Zitat
Original geschrieben von hrgajek
Dennoch wäre es langsam an der Zeit die "Geiz-ist-geil"-Kaufwut kritisch zu hinterfragen. Müßten wir hier im TT mal mit anfangen. Ob das funktioniert?
Von dieser - zweifellos weit verbreiteten - Mentalität kann man ja halten, was man will. Allerdings halte ich es offen gesagt schon für ein wenig gewagt, in diesem Fall hier nun ausgerechnet dort die Schuldigen zu suchen.
Fakt ist, dass Siemens über JAHRE so ziemlich jeden Trend am Mobiltelefonmarkt verpennt hat, und auch mit dem, was seit der BenQ-Übernahme so rausgekommen ist, kann man keinen Blumentopf gewinnen. Sein wir doch mal ehrlich: BenQ-Siemens hat derzeit genau 3 Geräte im Portfolio, die THEORETISCH das Potential für Kassenschlager gehabt hätten: EF81, EL71 und S68. Alles andere sind langweilige Ladenhüter mit austauschbarem Design, die einfach keiner haben will. Und selbst diese drei sind halt nur theoretisch gut: Das EF81 krankt an einer langsamen Software, das S68 könnte mit einem QVGA-Display wahrsch. doppelt so oft verkauft werden, und das EL71 ist eigentlich so, wie es ist, sehr gut, aber kam halt (wie im Übrigen auch die anderen beiden) viel zu spät. Ein Modell mit brauchbarer Cam hat der Hersteller überhaupt nicht im Angebot.
Ich glaube eigentlich, dass gerade bei Handys das "Geiz-ist-geil"-Prinzip deutlich weniger zum Tragen kommt als bei viele anderen Dingen. Mal ganz abgesehen davon, dass die meisten Handykäufer für ihre Geräte Neuverträge oder VVLs abschließen und daher sowieso nur wenige Euros dafür zahlen. Trotzdem sind hier ja durchaus eine Reihe von Geräten Verkaufsschlager, die, wenn man die Kosten betrachtet (die ja nichts mit dem 1 Euro zu tun haben, den der Kunde zahlt) durchaus zu mittel- bis hochpreisigen Segmenten gehören.
Neben den technischen Trends hat (BenQ-)Siemens vor allem auch verpennt, dass wer heute Handys verkaufen will, auch dafür sorgen muss, dass mit der Marke ein gewisses Image verbunden ist. Sony Ericsson, Nokia oder Samsung bauen halt nicht nur die technisch und vor allem optisch interessanteren Geräte, sie sind zudem auch cool. Ein BenQ-Siemens ist halt einfach nicht cool. Genausowenig wie ein LG oder ein Alcatel. Die verkaufen hierzulande ja auch nicht in erster Linie deswegen relativ wenige Handys, weil sie so schlecht wären (das natürlich z.T. auch), sondern weil diese Marken hier halt einfach keinen Namen haben.
Bei Siemens war man jahrelang der Meinung, man könne damit überleben, dass man sich auf klassische Handykäufer der ersten Tage und Geschäftsmenschen als Klientel beschränkt, und das hat halt einfach nicht funktioniert. Die Kunden können hier zur Abwechslung mal nichts dafür - allenfalls insofern, als man ihnen vorwerfen könnte, sich für bessere Geräte anderer Hersteller entschieden zu haben...