Also das was da bei schavanplag zu lesen ist ist ja wirklich was schon niedlich...
Während Herr von und zu G. ja komplette Textpassagen ohne irgendwelche Quellen o.ä. angegeben hat ist bei den meisten (habe jetzt nicht alle "Fundstellen" im Detail gelesen) Punkten die man da so vorgesetzt bekommt bei Fr. Schavan deutlich zu erkennen, dass es sich bei den Abschnitten nicht um eine eigene "geistige Leistung" oder entsprechende Erkenntnisse handelt, sondern sie hat - wenn auch deutlich schlampig - schon herausgestellt, dass die Schlussfolgerungen nicht von ihr selbst stammen.
Ganz grob gesagt hat sie häufig die Sekundärquelle "unterschlagen" und direkt auf die Primärquelle abgestellt, unsauber und laienhaft keine Frage - aber Betrugsabsicht? Da hätte ich auch meine Zweifel.
Des Weiteren kann sich wohl kaum jemand von uns hier ein wirklich abließendes Urteil erlauben, hierfür reicht kein Wiki o.ä. sondern man müsste sich hinsetzen und die komplette Arbeit sowie die bemängelten Passagen inkl. Primär- und Sekundärquellen durchackern - insbesondere wenn es darum geht beurteilen und bewerten zu können ob und wie viel dieser Fehler/Plagiate an der eigentlichen eigenen Leistung der Doktorarbeit ausmachen. Sind die kritisierten Passagen wirklich relevant?
Welche These hat Fr. Schavan eigentlich aufgestellt, wie diese ausgearbeitet und mit welchem Ergebnis? Hierzu schweigt sich auch Schavanplag und Konsorten lieber aus. Spielt es eine entscheidene Rolle ob Nowak zitiert wurde oder nicht? Die entscheidenen Fragen bleiben hier völlig außen vor, Hauptsache man kann medienwirksam jemanden "überführen".
Ich wage zu behaupten, dass wenn man sich 100 andere Doktorarbeiten von vor 30 Jahren vornehmen würde in min. 95 davon sich ähnliche "Fehler" finden lassen würden. Und dabei müsste man höchstwahrscheinlich noch nicht einmal so weit zurück gehen, ein ähnliches Ergebnis würde wahrscheinlich die Überprüfung von Doktorarbeiten ans Licht bringen die vielleicht gerade mal 5 Jahre auf dem Buckel haben.
Und so richtig mit Ruhm hat sich die Uni bei der "Aufklärung" hier auch nicht bekleckert:
"Man muss nur einmal die Plagiatsfälle Guttenberg und Schavan vergleichen: An der Uni Düsseldorf dauerte das ganze Verfahren rund neun Monate. Dass es dabei zu immer neuen Lecks kam und interne Papiere öffentlich diskutiert wurden, war verheerend. Zudem waren von den 17 Mitgliedern des Fakultätsrates sieben nicht selbst promoviert. Gleichzeitig saß in dem Gremium kein einziger Vertreter des Faches Erziehungswissenschaft, in dem Schavan vor 30 Jahren ihre Dissertation verfasst hat. Auf externe Experten hatte man verzichtet, jede Kritik von außen wurde abgewehrt. Im Laufe der Untersuchung hat sich eine ganze Hochschule eingebunkert."
http://www.zeit.de/2013/07/Sel…nette-Schavan-Doktortitel
(Ja ja ist aus der Zeit, ändert aber an der Sachlage in diesem Fall mal nichts...)
Hat Fr. Schavan schlampig gearbeitet? Keine Frage.
Ist so eine Arbeit ein "magna cum laude" wert? Wohl eher nicht.
Kann man deswegen aber gleich von "Betrugsabsicht" sprechen? Hier hätte ich meine berechtigten Zweifel.
Auch ihr ehemaliger Doktorvater sieht das ganze etwas entspannter als die allgemeine Stimmungslage die ja offenbar gerade danach lechtzt irgendjemanden an den nächsten Baum nageln zu können:
http://www.rp-online.de/politi…fuer-beachtlich-1.3031935