Ich habe das ganze Spiel auch mal von der anderen Seite betrachten dürfen:
Bei uns in der Firma waren jedes Jahr zwischen 5 - 7 Azubistellen zu besetzten, Industriekaufleute und Informatikkaufleute.
Auf diese Plätze gab es so ca. 250 Bewerbungen.
Auf was soll man denn bei der Menge an Bewerbungen achten wenn nicht auch auf die Noten? Schließlich wurde ich nicht auschließlich dafür beschäftigt Bewerbungen zu sondieren.
Zunächst hatten wir keine Beschränkungen bzgl. Schulform allerdings flogen Bewerbungen mit einem "ausreichend" in Deutsch oder Mathe gleich raus und wenn Fehler in der Bewerbung waren war es das auch gleich.
Man sollte ja meinen es ist möglich eine DinA4 Seite + Lebenslauf "unfallfrei" schreiben zu können aber ne das scheint auch trotz Rechtschreibprüfung etc. nicht möglich zu sein.
Irgendwann hatte mein Chef dann die Nase voll und wir haben ne Statistik aufgestellt wer welchen Mist schreibt.
Ohne(!) jetzt hier pauschalisieren zu wollen:
Bei uns kam raus das der größte Mist von Haupt- u. Realschülern geschrieben wurde.
Und wie soll eine Firma es verantworten können jemanden als Kaufman/frau zu beschäftigen wenn es für diese Leute scheinbar nicht möglich ist einen Satz fehlerfrei zu schreiben?
Daher wurde von oben entschieden die Stellen nur noch für Realschulabgänger mit guten bis sehr guten Noten und eben für Leute mit Abi auszuschreiben.
Hat aber nichts genützt, da die Bewerber scheinbar nicht mal die Stellenausschreibung gründlich lesen.
Es kamen wieder sehr viele Bewerbungen auch von Hauptschülern und Real- oder FOSlern wo das Zeugnis ungefähr so aussah:
Deutsch 4
Mathe 4
Englisch 5
Erdkunde 3
Sport 1
Was sollte ich denn da mit solchen Leuten machen? Da gibt es halt ne Absage und Schluß.
Es ist sicher richtig das durch derartige Schemata auch mal Leute durch das Raster fallen (wie hier auch erwähnt) die trotz guter Noten nicht sofort nen Platz bekommen aber anders ist es praktisch nicht zu "händeln"...
Ich denke die Leute müssen sich einfach auch mal darüber klar werden das sie es sind die etwas von einem Unternehmen wollen und nicht umgekehrt.
Gerade Ausbildung kostet die Unternehmen erstmal richtig Geld bevor ein Azubi "profitabel" arbeiten kann. Da muss man halt dreimal überlegen wen man da nimmt.
Und noch mal was um das eigentlich Thema auch mal anzuschneiden

Die Idee ist grundsätzlich gut.
Über die Umsetzung und Finanzierung sollte man sich dann nochmal ernsthaft Gedanken machen.
Man darf dabei nämlich nicht vergessen:
Sozialleistungen sind KEINE Selbstverständlichkeit.
Viele Ländern kennen ein solches System wie das unsere nicht, da steht man wirklich dumm da wenn der Job weg ist.
Wieso kann man es dann den Leuten nicht zumuten auch was für ihr Geld zu tun sofern denn auch vernüftige Arbeit vorhanden ist?
Bei uns in der Stadt sind kürzlich Arbeitslose verpflichtet worden bei der Stadtreinigung zu helfen sonst würde das Geld gekürzt.
Die Art und Weise wie das gemacht wurde war unter aller Kanone,
die Leute mussten in orangener Kleidung durch die Fußgängerzone und dank Presse wusste natürlich jeder wer der Trupp war.
Sowas geht nicht, aber sofern es möglich ist Personen zu beschäftigen ohne das dabei auf die Würde gespuckt wird, wieso nicht?
Gruß
CH