Beiträge von ChickenHawk

    Zitat

    Original geschrieben von chrisch
    Jetzt gehts dem Unternehmen aber mal nicht so gut, die Löhne sollen jetzt gekürzt werden. Dann sagt der Arbeitnehmer, "nein, lasse ich mir nicht so einfach gefallen, ich habe in diesem Jahr auch nicht weniger als letztes Jahr geleistet, warum soll ich mich mit weniger zufrieden geben, habe ja auch nicht mehr bekommen, als es dem Unternehmen besser ging".


    In dieser Betrachtung liegt meiner Meinung nach ein grundsätzlicher Denkfehler.
    Wie schon geschrieben exisitieren Unternehmen nicht um am Jahresende mit +/- rauszukommen. Der Betrieb ist darauf ausgerichtet Gewinne zu erwirtschaften die im Idealfall auch eintreten. Ein AN wird daher also eingestellt und bezahlt um den "Normalfall" Gewinn am Jahresende einzubringen. Macht ein Unternehmen also Gewinn dann ist das keine besondere Leistung sondern die Erwartungen wurden lediglich erfüllt.


    Gibt es am Jahresende nun Miese dann hat die Leistung der Mitarbeiter eben nicht ausgreicht. Allein die Tatsache, dass sie 38/40 Stunden in der Woche anwesend sind hat somit offensichtlich nicht ausgereicht (auch wenn der einzelne MA das nicht so empfindet).
    Natürlich können die Mitarbeiter nur bedingt was dafür, sei es nun die gesamtwirtschaftliche Lage oder sonstige Faktoren, dass hilft aber keinem.


    Zwar trägt der Unternehmer/das Unternehmen zunächst das Risiko, wenn er es aber nicht an seine Mitarbeiter weitergeben kann wenn es nicht gut läuft würde das in letzter Konsequenz bedeuten, dass er den Laden dicht machen muss.


    Was also tun? Den Laden mit schlechteren Konditionen für die MA weiterführen bzw. mit weniger Personal, oder sagen ok wir ziehen das Ding jetzt noch unverändert weiter, fahren dafür aber in absehbarer Zeit komplett gegen die Wand und stehen dann alle auf der Straße?

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn



    Wenn ich mir dein Posting so durchlese dann sieht man da eine Weltanschauung, bei dem die Gesellschaft in Besitzklasse und Pöbelklasse, bei der nur der Bestizklasse eine eine Gestaltungsmacht zugeschrieben wird.


    Ich sage nicht, dass ich das toll finde, wenn ich "da oben" wäre dann würde ich einige Sachen mit Sicherheit sofern mmöglich anders machen/entscheiden.
    Ich habe lediglich beschrieben wie die Realität aussieht und das man mit dem Blick durch die sozialromantische Gewerkschafterbrille eben nicht wirklich weiterkommt.


    Gerade neulich wieder erlebt:
    Ein kleines Unternehmen mit nem tollen Produkt macht richtig gut Gewinne und braucht dafür nicht mal viel Personal. Einer von den "Großen" kommt, kauft den Laden auf, gliedert den Vertrieb und andere kaufmännische Abteilungen in die Mutter ein (dank EDV kann ja in München produziert und in Hamburg faktoriert werden) behält nur eine handvoll Mitarbeiter damit die Produktion weiterläuft und setzt den Rest an die Luft.


    Ja auch ich finde sowas einfach nur Sch***e, gerade weil die "freigesetzten" Mitarbeiter wahrscheinlich nicht so schnell wenn überhaupt nen neuen Job finden.
    Aber so läuft es nun mal. Wir sind heute an einem Punkt an dem man mit nem Streik die wirtschaftliche Realität und Globalisierung eben nicht einfach so zurückdrehen kann. Und wie schon einmal geschrieben:
    Bis jetzt hat auch noch niemand ein System aus dem Hut gezaubert, in dem es besser läuft.


