Moin moin 
Naja, so einfach ist das nicht. Es geht ja um die Gleichberechtigung für alle. 
In Österreich zahlen alle Maut, auch die Österreicher und die werden nicht über ihre KFZ-Steuer/-Versicherung entlastet, wie es hier zu Lande passieren soll. Daher klagen Österreich und Co gegen die Befreiung der Deutschen bei der Maut. 
Soweit ich mich richtig erinnere, war Österreich das erste EU (damals noch EG) Land überhaupt, was Maut-Vignetten eingeführt hat - vorher machte das nur das Nicht-EU/EG-Land Schweiz. Damit wurde die Büchse der Pandora geöffnet...
Vorher hat allein der österreichische Steuerzahler die mauffreien Stecken finanziert - nach Einführung der Vignettenpflicht wurde er durch die Mautzahlungen der nicht-österreichischen Autos entlastet. Dass die Entlastung in anderer Form als einer verringerten KFZ-Steuer vorgenommen wurde, das spielt letztlich keine Rolle. Es ist ein Treppenwitz, wenn ausgerechnet die Österreicher die doch sehr ähnlich geplante Änderung der deutschen Autobahnfinanzierung beklagen.
Dennoch gut möglich, dass die EU-Richter das anders sehen... die sitzen ja in Luxemburg und sind ebenfalls von den deutschen Mautplänen betroffen.
Ich würde mir die Rolle der EU in einer ganz anderen Form wünschen - so wie die Telefonie- und Internet-Roaming-Gebühren mit der Zeit erfolgreich auf Null gedrückt wurden, sollte es auch ein EU-weites "Autobahn-Roaming" geben. Also wer im Inland für die Autobahnfinanzierung bezahlt hat, der sollte auch im EU-Ausland kostenfrei fahren dürfen. Die streckenbezogene Maut wie in einigen österreichischen Tunneln und in Italien/Frankreich/Spanien generell bliebe davon ja unberührt.
In der heutigen Situation würden dann KFZ mit Zulassung in einem Benelux-Land die deutsche Vignette umsonst bekommen, KFZ mit Zulassung in AT, FR, IT, CZ etc. jedoch nicht.
Umlegung der Maut auf Kraftstoffpreis macht auch nur Sinn, wenn es EU-weit erfolgt - schon heute kann man von Polen bis Luxemburg mehrere hundert km durch Deutschland fahren, ohne hier zu tanken.