Beiträge von ChickenHawk

    Jungs bleibt auf dem Teppich, wäre doch Schade wenn hier ein Schloß dran käme nur weil sich einige nicht beherrschen können.
    (Obwohl vielleicht macht man doch temporär dicht bis klar ist wie es weitergeht ;) )


    Ich finde es z.T. erschreckend wie manche Reaktionen ausfallen nur weil die "eigene" Partei nicht gewonnen hat - wie schon mal jemand schrieb, schlimmer als im BuLi Beitrag.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69



    Nein, man muss in der Politik Kompromisse finden, und das kann das linke Lager eher, wie die SPD mit der CDU. Ganz einfach. Man muss es nur wollen.
    Printus hatte ja auch schon einen Teil dazu gesagt.


    Das ist Deine persönliche Meinung, ändert nichts daran das Du deswegen jetzt im Umkehrschluss der Meinung bist alle anderen die Rot-Grün gewählt haben sehen das genauso und dem ist nicht so...


    Machen wir es doch mal plastisch:


    Du kommst zu mir und willst ein Auto kaufen, ich habe 3 Autos im Angebot: Ein rotes, ein grünes und eins in rosa. Alle kosten 10K €. Ich verspreche Dir, dass wenn Du mir heute das Geld bar auf die Hand gibst Du in der nächsten Woche entweder das rote oder das grüne Auto bekommst, auf keinen Fall aber das in rosa.


    Eine Woche später willst Du freudig Dein Auto in Empfang nehmen und Du bekommst welches?
    Genau das in rosa. Ist ja schließlich auch ein Auto und da Du mir das Geld gegeben und damit war ja klar das Du nur irgendein Auto wolltest, Farbe egal...


    Merkst Du was? Wie oft kommst Du dann nach so einer Aktion noch mal zu mir um ein Auto zu kaufen?

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Ständige Wiederholung macht es nicht richtiger:


    Das gilt aber genauso für Dich ;)


    Zitat


    a) vertritt auch die AFD teil linke Positionen und b) haben wir bis jetzt alle hier das amtliche Endergebnis herangezogen. Und da gibt es nunmal eine Mehrheit für Links.


    Letzter Versuch:


    Es gibt eine marginale rechnerische Mehrheit von Parteien die Du als "Links" subsummierst.
    Das hat aber überhaupt nichts damit zu tun, dass hier jetzt der "Wählerwille" auch ein RRG Bündnis ausdrücken würde (s.o.).


    Wenn sich die SPD jetzt mit der Union an einen Tisch setzt und feststellt, dass sie ihre Vorstellungen zu bestimmten Themen mit der CDU/CSU besser durchsetzten kann als wenn sie mit den Grünen und den Linken in eine Koalition geht, dann ist es vollkommen Schnuppe ob Du eine Partei als "Links" einordnest und was der Taschenrechner sagt.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Ich verstehe echt manche User hier nicht, aber auch manche der selbsternannten Politologen, die jetzt den Wählerwillen deuten. Deutlich (wenn auch knapp) hat der Wähler gemacht, dass er linke Politik (RRG) wählt, mit allen Ecken und Kanten.


    Und hier bist Du es der das Ergebnis falsch deutet:


    Rot-Grün haben vor der Wahl eine Koalition mit der Linken kategorisch ausgeschlossen. Hieraus jetzt abzuleiten, dass von allen die der SPD oder den Grünen ihre Stimme gegeben haben auch ein RRG Bündnis gewünscht oder akzeptiert wird ist schlichtweg unzulässig.



    Wie gerade schon geschrieben: Deine Schlussfolgerung wäre nur zulässig, wenn SPD und Grüne eine Koalition nicht kategorisch ausgeschlossen hätten und dasselbe Wahlergebnis bei rausgekommen wäre. Wären der SPD in diesem Fall aber ein paar %-Punkte abgesprungen weil man eben keinen Bock auf RRG gehabt hätte dann gäbe es hier überhaupt keine Mehrheit für ein "Linksbündnis".


    Und nur weil es Dir ggf. am liebsten wäre jetzt einfach nach schwarz-weiß Schablone die Lager in Links und Konservativ zu trennen um hier den rechnerischen Rotstift anzusetzen funktioniert halt nicht.


