Beiträge von BigBlue007

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    Original geschrieben von bernbayer
    Da messen manche mit zweierlei Maß. Ob Nazis oder Kommunisten wehret den Anfängen.


    Das hat nichts mit zweierlei Maß zu tun, sondern mit Demokratieverständnis. Wenn die Linken oder Rechten so schlimm undemokratisch sind, dass sie keine Regierungsverantwortung übernehmen dürfen, dann soll man die Parteien verbieten. Mir auch recht. Solange das nicht passiert, operieren diese Parteien auf legalem Boden, sind wählbar und, wenn es denn nicht anders geht, müssen sie auch als regierungsfähig erachtet werden.


    Alternative: SPD und CDU schmeißen sich auf breiter Front zusammen und bilden überall dort, wo ansonsten die Linke mit an die Macht käme, eine große Koalition. Klar, kann man natürlich auch machen. Die Frage ist, wie lange das gut geht.


    Und diejenigen, die immer wieder lamentieren, dass die Linken genauso schlimm seien wie NPD und Co., sollten auch mal über die Außenwirkung des Ganzen nachdenken. Das ist jetzt vielleicht nicht vordergründig interessant, aber wir sind ja nun mal nicht alleine auf der Welt. Wenn die Linken in Deutschland in einem Land- oder im Bundestag Regierungsverantwortung übernehmen, interessiert das im Ausland kein Schwein. Wenn dagegen die Rechten in eine Regierungskoalition kämen, sähe das ganz anders aus. Österreich ist international sicherlich weniger bedeutungsvoll als Deutschland, und wir erinnern uns, was damals los war, als die Rechten in die Regierungskoalition einzogen. Wenn dasselbe in Deutschland passieren würde, dann wäre aber der Teufel los...


    Linke als relevante politische Kraft sind in vielen anderen, gerade auch europäischen Ländern eine völlige Normalität. In Italien z.B. waren sie immer schon sehr viel mächtiger, als sie es hier wohl jemals sein werden. Und - was hilfts den Italienern?! Dort werden Leute wie Berlusconi Staatsoberhaupt, die hierzulande nichtmal in einer Partei haltbar wären.


    Der Umgang mit den Linken fällt in Deutschland aufgrund der noch zu wenig zurückliegenden DDR-Vergangenheit im Moment einfach noch zu schwer, aber man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass sie in ein paar Jahren genauso zur politischen Realität gehören und auch an Landes- und irgendwann auch Bundesregierungen beteiligt sein werden, wie das in anderen Ländern auch passiert. Und ich wüsste nicht, dass jemals ein kapitalistisches Land zum Sozialismus/Kommunismus konvertiert wäre... :D

    Ich weiß nicht, was Du für ein Gerät hast und wie weit Du wegsitzt. Bei uns: 42" (Plasma), 2,5m. Der Unterschied IST immanent. ;) War er vorher an einem 37" LCD-Gerät auch schon. Und wer sich ein 32" LCD holt und dabei 2m oder weiter wegsitzt, hat seinerzeit die Idee von hochauflösendem Fernsehen nicht verstanden.


    Davon abgesehen: In deutschen Wohnzimmern "üblich" ist nach wie vor eine 70cm-Röhre. Dass sich dafür HD nicht lohnt, ist natürlich ebenso immanent. ;)

    Also ganz ehrlich - das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Bei SACD und DVD-A kann ich es ja noch verstehen - mehr Tonspuren müssen halt einfach nicht unbedingt sein. Aber wenn Du zwischen PAL und 1080p ala Blu-ray oder HD-DVD keinen (oder auch nur einen geringen) Unterschied siehst, dann stimmt entweder mit Deinen Augen oder mit einem Equipment was nicht. Der Unterschied ist geradezu immanent.

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    Original geschrieben von schmidt3
    Die aussichtreichste Strategie der SPD, um in einer Regierung Seniorpartner zu sein und so den Regierungschef stellen zu können, ist somit die rot-rot-grüne Karte. Und es ist zu befürchten, daß die SPD dieser Versuchung auf Dauer nicht wird widerstehen können.


    Warum sollte sie auch?


    Nochmal: Es ist ja unterm Strich unerheblich, wieviele Stimmen die CDU hat, wenn auf der anderen Seite der Mittellinie die Mitte-Links bzw. ganz Links zuzuordnenden Parteien zusammen mehr Stimmen haben als CDU und FDP (soweit Letztere jeweils überhaupt die 5%-Hürde knacken). Dies bedeutet dann, dass eine Mehrheit der Wähler eine nichtbürgerliche Regierung wollen, die meisten davon eben nur ein "bißchen" links und einige wenige "sehr links". ;)

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    Original geschrieben von Brainstorm
    Wenn man also die Linken wieder von der Politischen Bühne loswerden will, ist es nötig wieder zu begreifen, daß das Volk eben nicht nur aus Wirtschaftsbossen und Politikern besteht, sondern auch noch Arbeiter und Angestellte dazugehören. Und solange die großen Parteien das nicht begreifen, haben wir eben das Problem mit den Linken.


    Vor allem müssen sie begreifen, dass man den Menschen zeigen muss, dass es auch in einer Gesellschaft wieder dieser zumindest halbwegs gerecht zugehen kann. Ich kann mich über meine persönliche Lebenssituation wirklich nicht beschweren - insofern würde man mich wahrsch. für einen klassischen CDU- oder FDP-Wähler halten. Was mir in letzter Zeit aber wirklich massiv zunehmend auf den Senkel geht, ist, dass man den Eindruck hat, dass gerade in diesem Land, mehr als in irgend einem anderen westlichen Land (außer den USA) einige Wenige ihre gierigen Hälse in einem Maße nicht vollbekommen können, dass es einfach keinerlei Verständnis mehr dafür gibt. Topmanager verdienen in diesem Land nach den USA mit Abstand das meiste Geld. In Japan geht ein Konzernchef im JAHR mit dem Geld nach Hause, das hier manch einer im MONAT verdient - und wenn er Scheisse baut, begeht er wahrscheinlich Harakiri, währenddessen hierzulande verurteilte Kriminelle in Vorständen sitzen.


