Zitat
Original geschrieben von Imp
Aber es ist schon toll, wie man sich hier gegenseitig nicht das schwarze unter den Fingernägeln gönnt. Vorbildhaft. Möge die Regierung dafür in der Hölle toasten
Mir gehts gar nicht darum, irgendjemandem etwas zu missgönnen. Dieses Beispiel mit dem Auto ist für mich ein Aufhänger. Und zwar, wann staatliche Leistungen fliessen sollten und wann eben nicht.
Staatliche Leistungen sollten imho nur dann fliessen, wenn jemand anders sein Leben nicht auf die Beine stellen kann. Und die Lage bei kingpin ist so, dass er sagt: der Staat finanziert mir mein Leben, ich geh arbeiten für mein Auto. Er hat aber durchscheinen lassen, dass er sich ohne Bafög das Auto wohl eher nicht leisten könnte. Ergo finanziert der Staat ihm doch sein Auto mit. Und das muss einfach nicht sein. Kann er sich hingegen auch mit Arbeit sein "normales" Studentenleben nicht finanzieren (sprich Bude, Nahrung, Lehrmittel etc.) dann sollte auch Bafög fliessen. Aber wenns sogar reicht, um ein Auto zu unterhalten...sorry, dann ist das imho zuviel.
Und das Auto ist für mich nur ein Beispiel. Es könnte auch Urlaub sein, ein wahnsinnig teurer PC oder sonstige Luxusgüter. Dafür ist der Staat einfach nicht zuständig.
Natürlich sind Studienjahre keine Jahre in denen man in Reichtümern schwelgt. Man muss sich da i.d.R. einschränken, kann sich nicht alles leisten, was man gerne hätte. Und kann trotzdem ein menschenwürdiges Leben führen. Manch einer tut ja gerade so, als muss ein gewisser Standard als Student auch einfach sein. Ja, eine Grundsicherung. Richtig. Mehr hat der Staat nicht zu finanzieren.
Dafür ist es ja so, dass Akademiker nach dem Studium letztlich deutlich mehr verdienen als jemand, der eine Ausbildung gemacht hat und danach ins Berufsleben eingestiegen ist. Und nicht jeder Uniabsolvent wird hinterher in unbezahlten Praktika geknechtet, findet keinen Job etc. -- die Lage am Arbeitsmarkt trifft Auszubildende nach ihrer Lehre ganz genauso, längst nicht mehr jeder Azubi wird von dem Betrieb, in dem er seine Lehre macht, auch übernommen.
Das sind aber alles Dinge, über die man sich vor der Entscheidung zwischen Studium / Ausbildung Gedanken machen kann und sollte. Und nicht sich fürs Studium zu entscheiden, weil man noch nicht so sicher ist, was man eigentlich mal will und dann irgendwann feststellen dass die Studienzeit selbst zwar viele tolle Erfahrungen birgt, aber eben auch die Erfahrung, dass man sich gar nicht alles leisten kann, was man möchte. Das aber gilt für Azubis ebenso.