Das sind aber jetzt gerade mal wieder kräftige Äpfel und Birnen Vergleiche.
Jeder "Einschnitt" in die Freiheit muss mit dem Nutzen der durch diesen Einschnitt erreicht wird abgewogen werden.
Durch eine ständige Überwachung per Video können ggf. vereinzelt Strafttaten verhindert oder aufgeklärt werden, dies steht allerdings in keinem Verhältnis dazu das man damit praktisch auch nachvollziehen könnte wann sich wer wie aufgehalten hat. Damit gibt es also nicht NUR Gründe die dafür sprechen so etwas einzuführen.
Anders beim Alkohol am Steuer:
"Während im Jahr 2007 bei allen Unfällen mit Personenschaden 15 Tote und 225 Schwerverletzte auf 1.000 Unfälle kamen, waren es bei den Alkoholunfällen mit Personenschaden 27 Getötete und 356 Schwerverletzte je 1.000 Unfälle."
Stat. Bundesamt
Die Anzahl der getöteten Personen bei Alkoholfahrten ist also fast doppelt so hoch als bei allen anderen Unfällen. Von daher kann man schon sagen, dass es hier NUR Gründe gibt die dafür sprechen die Grenze auf 0,0 zu setzen.
Andere Länder haben eindrucksvoll bewiesen, dass sich damit die Zahl der alkoholbedingten Unfälle deutlich senken lässt (in Verbindung mit entsprechenden Kontrollen), ebenso werden weniger Menschen im Verkehr getötet oder schwer verletzt. Dagegen ist mit einem "Ich will aber Mittags mein Bier trinken dürfen..." ein sehr dürftiges Argument.
Klar würde man damit Alkoholfahrten nicht wegzaubern, es gibt je leider genügend Leute die sich auch heute schon nicht an die geltenden Regeln halten. Entsprechend wichtig ist es daher nicht nur den gesetzlichen Rahmen zu schaffen, sondern auch dafür zu sorgen, dass dieser durch ausreichend Kontrollen auch eingehalten wird.
Persönlichkeitsrecht und Freiheit? Ja gerne, aber schon das GG sagt: Die persönliche Freiheit endet dort, wo in die Freiheit anderer eingegriffen wird.
Es gibt nun mal kein "Recht auf Rausch" und es ist eigentlich daher auch nicht akzeptabel nur weil jemand der Meinung ist er könne mit 0,3 oder 0,4 noch prima Auto fahren, dass er damit sich und andere unnötig in Gefahr bringt.
Und sollte man wirklich mal einen Diabetiker oder Saftfanatiker erwischen, so muss dieser sicherlich keine Angst um seinen Führerschein haben.