Es ist für den Menschen halt einfach nicht zu ertragen, das es eben so etwas wie höhere Gewalt gibt. Das bedeutet nämlich, dass man
1.) Nicht alles erklären kann und
2.) Nicht alles beherrschen kann
Der Mensch fühlt sich eben einfach besser wenn er etwas oder jemanden hat an den man die Schuld hängen kann. Somit werden verschiedenste Emotionen und vor allem auch die (existentielle) Unsicherheit kompensiert.
Nimm das Beispiel mit dem Tod:
Jemand stirbt, das ist eigentlich für jeden irgendwann normal. Passiert es jetzt aber an einem Zeitpunkt an dem die Angehörigen nicht oder nur bedingt damit rechnen können sie sich das wieso und warum erstmal nicht erklären.
Nun hat man 2 Möglichkeiten:
1.)Man nimmt das so als höhere Gewalt hin, das würde aber bedeuten, dass man sich selber auch darüber bewusst sein muss, dass es einen selbst auch so aus heiterem Himmel erwischen kann -> da kann man schon mal ordendtlich Angst bekommen
2.) Um 1 zu vermeiden wird nach einem Grund bzw. dem Schuldigen gesucht.
Herr X war nicht lieb genug, Frau Y hat sich nicht ordentlich gekümmert etc. pp.
Und schon ist es für den trauernden Menschen schon wieder logisch, wieso das denn jetzt passiert ist und er muss selber weniger Angst haben
Oder was ganz banales:
Ein Hagelsturm zieht plötzlich über die Stadt, keine Meteorolog hatte es kommen sehen, das eigene Auto total verbeult.
Anstatt jetzt zu sagen: Hey SHit happens wird man sich selber vorwerfen die Karre nicht in die Garage gebracht zu haben
CH