Na ja irgendwie muss man sich ja alles schönreden gell? Wenn man sich die Zahlen mal nüchtern betrachtet sieht es wie folgt aus:
CDU/CSU 41,5 (+7,7%)
SPD 25,7 (+2,7%)
FDP 4,8 (-9,8%)
Linke 8,6 (-3,3%)
Grüne 8,4 (- 2,5%)
AfD 4,7 (+ 4,7 %)
Piraten 2,2 (+ 0,2%)
Wahlbeteiligung ähnlich wie 2009 insofern ähnliche Anzahl von Stimmen zum verteilen. Heißt mal vereinfacht gesprochen:
Die Verluste der FDP verteilen sich auf Abwanderer zur CDU (bzw. weniger Zweitstimmen aus dem Unionslager für die FDP) und zur AfD.
Die Verluste der Grünen gehen an die SPD und die Piraten.
Die Verluste der Linken gehen an die AfD(!) und die SPD.
Wer wie die Linke im Gegensatz zu 2009 mehr als 30% seiner Wähler verliert, der mag sich mit der Oppositionsführerschaft vielleicht noch über den goldenen Blumentopf freuen - unterm Strich ist das aber auch ein schlechtes Ergebnis (insbesondere da man an die AfD verloren hat).
FDP ist der absolute Wahlverlierer - haben es sich aber auch selbst zuzuschreiben.
Die Grünen verlieren im Vergleich zu 2009 auch absolut mehr als 20% an Wählern/innen - konfuses Wahlprogramm und andere Stolpersteine im Wahlkampf sei dank, rutschen damit sogar unter den Wert ihrer "Stammwählerschaft" von um die 10% - desaströses Ergebnis.
SPD hat zwar leicht zugelegt, dass erklärte Wahlziel den Wechsel zu rot-grün deutlichst verfehlt - zweitschlechtestes Ergebnis in einer Bundestagswahl und nun vor dem Dilemma aufgrund der vorangegangenen Ausschlüsse wenn dann nur unter einer großen Koalition mit der Union als Juniorpartner in der Regierung sein zu können. Gewinner sehen anders aus.
Union konnte deutlich zulegen, insofern klarer Gewinner - allerdings fehlt der Wunschpartner FDP insofern auch hier nicht ausschließliche Jubelstürme angebracht.
AfD von 0 auf 4,7% - ebenfalls ein Gewinner, wobei sich hier die Frage nach der Langfristigkeit stellt. Sammelbecken für Wechsel- und Protestwähler. Ggf. in 4 Jahren noch relevant oder aber auch bis dahin komplett wieder von der Bildfläche verschwunden.