Zitat
Original geschrieben von diger
Bei einer Mietwohnung geht aber auch rein gar nichts zu Lasten des Vermieters, sondern ALLES geht zu Lasten der Mieter zuzüglich einer Marge, denn der Vermieter will ja einen Gewinn daraus erzielen.
Das ist aber zu pauschal gedacht, bzw. funktioniert nur wenn man aus VM Sicht hier mit ceteris paribus Paramtern arbeitet.
Bei Immobilien gibt es primär 3 wesentliche Faktoren die zu berücksichtigen sind:
1.) Lage
2.) Lage
3.) Lage
Bin ich in der glücklichen Position der VM eine Top-Immobilie in bester Lage zu sein, die mir von Mietern zu fast jedem Preis permanent aus der Hand gerissen wird mag die obige Aussage ja ggf. noch zutreffen, allerdings sind eben längst nicht alle Objekte am Markt derartig gefragt, dass ich als VM meine Wunschvorstellungen auch durchsetzen kann.
Ein mir aktuell bekanntes Beispiel:
EFH aus Ende der 90ziger in einem kleinen Dorf. Eigentümerehepaar geschieden, Haus soll vermietet werden, da Eigennutzung wegfällt. Leider war aus VM Sicht die Entwicklung des ländlichen Neubaugebiets doch dann nicht so erfolgreich wie ursprünglich gedacht, es fehlt an der für Mieter ebenfalls sehr interessanten sonstigen Infrastruktur (Schule, Supermarkt etc. pp.) da das ausgelobte "Gewerbe"gebiet letztendlich dann doch 3 Orte weiter gebaut worden ist.
Nachdem eine "ortsübliche" Miete aufgerufen worden war fand sich lange keiner der die Immobilie mieten wollte - der Finanzierungskredit läuft trotzdem weiter. Also runter mit der Miete (Rücklagen für Instandhaltung und Marge was ist das??), so dass es gerade mal dafür reicht den Kredit zu bedienen. Bereits im ersten Jahr kamen Reparaturen (Heizung und Abwasser) und Instandhaltung auf den VM zu die mehr als ein halbes Jahr der Mieteinnahmen aufgefressen haben - wohlgemerkt der Kredit läuft trotzdem unerbittlich weiter.
Die Mieter haben also ein komplettes Haus zu einer Miete für die man in der nächsten Stadt nicht mal eine 4-Zimmer Wohnung bekommen würden, brauchen sich über Reparaturen etc. keinen Kopf zu machen und freuen sich des Lebens.
Für den VM war es bisher weitesgehend ein Zuschussgeschäft, der Mieter finanziert weder den Kredit noch irgendwelche Rücklagen. Der Vertrag wurde vom Mieter jetzt wg. Neuorientierung im Job und Umzug zum Juni gekündigt, trotz intensiver "Nachfolger"suche hat sich bisher nicht ein wirklicher Interessent gemeldet den man als VM überhaupt in Betracht ziehen würde (Anfragen wie "Ja wir wollen mit 6 Personen da einziehen und jede Partei zahlt 1/3 der Miete..." kommen zwar sind ja aber keine wirkliche Option).
Unterm Strich also eine insgesamt sehr bescheidene Ausgangslage für den VM (die in der Praxis gar nicht so selten ist), wenn hier noch mal für 6 Monate die Miete komplett wegfällt oder andere ungeplante Ausgaben anstehen wird es sogar richtig eng und die Finanzierung droht insgesamt zu platzen.
Hier hätte der VM dann viel Geld und Zeit in ein Haus gesteckt was im schlimmsten Fall in die Zwangsversteigerung geht und dort sicher auch keine Top-Preise erzielt, wenn es ganz blöd läuft hat der VM dann 30-40K € verbrannt um hinterher ohne Haus aber mit noch offenen Restforderungen der Bank darzustehen.