    Und da soll mir keiner mit dem Verantwortungsscheiß kommen. Wenn die Topmanager wirklich eine entsprechend ihres höheren Gehaltes höhere Verantwortung (und ergo auch Verantwortlichkeit, wenn was in die Hose geht) tragen würden, dann müssten in Deutschland in einer Tour Manager in den Knast kommen. Was ja das Mindeste wäre, wenn man sich überlegt, dass ein kleiner Angestellter durch einen Fehler seine berufliche und materielle Existenz zerstören kann - hätten Manager dann tatsächlich eine ihrem Gehalt angemessene höhere Verantwortlichkeit, müssten sie für z.B. 1000 vernichtete Arbeitsplätze 20 Jahre hinter Gitter.


    Aber so ist es ja nicht - Leute wie ein Peter Hartz können sich die Einstellung ihres Verfahrens einfach kaufen. Und wenn sie den Zumwinkel wg. Steuerhinterziehung verurteilen, ist seine Vorstrafe für seinen weiteren Werdegang, so er sich denn nicht doch gleich zur Ruhe setzt, wahrsch. noch eher förderlich als hinderlich, schließlich muß einer, der jahrzehntelang ein Saubermannimage aufrecht erhalten und dabei im Hintergrund Steuern hinterzogen hat, ein besonders cleveres Kerlchen sein.


    Das sind so die Dinge, die mich richtig ankotzen, und da dürfen die sich dann nicht wundern, wenn es den ein oder anderen gibt, der Protest wählt. Dass die anderen es auch nicht besser könnten, spielt dabei zunächst mal gar keine Rolle.

    Mittel- bis langfristig führt sowieso kein Weg daran vorbei, mit den Linken eben auch zu koalieren - auch im Westen. Davon kann man halten, was man will. Da können die, denen die Abschreckung vor den Kommunisten aus der Zeit des kalten Krieges noch besonders tief in den Gliedern steckt, noch so laut Zeter und Mordio schreien - es gibt in diesem Land eben nunmal eine nicht unerhebliche Menge Wähler dieser Partei. Wenn eine Partei über die 5%-Hürde kommt, kommt sie in die Landtage und den Bundestag, ist demokratisch legitimiert und somit per se auch koalitionsfähig. So funktioniert Demokratie nun mal leider. ;)


    Bei den Ösis haben sich die Rechten schließlich auch gesellschaftsfähig gemacht. Und, hats ihnen geschadet? Nein. Also den Ösis insgesamt nicht. Den Rechten selbst schon eher... :D


    Das mit diesem "Mit den Linken koalieren wir nicht" hören wir jetzt noch ein paar Landtagswahlen lang - und irgendwann dann halt nicht mehr. ;)

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    Original geschrieben von DJ Wisdom
    Die CDU hat mit den Linken mehr stimmen als die angedachte rot-grüne Koalition. Wenn die etwas bestimmen will, könnte also die Linke, wenn sie wollte, mit der CDU einfach dagegen stimmen.


    Ich sagte ja oben bereits, dass genau das natürlich nicht passieren darf. ;)

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    Man ist also, wie in Hessen, in einer Minderheit und hat keine Mehrheit, die auch entschlussfähig wäre. Und wenn ich mich nicht täusche geht es genau darum.


    In Hessen wäre rot/grün in der Minderheit gegenüber schwarz/gelb, also der "bürgerlichen" Koalition, wenn man so will. Somit müssten die Linken (oder zumindest Teile davon) IMMER mit für Beschlüsse von rot/grün stimmen, damit eine Mehrheit zustande kommt.


    In Hamburg bräuchten sich die Linken einfach nur zu enthalten.


    Wenn man unterstellen wollte, dass dies dieselbe Art der Tolerierung ist, dann hieße das zu unterstellen, dass die Linken in Hamburg grundsätzlich und nur aus Prinzip gemeinsam mit der CDU gegen alle rot/grünen Vorschläge stimmen würden. Das KANN man unterstellen, MUSS es aber nicht. ;) Jedenfalls würde ich es für absolut legitim halten, wenn in Hamburg mit genau dieser Erklärung eine rot/grüne Koalition gebildet wird. Zumal der Wählerauftrag ja nun mal offenkundigerweise der ist, dass sich eine Mehrheit eine Regierung links von der Mitte wünscht.


    Das ist IMHO schon ein Unterschied. Aber wie gesagt - meine Definition von "Tolerierung" mag da nicht ganz korrekt sein.

    :confused:


    In Hessen haben CDU und FDP zusammen zwei Sitze mehr als SPD und Grüne. Hier müsste sich eine rot-grüne Regierung in der Tat tolerieren lassen. In Hamburg ist die FDP aber nicht drin, und SPD und Grüne haben zusammen einen Sitz mehr als die CDU. Sie haben somit bei Entscheidungen eine Mehrheit, zumindest solange die Linken nicht dagegen stimmen. Bei einer klassischen Tolerierung müssen die, die tolerieren, die Entscheidungen einer Minderheitsregierung mit tragen, damit eine Mehrheit zustande kommt. Das wäre in Hessen erforderlich, in Hamburg aber nicht.


    Aber ok, vielleicht ist meine Auffassung von "Tolerierung" hier einfach falsch bzw. nicht weit genug gefasst...