Hallo zusammen,
normalerweise melde ich mich bei solchen Themen nicht so gerne zu Wort, allerdings ist das mein Gebiet.
Also, zunächst ist es wirklich so, dass man nicht bei SUBWAY an sich arbeitet, sondern bei einem der vielen Franchisenehmer. Daher kann man keine Aussage treffen wie die Arbeit dort prinzipiell ist. Das kommt absolut auf den Menschen an.
Den "Druck" auf die Franchisenehmer gibt es in jeder großen Systemgastronomie kette.
Dieser Druck hat aber in erster Linie nichts mit dem Finanziellen zu tun, sonder mit der Einhaltung von Regeln.
Denn leider, wie oben schon erwähnt, meint jeder, der von nichts eine Ahnung hat, und ne Finanzierung auf die Beine stellen kann (Omas Häuslein verpfändet), ein Restaurant aufmachen zu müssen (wer nichts wird, wird Wirt).
Und genau hier liegt der Fehler, moderne Betriebe der Systemgastronomie erfordern gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Zusätzlich sollten Kenntnisse im Personalwesen und in der Personalführung vorhanden sein. Das wichtigste Kriterium sind aber Kenntnisse der Lebensmittelsicherheit.
Denn z.B. sind die systeminternen Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit um ein Vielfaches höher, als es das deutsche Lebensmittelrecht erfordert!
Und keine Fastfoodkette kennt da irgendwelchen Spaß wenn es um die Gesundheit der Gäste und die Qualität der Lebensmittel geht.
Noch dazu ist es den Systemen sehr wichtig, dass das Unternehmensbild (Corporate Identity) einheitlich nach Außen wiedergegeben wird.
Es gibt aber immer wieder Franchisepartner die genau dies nicht schaffen. Und hier kommt dann der "Druck" von oben. Wer meint sein eigenes Süppchen kochen zu müssen, wir stark unter Druck gesetzt. Was ich aber nicht als schlimm empfinde.
In dem Spiegelbericht machte sich der Franchisepartner absolut lächerlich. Er hatte zu beanstanden, dass Subway ihm vorschreibt wo er die Lampen für sein Restaurant zu kaufen hat.
Was er allerdings schon wusste als er seinen Vertrag unterschrieb, denn diese Lampen müssen optisch identisch zu allen anderen Lampen in allen anderen Subway Restaurants sein, und sie müssen Sicherheitstechnisch geprüft sein! Denn das Ding Leuchtet den ganzen Tag, da darf es nicht passieren dass es aus Qualitätsgründen Feuer fängt und Gäste gefährdet!
Außerdem ist man als Franchisepartner trotzdem Unternehmer und nicht Unterlasser. Es gibt viele die meine sie müssten nur Betrag X investieren und bekommen dann Betrag Y unten raus!
Das gibt es aber noch nicht mal bei Mc Donalds, und die haben schon 30 Jahre Erfahrung in Deutschland.
Man kann das mit einem Autokauf vergleichen. Wenn man einen BMW kauft, heisst es noch lange nicht dass man auch Autofahren kann.
Es viele, die steigen ein und fahren, und sind soweit zufrieden.
Dann gibt es einige, die tunen und investieren weiter in dieses Fahrzeug und machen fast einen Rennwagen daraus, der richtig gut läuft.
Und dann gibt es natürlich auch die, die schon mit den 3 Pedalen da unten im Fußraum nicht zurecht kommen, die versuchen dann aufs Gas zu gehen, können nicht lenken und fahren gegen die Wand.
Dann ist aber nicht das Auto, sondern der Fahrer schuld!
Übrigens sind die Verträge nicht nur in englisch, sondern immer auch in deutsch. Bei der Vertragsunterzeichnung geht der DA (Development Agent = Gebietsentwickler) den gesamten Vertrag durch und erklärt die einzelnen Punkte. Woran sich aber einige dann irgendwann scheinbar nicht mehr erinnern können.
Diese DA´s haben aber Druck, den sie bekommen Vorgaben wie viel Lizenzen sie zu vergeben haben und wie viel Restaurants sie zu eröffnen haben.
Und genau hier liegt die Gefahr des Systems!
Wenn jetzt Herr X kommt und sagt dass er gerne in Dorf A ein Restaurant eröffnen möchte, sind viele DA´s verleitet, der Sache schnell zuzustimmen, auch wenn der Standort evtl. ungeeignet ist. Hier ist dann das Gejammer im Nachhinein groß wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt.
Das ist aber einzig alleine menschliches Versagen des DA, der den schnellen Abschluss gemacht hat, und des Unternehmers der ohne wirkliche Risikoprüfung das Restaurant eröffnet hat.
Allerdings muss man auch sagen, dass das Subway-System noch ziemlich jung in Deutschland ist, und noch viel zu lernen hat. Mc Donalds ist da schon einige Jahre (und Skandale) vorraus.
Wer noch tiefer führende Fragen zu Gastronomie ketten hat, kann sich gerne auch mal per PN an mich wenden.
Gruß
Oatflake