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Original geschrieben von chico
Du findest allen Ernstes, dass Kannibalismus nicht angeprangert werden darf?
Anprangern schon, aber man durfte ihn dafür nicht bestrafen.
Es ist abartig und pervers, und ich kann absolut nicht begreifen, wie jemand so etwas machen kann. Aber ich betrachte sowas mit einem derart großen Abstand, daß ich mir dann halt ganz sachlich die Frage stelle, auf welcher gesetzlichen Grundlage man dagegen vorgehen soll. Und die sehe ich halt derzeit nicht. Wer das ändern will, kann dies über die Funktionen der parlamentarischen Demokratie vorantreiben, und wenn der Gesetzgeber irgendwann ein Gesetz erläßt, nach dem das Verspeisen von bereits toten Menschen - auch mit deren ausdrücklicher Genehmigung - mit einem Strafmaß von soundsovielen Jahren belegt wird oder so jemand zwangsweise in psychiatrische Behandlung gehört, dann soll es so sein. Aber bis es soweit ist, war hier IMHO keine andere Entscheidung möglich.
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In meinen Augen ist das keine Straftat, die man absitzen kann, sondern ein tiefgreifender psychischer Schaden, gegen den auf Gedei und Verderb vorgegangen werden muß.
Nun, da muß ich Dir ganz ehrlich sagen, gibt es für meinen Geschmack wirklich ganz andere Sachen, gegen die auf Gedeih und Verderb vorgegangen werden muß. Das hier gehört nicht dazu. Der Mann mag pervers sein, aber er schadet damit niemandem. Es konnte nicht erwiesen werden (und das glaube ich ehrlich gesagt auch nicht), dass dieser Mensch jemals zu einem Mörder werden würde. Natürlich - das Risiko besteht. Aber wir haben halt leider - oder zum Glück - keine vorausurteilende Rechtssprechnung. Man kann halt jemanden erst für etwas belangen, wenn er es getan hat, nicht schon vorher. Ich denke, er hätte seine Phantasie auch weiterhin zusammen mit Gleichgesinnten wie eben hier dem "Opfer" ausgelebt - die ihrerseits übrigens IMHO mindestens genauso einen Schlag in der Birne haben wie dieser Typ. Meine Abneigung gegen den Gedanken, daß da jemand Menschen aufisst, ist ungefähr genauso groß, wie mein Bedauern für die Speise gering ist. Insofern: Fressen und gefressen werden - wahrlich nicht der erste tierische Instinktivismus, auf den die Menschen zurückfallen... 