Also ich sehe das Ganze ehrlich gesagt ausgesprochen emotionslos und finde das Urteil durchaus angemessen. Die Verhandlung hat ergeben, dass es sich nicht um Mord handelte, also war halt nicht mehr als Totschlag und das entsprechende Strafmaß drin.
Dass der Typ dann nach der "Tötung auf Verlangen" das getötete Objekt verspeist hat, mag zwar in unseren halbwegs gesunden Gehirnen in der Tat auf massive Ablehnung, Unverständnis und Ekel stoßen, ändert aber nichts daran, daß wir in diesem Land offensichtlich kein Gesetz haben, welches das Verzehren eines toten Menschen unter eine solche Strafe stellt, dass jemand, der sowas macht, lebenslänglich bekommt, jahrelang in die Klapse müsste o.dgl.. Und solange sich das nicht ändert, kann ein Richter eigentlich kaum anders entscheiden...
Und ich gebe NoNick absolut Recht, wenn er sagt, dass es wahrlich Schlimmeres gibt. Für das die Leute auch nicht Lebenslänglich oder Sicherheitsverwahrung bekommen. Wenn man sich überlegt, dass so mancher Mörder mit einer vergleichweise geringen Strafe davonkommt, weil es seinem Anwalt gelingt, das Ganze als Affekthandlung laufen zu lassen, dann weiß ich offen gesagt nicht, worüber Ihr Euch aufregt. Wenn ein Mann seine Frau im Suff erschlägt und dann "verminderte Schuldfähigkeit" attestiert bekommt - DAS ist wirklich übel. Hier jedoch liegt ein "Töten auf Verlangen" vor (ein Tatvorwurf, dem sich auch schon der eine oder andere Arzt ausgesetzt sah), und hintendran hat er dann halt was gemacht, was für uns unendlich eklig, unendlich abstoßend und absolut unvorstellbar ist. Wirklich geschadet hat er damit aber niemandem... ![]()
Es gibt übrigens auf dieser Welt noch einige kleine Urwald- u.ä. Völker, bei denen ist Kannibalismus eine ganz normale Sache. Diese Menschen mögen Wertvorstellungen haben, die mit unseren gänzlich inkompatibel sind, aber ich glaube nicht, dass man ihnen eine kollektive medizinische Hirnkrankheit attestieren könnte... ![]()