Warum muss eigentlich das Bildungssystem Defizite beseitigen, die in der Gesellschaft liegen?
Dass Schüler heutzutage keinen Respekt mehr vor Lehrern haben, dass Kinder mit Migrationshintergrund ohne ausreichende Deutschkenntnisse in die Schule kommen - all dies ist doch kein Problem des Bildungssystems oder zu großer Schulklassen, sondern der Gesellschaft.
Ich halte offen gesagt nichts davon, dass das Bildungssystem einen Teil des Erziehungsauftrags übernehmen soll, den eigentlich die Eltern zu übernehmen hätten.
Insofern: Ich halte von der CSU im Allgemeinen und Ede im Besonderen wahrscheinlich genausoviel (oder besser genausowenig) wie die meisten anderen hier. Aber dass man an Schulen mit im Zweifelsfalle wirklich rigorosen Maßnahmen durchgreift und für Zucht und Ordnung sorgt, halte ich für absolut angemessen.
Um beim Beispiel Handyverbot zu bleiben: Es ist ja nicht so, dass die Kids ihr Handy nicht mehr mitbringen dürfen. Wenns nach mir ginge, könnten sie selbst das Mitbringen verbieten. Aber das dürfen sie ja nach wie vor. Nur während des Unterrichts halt nicht benutzen. Und das sollte doch eigentlich sowieso eine Selbstverständlichkeit sein.
Kinder werden zu Hause erzogen und in der Schule ausgebildet. Punkt. Wenn sich ein Kind in der Schule nicht benehmen kann, wirds ermahnt, und im Wiederholungsfall rausgeschmissen. Die Sanktionen dafür (empfindliche Geldstrafen) haben die Eltern zu tragen. Wer keine Zeit und/oder keine Lust hat, seine/ihre Kinder richtig zu erziehen, der darf sich halt keine anschaffen.
Und dieses dauernde Gerede bzgl. der Migrationsthematik, dass wir hier jahrzehntelang versäumt haben, die Leute richtig zu integrieren, kann ich ehrlich gesagt auch nicht mehr hören. Wir haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten so Manches versäumt. So what? Shit happens... Dass meine Generation sich inzw. im Wesentlichen selber um seine Altersversorgung kümmern muss, war so auch nicht geplant, und ist inzwischen ein Fakt. Und? Jammere ich rum? Entweder, ich kümmere mich halt drum, oder ich hab später Pech gehabt.
Und ja, sicher hätte man sich eher darüber Gedanken machen müssen, was passiert, wenn wir an unseren Schulen irgendwann 50% oder mehr Kinder mit Migrationshintergrund haben. Hat man halt nicht. So wie man manch anderes halt auch nicht gemacht hat. Und? Deswegen muss man trotzdem verlangen können, dass ein Kind mit Migrationshintergrund fließend deutsch spricht, wenn es in die Schule kommt. Und zwar weil ihm das zu Hause beigebracht wurde, und nicht vom Staat. Egal, was wir bei der Migration versäumt haben: JEDER Ausländer HÄTTE deutsch lernen können, wenn er nur gewollt hätte. Versäumnisse hin oder her - auch zu sowas gehören immer zwei...
Alles in allem kann ich das, was da in Bayern geplant ist, nur gutheißen. Bzw. es geht mir noch gar nicht weit genug. Handys haben an Schulen nix verloren. Notfälle, die ein eigenes Handy eines Schülers rechtfertigen würden, existieren nicht.
Mag sein, dass hier wieder mal meine Ossivergangenheit durchbricht, aber Fakt ist nunmal, dass man zu meiner Zeit noch Respekt vor Lehrern hatte, und wer ihn nicht hatte, der (und dessen Eltern) bekamen ganz schnell ganz heftig aufs Dach. Der Lehrerberuf war ein Angesehener, gute Lehrer waren echte Respektspersonen. Und das war richtig so.
Hats mir geschadet? Nein. Wenn ich mir dagegen die Schulen heute anschaue, dann brauche ich nicht lange nachzudenken, warum ich mich um meine Rente wohl wirklich lieber selber kümmern sollte...
Das einzige wirkliche Problem unseres Bildungssystems ist, dass man den Kids die Ärsche mit Seidenpapier abwischt, anstatt draufzuhauen - und zwar so, dass es wehtut... (beides natürlich nur im übertragenen Sinne
)