Zitat
Original geschrieben von horstie
Menschen lassen sich nun einmal emotionalisieren und sind dabei nicht immer rational - wobei natürlich das Geschehen um die Ecke immer mehr Eindruck hinterlässt als ein Erdbeben in China udn auch die Besonderheit der Umstände eine Rolle spielt im Vergleich zu täglichen Verkehrsunfällen etc.
Ist soweit sicherlich richtig, allerdings wird durch die "Emotionalisierung" - u.a. auch forciert durch der omnipräsenten Medien - der Bogen meines Erachtens nach oft überspannt, so dass anstatt aufrichtiger Anteilnahme und Trauer es schon wieder Gefahr läuft ins lächerliche abzugleiten.
Trauer (gerade von völlig Unbeteiligten) kann man auch anders zum Ausdruck bringen als mit zittriger Stimme im Fokus einer TV Kamera. Die Menschen verhalten sich in dem Moment so wie sie glauben das es von ihnen erwartet wird - also wird hemmungslos losgeflennt.
Ein nüchternes "Ich bin über die Vorfälle sehr erschrocken und entsetzt, mein Mitgefühl gilt den Angehörigen..." habe ich noch auf keinem TV Sender gesehen - "verkauft" sich schließlich auch lange nicht so gut wie heulende Teenies.
Ähnliche Szenen wie damals beim Tod von M. Jackson, auch hier waren die Reaktionen vieler einfach vollkommen überzogen, was wie Eingangs geschrieben mir als Angehöriger eher noch sauer aufstoßen würde anstatt das es irgendwie hilft.
Und man sieht ja auch hier im Beitrag deutlich wohin eine "emotionalisierte" Diskussion führt: Zu gar nichts. Keiner weiß wirklich genau was los ist und/oder kennt die Hintergründe, trotzdem wird die eigene Meinung und die entsprechenden Schuldzuweisungen vehement verteidigt, aus jeder noch so kleinen (ungeprüften) Nachrichtenmeldung werden sofort unumstößliche Wahrheiten.
Fakt ist letztendlich doch nur eins: Die Vorkomnisse sind tragisch insbesondere da sie voraussichtlich vermeidbar gewesen wären.
Ob man je erfahren wird (sofern es denn überhaupt rekonstruierbar ist) wie es tatsächlich zu diesem Unglück kommen konnte bleibt abzuwarten, ebenso ob man noch jemanden findet den man letztendlich den schwarzen Peter zuschieben kann und entsprechend zur Beruhigung der "aufgebrachten Massen" dann zum Abschuss freigibt. (Nicht umsonst hat der Ausspruch "Es müssen Köpfe rollen..." ja seine historische Berechtigung, schon im Mittelalter wurden gern Menschen öffentlich geköpft, ob sie tatsächlich schuldig oder nur ein vorgeschobener Sündenbock waren spielte auch damals schon keine Rolle - Hauptsache der Mob wurde befriedigt.)