Casino Royale und Quantum of Solace müssen unbedingt in einem Kontext gesehen werden, und zwar in dem Zusammenhang, dass es dabei nicht um den popkulturellen Mythos Bond geht, sondern um den Aufbau desselben. Das wurde schon beim Erscheinen von Casino Royale klargestellt und ist auch jetzt bei Quantum of Solace so.
Der Mythos Bond gründet sich ja auf die Gadgets, die One-Liner Bonds, die Bond-Girls etc. (ich glaube, jeder weiß, was gemeint ist) Die Verortung der zwei aktuellen Filme - in dramaturgischer Hinsicht - noch vor Dr. No erklären das Fehlen der aufgezählten Komponenten, das Fehlen von Q und Ms. Moneypenny.
Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Serie wieder Stück für Stück an ihre Wurzeln annähert, IMO gibt es aber ohnehin sehr viele kleine Verweise darauf. Nur ein Beispiel: Gemma Arterton in Öl - es gibt wohl kaum einen Kenner der Serie, der diese Referenz an Goldfinger nicht erkennen kann. James Bond heute ist also gar nicht so weit entfernt von James Bond damals, klar ist aber auch, dass sich auch eine so erfolgreiche Serie wie 007 an aktuelle Zeitumstände anpassen muss um nicht lächerlich zu wirken. Ich weiß nicht, ob ein Roger Moore heute noch beim Publikum ankommen würde. (die Beliebtheit gründet sich hier ja eher auf Nostalgie)
Zum Schluss noch ein persönliches Statement: mir hat der Film sehr gut gefallen, tatsächlich darf man ihn aber nicht in eine Linie mit den anderen Teilen der Serie (bis auf Casino Royale) stellen, ansonsten mag man als Zuschauer enttäuscht sein.
Und: epserftstadt Die Filmmusik ist alles andere als schlecht, sondern spielt sehr geschickt mit den klassischen James Bond Themes.