Ich finde IKEA zu größten Teilen furchtbar. Vieles ist so dermaßen geschmacklos kitschig und schlecht verarbeitet, daß ich mich nur noch wundern kann, warum Leute sowas kaufen.
Besonders das Einkaufserlebnis ist eine Zumutung, ich bekomme da wirklich Hormonstörungen von... Debil wirkende junge Frauen und Mädchen, die irgendeinen bunten zusammengeschusterten Quatsch kaufen als gäbe es kein Morgen mehr, das ist gräßlich mitanzusehen.
Das schlimme sind ja längst nicht nur die Möbel, sondern der Kleinkram. Was da an Nutzlosigkeiten angeboten und begeistert gekauft wird, kann nur daran liegen, daß IKEA generell in gewissen Kreisen als per se geschmackssicher gilt. Dabei handelt es sich meistens tatsächlich um Mädchen und Frauen von 16-28, die irgendwie glauben, durch den IKEA-Einheitsbrei das zu spießige Zuhause zu modernisieren. Und das mit so einer Ernsthaftigkeit und einem Nachdruck, daß einem schlecht wird. Mädchenland!!
Ich kaufe selber dort ab und zu etwas, aber es wird jedesmal zu einer nervlichen Tortur. Man sieht dann, wie "der garantiert billigste Fußhocker in Düsseldorf" die junge Familie (er desinteressiert, sie im Kaufwahn) verleitet zu glauben, das nebenstehende Bett wäre ebenfalls günstig. Ist es aber nicht! Einiges bei IKEA ist weit teurer als der Marktpreis, und nicht unbedingt besser. Wenn man sich auskennt, kann man durchaus einige praktische Sachen für wenig Geld bekommen (ich als IKEA-Hasser besitze selbst 2 Billy-Regale, die ich nicht mehr hergeben würde sowie ein Weinregal und einen Beistelltisch), aber vieles ist einfach unverschämt teuer und wird nur akzeptiert, weil weil der weniger kritische Kunde durch das ganze Drumherum (chaotische Präsentation, Familenseligkeitsterror, gehirnwäscheartige Anlage des Rundgangs) systematisch weichgeklopft wird.
Ich finde die Preise übrigens bei den Küchen am unverschämtesten, dicht gefolgt von den Betten.
IKEAs Marketing ist ja eigentlich brillant, das sollte mir als Wirtschaftler Vergnügen bereiten, dabei zuzugucken wie es funktioniert. Aber die Wirkungsweise ist so plump, daß sich mir in meiner Funktion als Kunde sämtliche Nackenhaare sträuben. Es erinnert mich manchmal an Nokia... Die Ware ist teuer und oftmals das Geld nicht im Ansatz wert, aber der Kunde hat das Gefühl, genau das richtige zu tun, und nimmt alle Schäwchen und Kosten hin, damit er dazugehört. Ebenso ein fuchtbarer Tussi-Gruppenzwang-Effekt. Und bei IKEA ist es mittlerweile genauso. Es kann doch gar nicht schlecht sein, es ist doch von IKEA!
Eigentlich strahlt ja der Zyniker in mir, wenn ein Unternehmen mit einer möglchst simplen und durchsichtigen Masche die Kaufkraft der Debilen absorbiert, aber wenn ich dann mittendrin stehe und einfach nur ein günstiges Regal für den Abstellraum haben will und drumherum die Art von Wahnsinn tobt, dann wird mir schwindlig. Und das schlimmste ist, wenn meine Freundin dann anfängt, sich für Sachen zu interessieren, die ich vor Scheußlichkeit im Vorbeigehen ohnehin nur so gerade ignorieren konnte, aber dann wirds echt schwer, die Fassung zu bewahren.
Wenn ich an der Kasse angelangt bin, bin ich meistens nicht mehr wirklich ansprechbar. Der Schwedenshop kann mich dann meistens noch etwas aufmuntern, aber der war früher auch besser sortiert, viele typsichen Produkte fehlen einfach. Aber ein paar nette Sachen gibt es schon immer noch.
Das ist dann aber auch die Zeit, wo man merkt, daß man weit über 3 Stunden in diesem Kitschbunker verbracht hat, und ärgert sich nur noch mehr...