Zitat
Original geschrieben von Sliders
Ich denke der Fehler liegt darin, "Studenten" nach ihren Absichten zu unterscheiden. Jeder hat andere Absichten. Der eine ist tatsächlich Student, der andere will hier aus dem Ausland legal nach Deutschland kommen, der andere studiert irgendwie, kommt aber nie voran, weil er doch irgendwie mit Nebenjobs zu beschäftigt ist und andere tun es nur wegen Tickets oder halt weil das Essen so billig ist oder auch nur wegen der Krankenversicherung (ein GKV als Student ist billiger als eine freiweillige Versicherung , die mind. 150€ pM kostet). Und ein anderer tut es, weil er im Alltagsleben Vorüge hat.
Nein der Fehler liegt einzig und allein darin, dass scheinbar einige glauben den Studentenstatus für ihre persönlichen Bedürfnisse/Vorteile ausnutzen zu können.
Länder und Bund lassen sich Bildungseinrichtungen wie Universitäten und FH`s eine Menge (Steuer)Geld kosten.
"2008 investierte Deutschland etwa 1,1 % des Bruttoinlandsproduktes in den tertiären Bildungsbereich – 1,7 Milliarden Euro kamen vom Staat, 18,6 Milliarden Euro wurden von den Ländern getragen und 0,3 Milliarden Euro steuerten die Kommunen bei."
http://www.bildungsxperten.net…n-hochschulen-finanziert/
Das Geld und die damit verbundenen Vergünstigungen für Studenten wird dafür bereit gestellt, dass sich die Studentenschaft aus- und fortbildet und idealerweise dann nach Abschluss des Studiums ins Berufsleben einsteigt um so wieder selbst einen Teil zum BIP beitragen zu können. Insofern finanziert also die Allgemeinheit die Vergünstigungen für die Studenten mit - auf der Basis des Prinzips "Geben und Nehmen".
Es ist weder vorgesehen oder gewünscht, dass der Studentenstatus dazu "mißbraucht" wird sich persönlich eine günstige GKV zu verschaffen (wer kein Einkommen hat für den übernimmt der Staat die GKV - wer aus welchen Gründen auch immer sich freiwillig in der GKV will oder muss, muss dann eben auch mit den dafür entstehenden Kosten leben), etwaige Einreisehürden zu umgehen (welchen Sinn macht es ein spezielles Fach in einem Land zu studieren dessen Sprache ich nicht verstehe?) oder sich sonstwie auf Kosten der Allgemeinheit an diesem System zu bereichern wenn dabei von vornherein klar ist, dass ich selbst meinen "Beitrag" später nicht in der vorgesehenen Form an die Allgemeinheit zurückgeben werde oder will.
Derartige Auswüchse werden momentan noch toleriert, zum einen weil bisher kaum die Möglichkeit hat hier wirksame Riegel vorzuschieben zum anderen hält sich die Zahl der "Studi-Schmarotzer" glücklicherweise noch in Grenzen. Aber wie auch bereits geschrieben: Systeme die auf der Solidarität aller Beteiligten beruhen funktionieren nur solange wie das Gleichgewicht einigermaßen aufrecht erhalten werden kann. 1, 5 oder 10 unberechtigte Nutznießer fallen da zunächst sicherlich nicht so sehr ins Gewicht, verschieben sich die Zahlen aber nach oben kann das ganz schnell anders aussehen.
Und die wirklichen Studenten würden sich mit Sicherheit bedanken wenn es irgendwann dazu kommen sollte das als Gegenmaßnahme zum Scheinstudententum bspw. eine Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen eingeführt wird oder die Studienordnungen dahingehend verschärft werden das pro Semester zwangsweise eine bestimmte Anzahl Prüfungs- oder Studienleistungen bestanden werden müssen bzw. die Scheinfristen drastisch verkürzt werden da sonst die Zwangsexmatrikulation folgt...