    Deutschland hatte lange Zeit Glück von der Globalisierung etc. zu profitieren, mittlerweile sind wir an einem Punkt wo wir auch Einschnitte hinnehmen müssen auch wenn diese hart sind. Solange es für uns alles gut lief hat sich niemand beschwert oder danach gefragt wie es denn den Menschen in anderen Ländern geht. Jetzt sind wir selbst davon betroffen und das große Gejammer geht los.
    Und da wirken Streiks wie die der Telekom eben wie eine Verzweiflungstat ohne wirkliche Aussicht auf Erfolg.


    Ein Patentrezept wie man möglichst glimpflich für AG und AN aus solchen Miseren rauskommt habe ich auch nicht parat, ich halte aber einen produktiven Dialog immer noch für die bessere Variante als den "Arbeitskampf".
    Hat ver.di denn selbst schon mal einen vernüftigen Vorschlag auf den Tisch gebracht, wie sie denn mit der wirtsch. Situation umzugehen gedenken?
    Denn eins sollte ja auch dort klar sein: Sie wie die Telekom im moment wirtschaftet kann es in absehbarer Zeit nicht wirklich besser werden. Es müssen daher Veränderungen her und die werden nun mal von der Unternehmensleitung getroffen. Das diese Ideen bei den MA`s nicht wirklich gut ankommen ist klar, aber dann sollte doch auch von AN Seite mal was kommen wie es denn anders und besser werden kann. Einfach die Arbeit niederzulegen und zu sagen: "Wir wollen das alles so bleibt wie es ist..." funktioniert schlicht nicht.

    Zitat

    Original geschrieben von kues
    Das ist doch genau das zweierlei Maß, was Martyn schon anführte. Entweder es wird nach Erfolg/Gewinn des Unternehmens bezahlt oder nach Leistung der Einzelnen. Aber nicht mal so mal so, je nachdem wie es billiger für das Unternehmen ist.


    Doch genau so, das ist Wirtschaft.
    Man muss sich nur mal von dem weitverbreiteten Glauben trennen, dass man als "einfacher" Angestellter mit dem Unternehmen auf Augenhöhe ist, dem ist nicht so und Unternehmen sind auch keine wohltätigen Einrichtungen, das ist hart aber nun mal Fakt.
    Wer erwartet am Gewinn eines Unternehmens beteiligt zu sein, der sollte zusehen dass er auch eine entsprechende Postion mit Verantwortung bekleidet oder sein eigenes Unternehmen führen, dann kann man auch andere für sich arbeiten und Gewinne erwirtschaften lassen.


    Das "bloße" bereitstellen der eigenen Arbeitskraft reicht da eben nicht aus, dafür wird man ja schließlich schon bezahlt. Und was Kürzungen bei mangelder Leistung angeht:
    Wer würde einem Handwerker den man beauftragt hat einen Rohrbruch zu reparieren die volle Summe der Rechnung zahlen, wenn das Rohr nach getaner Arbeit immer noch leckt und die Wohung unter Wasser setzt?

    Zitat

    Original geschrieben von kues
    Das Probleme sehe ich darin, daß es bei Großunternehmen bei wirtschaftlichem Erfolg keine Anerkennung der Leistung gibt -selbst die tariflich vereinbarten Leistungsbeurteilungen/zulagen werden meist nach stets gleicher Budgetvorgabe 'festgelegt'. Warum sollte es also andersherum (bei wenig/keinem Erfolg) so sein?


    Ist das so? Ich kenne das aus der Praxis, dass wenn ein AN eine variable erfolgsabhängige Komponenten in seinem Arbeitsvertrag hat, er diese auch bei Erreichung oder Übertreffen der gemachten Zielvorgaben bekommt. Alles andere wäre da nämlich auch Vertragsbruch.


    Das darf man aber jetzt nicht mit dem "normalen" AN vergleichen der sein Festgehalt bekommt. Wenn dort immer das Geschrei groß ist man wolle am Unternehmensgewinn partiziperen stellt sich doch immer auch die Frage mit welcher Berechtigung, wenn nicht mehr geleistet wurde, sondern "nur" das bisher sonst auch übliche. Stell Dir vor Du bist AG und Dein Mitarbeiter will eine Lohnerhöhung, was fragt der AG dann?