    SPD und Grüne haben durchaus plausibel dargelegt warum für sie eine Koalition mit der Linken aktuell nicht in Betracht kommt - und daher ist es nur konsequent und logisch wenn sich jetzt im demokratischen Prozess eine regierungsfähige Mehrheit einer Koalition findet welche aus Sicht der Beteiligten die größte Schnittmenge hat.

    Zitat

    Original geschrieben von Merlin
    Ich finde die Arroganz der SPD, dass Gespräche mit den Linken von vornherein ausgeschlossen werden erschreckend.


    Das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern schlicht mit taktieren im Wahlkampf. Vielen potentiellen SPD Wählern sind die Linken (ob zu Recht oder Unrecht sei mal dahingestellt) nach wie vor suspekt, denn soweit links will man sich dann auch nicht wiederfinden.


    Insofern musste die SPD um dieses Wählerpotential ausschöpfen zu können im Vorfeld die Koalition mit der Linken ausschließen sonst wären die eigenen Werte ggf. in den Keller gegangen.


    Es wäre mal interessant gewesen zu sehen wie die Wahl ausgegangen wäre wenn RRG nicht im Vorfeld schon ausgeschlossen worden wäre. Die Grünen hätten nicht viel tiefer fallen können, bei der SPD wären aber durchaus 3-5% Punkte weniger drin gewesen (und damit ein neues "Rekordtief" erreicht worden).

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Warum? Welches sind denn falsche Positionen?


    Da kann man im Prinzip deren Grundsatzprogram abschreiben:


    - Verstaatlichung von Großbanken, Verbot für den Handel mit Wertpapieren für Banken
    - Abschaffung von Hartz IV statt dessen bedarfsdeckende Mindestsicherung ohne Sanktionen, Rücknahme der Rente mit 67
    - strukturbestimmende Großbetriebe sollen in "demokratische gesellschaftliche Eigentumsformen" überführt werden (nett ausgedrückt für Enteignung und Verstaatlichung)
    - Auflösung der NATO / Austritt von DE aus der NATO
    - Legalisierung von Drogen
    - 30 Stunden Woche (bei vollem Lohnausgleich)
    - und noch etlichen anderen Quatsch mehr


    Oder wie es heute morgen von den führenden Köpfen von Rot-Grün so schön zusammengefasst wird:


    Es kann keine Koalition von 3 Parteien geben in denen 2 sich das Ziel gesetzt haben zu sparen während die Dritte ihren Wählern teure Versprechungen macht und das Geld zum Fenster rauswirft.


    Das kann man auch nicht über die "Millionärssteuer" querfinanzieren... (von verfassungsrechtlichen Bedenken hinsichtlich bestimmter "Forderungen" mal ganz abgesehen).

    Zitat

    Original geschrieben von meon96


    besser noch rot rot grün -ist aber unrealistisch


    Nicht nur unrealistisch - sondern aktuell schlicht unmöglich. Führende Köpfe von SPD und Grünen haben (zu meiner Überraschung) heute ja klar gesagt: Wir haben vor der Wahl R-R-G ausgeschlossen, dabei bleibt es auch nach der Wahl. (Alles andere wäre ja auch Selbstmord auf Raten für die Zukunft geworden, aber Politikern ist ja alles zuzutrauen...)


    Die Linke ist (aus verschiedenen Gründen) in ihren derzeitigen Positionen eben auf Bundesebene einfach nicht regierungsfähig. Daran führt für SPD und Grüne aktuell kein Weg dran vorbei. Für die Zukunft wird und will man ein großes Linksbündnis von Seiten der SPD nicht mehr kategorisch ausschließen - aber auch hier gleich verbunden mit der klaren Ansage, dass die Linke sich hier bewegen muss. Ob und wie das in 4 Jahren aussieht bleibt abzuwarten, Stand heute wird es wohl auf Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün rauslaufen, Neuwahlen wäre das denkbar schlechteste was sich das linke Lager einfallen lassen könnte - die Gefahr der Angie damit dann doch noch die absolute Mehrheit zuzuschustern wäre einfach zu groß.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69


    Man sollte über eine Absenkung der 5% Hürde auf die 3% Hürde nachdenken.


    Und dann kommen die Piraten mit ihren 2,2% und wollen eine Absenkung auf 2%, als nächstes folgen die sonstigen wie NPD und Konsorten und wollen die 1% Hürde oder die komplette Abschaffung...


