Die Apotheken haben eine Beratungspflicht für Produkte die apothekenpflichtig sind - daher gibt es die Apothekenpflicht nämlich, ansonsten könnte man diese Arzneimittel genauso im Supermarkt verkaufen.
Wenn sich eine Arzneimittelzulassung auf bestimmte Altersgruppen beschränkt (hier ab 6 Jahre), dann kann ein Apotheker nicht einfach dieses Produkt zur Anwendung an Menschen unter 6 Jahren empfehlen. Im Gegenteil er müsste darauf hinweisen, dass das Produkt nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden darf.
Es ist schon schwach, insbesondere von eine Offline-Apotheke so schlecht bzw. gar nicht zu beraten, sie rühmen sich doch geradezu damit, eine herausragende Beratung zu bieten und führen das auch noch als Vorteil ggü. dem Onlinehandeln an.
Aber hier zählt offenbar auch mehr der Verkauf. Vielleicht hatte man auch einfach zu viel von der Creme (ein Fenistil Hydrocort Gel gibt es meines Wissens nicht) und wollte sie loswerden. Das überschrittene Verwendbarkeitsdatum spricht ja dafür.
Eine Abgabe mit überschrittenem Verwendbarkeitsdatum ist ganz klar verboten (§8 (2) AMG).
In der letzten Stern TV Ausgabe wurden "abgelaufene" Arzneimittel untersucht, darunter auch zwei hydrocortisonhaltige Cremes. Der Experte hat von der Verwendung ausdrücklich abgeraten, weil sich die Bestandteile der Creme getrennt haben und der Wirkstoff nicht mehr gleichmäßig verteilt war.
Bei ASS (Aspirin) hat man dagegen festgestellt, dass auch 80 Jahre alte Tabletten noch konsumiert werden können - sie riechen nach Essig und der Wirkstoffgehalt war etwas unter 90% gefallen. 90% sind die gesetzliche Mindestanforderung.
http://www.stern.de/tv/sterntv…s-hochgiftig-1881657.html
Interessant fand ich in dem Zusammenhang auch mal eine Reportage des NDR die man auch online ansehen kann:
http://www.ndr.de/fernsehen/se…erpharmaindustrie101.html
Hier verlangt eine (jüngere) Testkundin in einer Apotheke ein Migränemedikament das für Personen ab 65 Jahren nicht zugelassen ist, sie bekommt es einfach ausgehändigt. Hier wird von einem Pharmakologen schon bemängelt, dass die Apothekerin die Kunden gar nicht frägt ob das Medikament für sie oder für jemand anderen sei.