Die große Dr. Sommer PC-Bastel-Anleitung? *grins*
Das ist wirklich viel weniger schwierig als man sich das vorstellt.
Erstens solltest du klären, ob du gerne ein vollformatiges Tower-Gehäuse oder einen schmucken kleinen Barebonerechner (shuttle XPC) hättest (falls ein 5,25"-Laufwerk genügt). Barebones haben den Vorteil, daß du da nicht das Mainboard einbauen mußt, sondern einfach nur CPU und RAM einsetzt, HDD und DVD verkabelst, und fertig ist die Kiste.
Beim normalen Rechner ist es etwas mehr Arbeit, aber immer noch auch für einen Anfänger in ca. einer Stunde erledigt.
Falls Du also einen großen Tower möchtest, solltest du nach einem möglichst gut verarbeiteten gucken. Ich empfehle Chieftec.
Die nächste Frage ist das Netzteil. Da sollte man nicht sparen, denn neben Leistung und Zuverlässigkeit spielt auch die Lautstärke eine Rolle. Sehr hochwertig ist zB Levicom, Enermax ist auch zu empfehlen.
Das Netzteil wird übrigens mit 4 Schrauben an der dafür vorgesehenen Stelle reingeschraubt, und fertig. Auch ein Netzteiltausch ist unterm Strich eine Aktion von der Größenordnung CD-Player anschließen.
So, dann mal zum Mainboard... Du suchst Dir ein gutes Board aus (welche CPU möchtest Du einsetzten? P4, AthlonXP, Athlon64?), empfehlenswert sind in jedem Fall ASUS, MSI usw., Finger weg von Elitegroup.
Ich würde in der Regel ein voll ausgestattetes Board nehmen, also mit LAN und Sound onboard, es sei denn du stellst an den Sound höhere Ansprüche (Musikbearbeitung oder soetwas), dann würde ich zu einer zusätzlichen Soundkarte greifen.
Tja, dann weiter im Text: Beim Gehäuse liegt ein Beutelchen Schrauben und Abstandhalter bei, die du auf der Mainboardhalterung einschraubst, so daß die Löcher des Mainboards passen. Ganz einfach, Abstandhalter an allen richtigen Stellen in die Grundplatte, dann das Mainboard drauflegen und festschrauben, fertig.
Anschließend das Netzteil mit dem Board verkabeln (1 breiter Systemstecker, beim P4 noch zusätzlich ein kleiner Stecker), und dann kommen wir zur einzigen frickligen Sache, nämlich den Tasten- und LED-Kabeln.
Das Mainboard besitzt einen Satz Connectoren, an die man diese fimschigen kleinen klingeldrahtähnlichen Kabelchen anschließt, die aus dem Gehäuse kommen. Dabei handelt es sich um die Kontakte von On/Off-Schalter, Reset-Schalter, der Power-LED, der HDD-LED und den PC-Speaker (beeeep). Wie die angeschlossen werden steht im Handbuch des Mainboards, einfach befolgen, und wenn was nicht funktioniert, nochmal genau vergleichen. Ist ne leidige Fehlerquelle, einfach nervig aber kaputtmachen kann man da gar nix.
Anschließend die Laufwerke durch simples Festschrauben in ihre Käfige (Grrr....) einbauen (Ich empfehle heutzutage bei diesen niedrigen Preisen eine schnelle Festplatte (7200rpm, 8MB Cache) für Windows und Programme, und eine zweite, leisere und kühlere, für Daten und Musik, Videos und so weiter (5400rpm, 2MB Cache). Zusätzlich einen DVD-Brenner (LG GSA 4082 oder 4120, je nachdem ob Dual Layer oder nicht).
3,5" Diskette kann man ja falls vorhanden auch reinsetzen, ich brauchs jedenfalls nicht mehr.
Die Laufwerke korrekt jumpern (System-HDD als Primary Master, Daten-HDD als Primary Slave, DVD-RAM als Secondary Master, evtl. DVD-Laufwerk als Secondary Slave). Das geht ganz einfach mittels Jumper, die Belegung steht heutzutage dankenswerterweise auf den Laufwerken aufgedruckt.
Das Masterlaufwerk an das äußere Ende des IDE-Kabels anschließen, und den Slave in die Mitte zwischen Mainboard und Master.
Details stehen hierzu auch im Mainboard-Handbuch.
Die Laufwerke mit den passenden Steckern des Netzteils verbinden, und schon gehts weiter zu den Steckkarten.
Grafikkarte (Radeon 9800Pro würde ich heutzutage nehmen) in den AGP-Slot stecken, befestigen (Je nach Gehäuse entweder schrauben oder klemmen), fertig.
Die CPU in den Sockel einsetzen (Anleitung wiederum im Mainboard-Handbuch), vorschriftsmäßig Wärmeleitpaste auftragen und den Kühler draufsetzen. Nicht vergessen, den Kühler mit dem passenden Stromstecker des Boards zu verbinden, denn sonst dreht sich der Lüfter nicht.
RAM-Riegel in die passende Bank einsetzen (bei einem Riegel in die erste Bank, die entweder mit DDR0 oder DDR1 bezeichnet ist. In DDR1 nur einsetzen, wenn es keine 0 gibt
). Ich empfehle übrigend eher Kingston-, TwinMOS- oder Samsung-Speicher (heutzutage PC400, CL2,5, 2x 512MB); Infineon neigt zur Zickigkeit, NoName zur Nichtfunktion.
Und Du wirst lachen, dann ist der Rechner schon fertig!
Eben noch die richtige Taktfrequenz und das Speichertiming im BIOS eintragen, die Festplatten und DVD-Laufwerke durch die automatische Erkennung jagen, und auf gehts zum Betriebssystem-Setup.
Das ist nicht viel Arbeit, man kann nichts kaputt machen, man lernt was dabei, und hat hinterher sogar das Gefühl, was geleistet bzw. gespart zu haben. Denn für den Kurs eines mittelprächtigen DELL-Bürorechners bekommst du in Einzelteilen einen absoluten Luxus-PC.
Viel Spaß beim Selbstzusammenbau
Benedikt