Zitat
Original geschrieben von CK-187
Das ist aber keine wirkliche Demokratie. Wenn ich mich für eine Parte entscheide dann entscheide ich mich gleichzeitig auch gegen die anderen Parteien. Zu regieren hat in einer Demokratie nur derjenige der auch gewählt wird bzw. werden kann. Und da es keine Koalitionen zu wählen gibt hat das System auch nichts mit Demokratie zu tun. Mein Lieblingsbeispiel sind die Grünen. Die haben IMHO in einer Regierung nichts, aber garnichts verloren.
Wieso nicht? Ganz einfach. Sie haben immer um die 10% (+/- 1-2%). Das heißt das 90% der Wähler diese eben nicht in der Regierung haben wollen. Wenn diese Nichtgewählten am Ende in einer Regierung sind dann ist das eine ähnliche Form der Demokratie wie man sie gerade in China hat.
Ich sag es nochmal. Solange keine Koalitionen auf dem Wahlzettel stehen haben diese immer 0,0% aller Stimmen--->.<---
Dann haben nach deinem Verständnis z.B. die Niederlande und Italien auch "keine wirkliche Demokratie".
Die Grünen sind ein polarisierendes Beispiel... nehmen wir doch die FDP, welche - ich glaube das ist auch von ihren Gegnern unbestritten - diese Republik entscheidend mitgeprägt hat, sie hätte das nach deinem Demokratieverständnis aber gar nicht tun dürfen.
Natürlich gehören Koalitionen zu einer Demokratie, andernfalls riecht es sehr schnell nach Autokratie -> Beispiel Russland. Und unsere Form der Demokratie mit der chinesischen Regierungsform zu vergleichen - wo es nicht mal freie Wahlen gibt - bedarf keines weiteren Kommentars und ist einfach nur beschämend.
Last but not least gibt es Koalitionen auch beim Mehrheitswahlrecht, in Frankreich finden die Koalitionsverhandlungen zwischen den zwei Wahlgängen statt und der Wähler bekommt eine Wahlempfehlung (oder auch nicht) für die entscheidende Stichwahl. Demokratischer ist das nur auf dem Papier.
Übrigens ist unser Wahlrecht eines der wenigsten in Europa, welches seit Staatsgründung bezüglich des Anteils Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht praktisch unverändert blieb, im Gegensatz zu vielen Nachbarstaaten, wo - zumeist aus kurzfristigen politischen Erwägungen zur Stärkung der eigenen Fraktion - gerne mal Änderungen sowohl in die eine wie auch in die andere Richtung vogenommen wurden.