    Haben Sie mehr Aufgaben/Verantwortung übernommen als bisher?
    Arbeiten Sie mehr als vorher?
    Haben Sie sich zwischenzeitlich weiter qualifiziert?


    Wenn das mit Nein beantwortet wird und als Antwort eigentlich nur kommt:
    Ich mache denselben Job wie im letzen Jahr, aber da das Unternehmen ja Gewinn macht will ich was abhaben... wie würdest Du als AG entscheiden?


    Andersrum wenn es eben keinen Gewinn gibt:
    Wieso kann der AG da nicht die Löhne beibehalten? Eben weil ein Wirtschaftsunternehmen so nicht funktioniert. Wenn ich Miese einfahre und die Fixkosten im Personalbereich konstant halte, dann wird es auf Dauer eben noch schlimmer werden und der Laden geht schlimmstenfalls komplett den Bach runter.


    Ein Unternehmen beschäftigt keine MA`s um am Jahresende bei +/- 0 rauszukommen, es zielt darauf ab Gewinne zu erwirtschaften. Wenn die MA`s mit ihrer "normalen" Leistung aber nicht in der Lage sind (ohne das der einzelne dafür jetzt persönlich verantwortlich gemacht werden könnte) mindestens auf die rote 0 zu kommen, dann kann auch keiner erwarten trotzdem weiterhin so bezahlt zu werden als würde es dem Unternehmen einfach blendend gehen.


    Das ist nicht schön, das ist für den Einzelnen auch sicher hart, es gefällt mir persönlich auch nicht besonders, aber so funktioniert eine freie Wirtschaft nun mal. Wenn man das nicht will muss man auf das System DDR zurückschwenken und darauf haben dann aber bestimmt viele auch keinen Bock, Planwirtschaft klappt auf Dauer halt nicht.


    Die Marktwirtschaft ist sicher nicht perfekt, aber es ist nun mal das beste System was wir im Moment zur Verfügung haben. Da kann man meckern, da kann man motzen und sich auf den Hintern setzen und Sch***e schreien, ändern wird das nichts.


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Ich bin nicht dafür bereit Risiko von Entscheidungen zu tragen die ich nicht getroffen habe. Nur für Entscheidungen in die ich involviert bin, bin ich bereit das Risiko mitzutragen.


    Dann lieber Martyn wird Dir nichts anderes über bleiben, als Dein eigener Chef zu werden...
    Im übrigen wird sich jeder Personaler über solch eine Aussage beim Vorstellungsgespräch richtig freuen.


    Warum heißt es wohl "abhängig Beschäftigter"? Richtisch weil man von seinem AG in gewisser Weiße abhänging ist. Dessen sollte man sich eben bewusst sein.
    Wenn ich mich irgendwo bewerbe, dann bekomme ich vom Unternehmen Geld für meine Arbeitsleistung, akzeptiere damit aber eben auch, dass ich das zu tun habe was mir "von Oben" gesagt wird. Wenn mir das nicht passt, ok gut und schön muss ich mir halt nen anderen AG suchen. Auch AG`s machen Fehler und das muss jeder AN eben auch wissen. Sich dann hinzustellen und zu sagen: Ich bin nur für den Mist verantwortlich den ich selber gemacht habe funktioniert eben nicht wenn man ein kleiner Teil eines großen Systems ist.

    Re: Deutsche Bahn, Online Ticket..ganz verzwickt


    Zitat

    Original geschrieben von Antonia22
    Nun stand dort das man als Bahncardinhaber sofort freigeschaltet wird wenn man sich fürs Online Ticket registrieren lässt also kein Brief/Fax mehr senden muss. Nun habe ich mir schon überlegt ob ich mich gleich für die Bahncard online anmelde(habe noch keine) aber..bis das System das geschnallt hat dauert es vielleicht auch ein paar Tage?


    No Chance, selbst wenn die Bahncard schon vorhanden ist.
    Unter 7-10 Tagen kommst Du da nicht weg, von daher bei Deiner kurzfristigen Planung kann man das vergessen.


    Also daher entweder klassisch an den Schalter oder am Automaten ziehen.