier ja in beeindruckend deutlicher Art und Weise... :rolleyes:


    Auf das Argument, dass Mindestlöhne in der übergroßen Mehrzahl der Industrieländer durchaus ordentlich funktionieren, und warum diese ausgerechnet in Deutschland das Ende des Abendlandes einläuten sollen, habe ich übrigens auch noch kein wirklich stichhaltiges Gegenargument gehört. Eigentlich habe ich überhaupt noch kein Argument dagegen gehört. ;)

    Abgesehen davon, dass es keine Verona Feldbusch mehr gibt ;), frage ich mich, woher Du das weißt. Um es vorweg zu nehmen: Du brauchst es nicht zu erläutern; ich würde es Dir ohnehin nicht glauben. :D Womit ich gar nicht ausschließen will, dass die beiden tatsächlich VIP-Nummern haben (wobei sie, weil sie ja nunmal VIPs sind, ja sowieso "VIP-Nummern" haben, egal, wie die Nummer aussieht :D ), nur glaube ich das halt niemandem, der es hier im Forum erzählt. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    UPS darf ohne Authorisierung gar nix verzollen, auch nicht bei Privatleuten.


    Das machen sie aber. Oder haben es zumindest in der Vergangenheit gemacht. Ich erinnere mich an einen entsprechenden Thread von mir, in welchem auch Du fleißig mitdiskutiert hattest. Deine damalige Aussage war auf jeden Fall eine andere. ;)


    edit: Klick! Wobei Du auch damals schon erklärt hattest, dass bis zu einem Zollbetrag von ca. 50 Euro auch ohne Auftrag verzollt wird. Aber eben dann auf eigenes Risiko.

    Stimmt, das wäre möglicherweise so. Genauso gut kann es aber auch sein, dass die Leute trotzdem weiter zum Friseur gehen und halt zähneknirschend mehr bezahlen. Letztlich ist das auch egal - die Schlussfolgerung, dass ein Friseur halt nunmal nur 3,80 verdienen kann, weil (angeblich) die Leute nicht bereits seien, mehr für Friseurbesuche zu zahlen, kanns ja nun auch nicht sein. Dass allerdings Leute dieser Meinung sind, bleibt mir nicht verborgen. Da gibt es dann halt leider keine gemeinsame Diskussionsgrundlage.

    Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Es mag Dich schockieren, aber wenn sich kein Arbeitgeber findet, der bereit ist, für die Bereitstellung einer bestimmten Arbeitskraft Deinen Betrag x zu zahlen, von dem diese Arbeitskraft das Auskommen hat das Dir vorschwebt, dann ist das in einer Marktwirtschaft tatsächlich so einfach.


    Ich sehe, wir reden - mal wieder - aneinander vorbei. ;) Denn: Du hast völlig recht. Wenn sich kein Arbeitgeber findet, der für eine bestimmte Arbeitskraft mindestens x zahlt, dann kann diese Arbeit halt hierzulande nicht mehr gemacht werden. Insofern sind wir da ja offenbar einer Meinung, nur die Schlussfolgerung ist eine andere. Deine Schlussfolgerung ist, dass, weil dies natürlich nicht sein kann, es keinen Mindestlohn geben darf, damit die "niederen" Arbeiten dann eben doch - und eben für unwürdige Löhne - erledigt werden können. Ich sage stattdessen, dass diese Arbeiten dann halt (erstmal) liegenbleiben. Irgendwann wird man aber merken, dass es ohne nicht geht (und vermutlich würde man das gleich von Beginn an merken, so dass es gar nicht erst zu einem riesigen Abbau solcher Arbeitsplätze käme), und plötzlich werden diese Arbeiten dann auch mit akzeptablen Löhnen machbar sein.


    Deiner gesamten übrigen Argumentation halte ich schlicht und ergreifend einmal mehr das Argument entgegen, dass es in anderen Ländern auch funktioniert. Und Du kannst davon ausgehen, dass es dort vorher vermutlich genau dieselben Diskussionen gab wie hier. Und unser derzeitiges Modell zeichnet sich im internationalen Vergleich mit diesen Ländern ja nun auch nicht unbedingt durch z.B. eine besonders niedrige Arbeitslosenquote aus. Und ja, ich weiß, das ist ein Totschlagargument. Das Schöne ist - man braucht eigentlich auch gar kein anderes. ;)

    Zitat

    Das sehe ich etwas anders: Der Abschaum der Gesellschaft sind steuerhinterziehende Multimillionäre und ihre ebenfalls gutbetuchten Gewerkschaftsbonzenfreunde, die über politischen Druck irrwitzige Gesetze erzwingen, die Millionen Menschen in der Arbeitlosigkeit halten
    nur um sich und ihrer Klientel lästige Konkurrenz vom Leibe zu halten. Herrn Zumwinkel hat Mindestlohn für Postzusteller über steigende Aktienkurse übrigens direkt 2Mio. € eingebracht, die er auch unverzüglich realisiert hat.


    Gar keine Diskussion - Zumwinkel ist auch für mich unterster Abschaum.

    Zitat

    Und der Abschaum der Gesellschaft sind die Funktionäre gewißer linksextremer Parteien, die wieder besseres Wissen (so blöd sind die auch nicht) unsinnige Dinge wie Mindestlöhne fordern, weil sie genau wissen, daß ihre politische Zukunft unmittelbar vom Weiterbestehen der Massenarbeitslosigkeit abhängt und so ihr eigenes Klientel schlichtweg verraten und betrügen.


    Netter Versuch - viel mehr aber auch nicht. Die Mindestlohndebatte wurde breitenwirksam keineswegs von den Linken, sondern von der SPD losgetreten und findet übrigens auch in der Union durchaus ihre Anhänger. Davon abgesehen hast Du natürlich Recht, dass die Linken ihrer Klientel wider besseren Wissens gerne mal das Blaue vom Himmel lügen - freilich sind aber die sogen. "Volksparteien" darin hin und wieder auch ganz gut drin.