    Als Folge hätten wir eine zersplitterte Parteienlandschaft wie in der Weimarer Republik.
    (Und es sind ja nicht nur die 5%, theoretisch reichen ja auch 3 Direktmandate.)


    Ja jetzt sind halt 10% der Wählerstimmen nicht mit einem Abgeordneten im Bundestag vertreten - aber was würde es für einen Vorteil bringen wenn jetzt je ein bis zwei Vertreter von AfD und den Piraten einen Sitz im Parlament hätten? Ihre politischen Ziele können sie so auch nicht wirklich durchsetzen und behindern u.U. nur eine regierungsfähige Mehrheitsbildung.

    Na ja irgendwie muss man sich ja alles schönreden gell? Wenn man sich die Zahlen mal nüchtern betrachtet sieht es wie folgt aus:


    CDU/CSU 41,5 (+7,7%)
    SPD 25,7 (+2,7%)
    FDP 4,8 (-9,8%)
    Linke 8,6 (-3,3%)
    Grüne 8,4 (- 2,5%)
    AfD 4,7 (+ 4,7 %)
    Piraten 2,2 (+ 0,2%)


    Wahlbeteiligung ähnlich wie 2009 insofern ähnliche Anzahl von Stimmen zum verteilen. Heißt mal vereinfacht gesprochen:


    Die Verluste der FDP verteilen sich auf Abwanderer zur CDU (bzw. weniger Zweitstimmen aus dem Unionslager für die FDP) und zur AfD.


    Die Verluste der Grünen gehen an die SPD und die Piraten.


    Die Verluste der Linken gehen an die AfD(!) und die SPD.


    Wer wie die Linke im Gegensatz zu 2009 mehr als 30% seiner Wähler verliert, der mag sich mit der Oppositionsführerschaft vielleicht noch über den goldenen Blumentopf freuen - unterm Strich ist das aber auch ein schlechtes Ergebnis (insbesondere da man an die AfD verloren hat).


    FDP ist der absolute Wahlverlierer - haben es sich aber auch selbst zuzuschreiben.


    Die Grünen verlieren im Vergleich zu 2009 auch absolut mehr als 20% an Wählern/innen - konfuses Wahlprogramm und andere Stolpersteine im Wahlkampf sei dank, rutschen damit sogar unter den Wert ihrer "Stammwählerschaft" von um die 10% - desaströses Ergebnis.


    SPD hat zwar leicht zugelegt, dass erklärte Wahlziel den Wechsel zu rot-grün deutlichst verfehlt - zweitschlechtestes Ergebnis in einer Bundestagswahl und nun vor dem Dilemma aufgrund der vorangegangenen Ausschlüsse wenn dann nur unter einer großen Koalition mit der Union als Juniorpartner in der Regierung sein zu können. Gewinner sehen anders aus.


    Union konnte deutlich zulegen, insofern klarer Gewinner - allerdings fehlt der Wunschpartner FDP insofern auch hier nicht ausschließliche Jubelstürme angebracht.


    AfD von 0 auf 4,7% - ebenfalls ein Gewinner, wobei sich hier die Frage nach der Langfristigkeit stellt. Sammelbecken für Wechsel- und Protestwähler. Ggf. in 4 Jahren noch relevant oder aber auch bis dahin komplett wieder von der Bildfläche verschwunden.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Ergebnis war SPD, Linke vor CDU/CSU, Grüne vor FDP, was auch die Wahrheit wiederspiegeln wird. Die AFD war außen vor, da nur zu Parteien gefragt wurde, die in der Runde und im aktuellen BT sitzen.


    Aber Robin Alexander hat auch gesagt, ist die AFD drin, ist die schwarz-gelbe Mehrheit und die Kanzlerschaft von Merkel ausgeträumt....


    Ich habe mich bewusst seit Freitag von dem ganzen Kram ferngehalten und erst heute um 19 Uhr mal wieder die Nachrichten eingeschaltet. Vom Wahlausgang mal ab (da muss jeder selbst wissen was er davon hält) kann ich nur sagen:


    You made my day!


    Da wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken oder? Aber es zeigt halt deutlich: Weder die berüchtigten Social Media noch irgendwelche Sendungen im Privatfernsehen sind dazu geeignet auch nur halbwegs als Gradmesser für ein repräsentatives Stimmmungs- oder Meinungsbild zu dienen. Und - von der Bundestagswahl mal vollkommen losgelöst - kann man hier wohl sagen: Zum Glück ;)