Man kanns nicht oft genug wiederholen: Jobs mit Löhnen, von denen man nicht leben kann, haben am Markt nichts zu suchen. Das hat nichts mit linken Theorien zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit gesundem Menschenverstand. JEDER Vollzeitjob, egal was es ist, MUSS genügend Geld einbringen, dass der, der ihn macht, ohne staatliche Zuschüsse davon leben kann.
Dass ausgerechnet die, die einen möglichst freien Markt wollen, das nicht verstehen möchten, verstehe ich nicht. Gerade die, die so wenig wie möglich Einmischung des Staates wollen, sollten dann doch eigentlich konsequenterweise auch der Meinung sein, dass es nicht Aufgabe des Staates sein kann, Dumpinglöhne, von denen keiner leben kann, aufzubessern. Aber ich verstehe das natürlich schon durchaus sehr gut: Der Staat soll sich natürlich nur solange nicht in die Wirtschaft einmischen, solange dieses Einmischen dem freien Schalten und Walten des Kapitals (sorry für diesen kommunistischen Begriff...
) schadet. In dem Moment, wo es was nützt, also z.B. zur Subventionierung von Dumpinglöhnen oder zur Verstaatlichung von privatunternehmerischen Risiken, wie sie in diesen Zeiten allenthalben passiert, DA ist der Staat dann gut genug. Das hätte man früher vielleicht als platte Phrase abtun können, aber wir haben ja nun in der jüngeren Vergangenheit genau dies x-mal erleben können, insofern ist es also ein Fakt, dass in Unternehmerkreisen so gedacht wird.
Soziale Marktwirschaft heißt eben u.a. auch, dass der Staat immer dann regulierend in die Wirtschaft eingreifen muss, wenn selbstregulierende Kräfte des Wirtschaftssystems an bestimmten Stellen versagen. Und genau das passiert, wenn jemand für 8 Stunden Arbeit am Tag 4,50 die Stunde bekommt...