Beiträge von Joe2

    So gut es ist, dass zum Thema Rechtsradikalismus hier eine mehr oder weniger einheitliche Ablehnung vorherrscht, so erschreckend ist es, wie undifferenziert dies teilweise geschieht. Das Bild der Fernsehzeitung erscheint mir auch nicht gerade glücklich gewählt, aber daraus, gerade bei einem inhaltlich und erst recht politisch vermutlich recht lauem Blättchen, so ein Drama zu machen, geht mir etwas zu weit. Ohne Frage haben wir alle in der Schule und im Alltag "gelernt", dass wir besonders vorsichtig und betroffen sein müssen, sobald irgendetwas in Richtung braun interpretiert werden könnte. Aber bei allen möglichen zweideutigen Dingen gleich Rechtsextremismus zu unterstellen, ist der Political Correctness doch nun wirklich zuviel.


    Und jemandem den Stolz auf sein Land, seine Heimat oder seine Stadt absprechen zu wollen, ist meiner Meinung nach schon diskriminierend, schliesslich sind Sachen wie Tradition und Heimatverbundenheit schon seit jeher Dinge, die die Leute zusammenhalten, nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Und stolz sein kann man durchaus auch auf etwas, das man nicht selbst geleistet hat, es genügt, wenn man irgendwie in besonderer Beziehung zu einer Sache steht.


    Ich persönlich bin einfach froh, hier zu wohnen, stolz bin ich nicht darauf, aber ich würde dennoch nie von einem heimatverbundenen (bodenständigen) Menschen verlangen, dass er nicht von "Stolz" spricht, das steht mir wohl nicht zu. Vielen andern aber leider anscheinend schon.


    Aber eigentlich ist es ja müßig, über derartige Dinge zu diskutieren, manche haben eben eine IMO sehr radikale (einfache?) Weise, mit der Vergangenheit umzugehen, sodass währenddessen das äußere linke politische Spektrum wächst und gedeiht. Und hier halte ich persönlich es ziemlich einfach, einen Unterschied macht es nicht, ob die Verbrechen von "links" oder von "rechts" kommen. Da man die permantene Betroffenheit auf dem rechten Auge wohl nicht auf absehbare Zeit ändern kann, wünschte ich mir doch zumindest, dass gleiches auch auf dem linken Auge möglich wäre.

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    Original geschrieben von Intruder
    Du hast echt null Ahnung...!


    Pro Vorlesung (ein Block à 1,5 Stunden) kannst du mal mindestens noch eine Stunde zum Vor- und Nachbereiten rechnen, zumindest so lange wie man die Sache ernsthaft angeht. Da ist noch keine Zeit für Klausurarbeit und Hausarbeiten eingerechnet. Geschweige denn freiwillige Veranstaltungen wie Sprachkurse etc.


    Abgesehen davon möchte ich dich sehen, wenn du nach 5 ooder 6 Stunden Arbeit nach Hause kommst. Du hockst dich bei deinem Zeitmanagement bestimmt gleich nochmal 2 Stunden an den Schreibtisch und lernst konzentriert und erfolgreich. :rolleyes:


    Naja, ein Studium habe ich trotz "null Ahnung" erfolgreich hinter mich gebracht, ohne durch Burnout-Syndrom anschliessend erstmal ein Jahr zur Entspannung gebraucht zu haben. Und auch während des Studiums hab ich recht viel gearbeitet, zwar nicht, weil ich dies für meinen Lebensunterhalt tun musste, sondern weil ich Spass daran hatte, etwas "Eigenes" aufzubauen.


    Kein Mensch erwartet, dass die Studenten nach 8 Stunden Vorlesung & Seminaren nach Hause kommen und gleich weiterearbeiten, aber mit der Einstellung, die von manchen Arbeitnehmern praktiziert wird (7-8 Stunden arbeiten, danach Freizeit), kommt man evtl. tatsächlich nicht so weit. Aber selbst so eine Einstellung sollte einen nicht daran hindern, sein Studium nach häufig 6 (!) Jahren (Regelstudienzeit + 50%) zu beenden.


    Bei mir selbst ist das Studium noch nicht lange vorbei, aber bei dem hier vorgetragenen Selbstmitleid ist es nicht verwunderlich, dass es schwer ist, einfachen Arbeitern die Motive der Studentenproteste nahezubringen.


    Betrachtet doch das Studium mal Chance, die Euch kostenlos geboten wird, um Eure Berufswünsche verwirklichen zu können, und nicht als unverhandelbaren Anspruch gegenüber dem Staat und den Steuerzahlern. Nur wenn ihr deutlich länger braucht als der Durchschnitt, kostet es etwas. Aber der Durchschnitt ist hoffentlich nicht der Maßstab, den ihr wollt, oder?

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    Original geschrieben von Jochen
    Im Ernst: werdet bitte nicht immer persönlich! Versucht doch bitte mal, sachlich zu bleiben und Dinge zu entideologisieren. Das bringt doch nix!


    Ich bemühe mich, meine Postings immer sachlich zu formulieren und bilde mir ein, dass mir das i.d.R. ganz gut gelingt. Die Positionen mögen ab und zu vom Mainstream abweichen, weshalb sachliche Gegenpositionen bezogen werden, was an sich normal ist. Aber mittlerweile kann man die Uhr danach stellen, dass kurz darauf Dr.Z. auftaucht und Aussagen verdreht und persönlich wird. Ich gehe davon aus, dass ich derzeit mit Bush, den USA und der Globalisierung im Allgemeinen um den Spitzenplatz in der Feindbildliste kämpfe :rolleyes:


    Aber wie so oft gehören ja immer zwei zum "Streiten", einer der provoziert und einer der "anspringt". Ich werd' mich daher bemühen, diverse Postings unkommentiert zu lassen, wobei ich zugeben muss, dass ich die Ignore-Fkt. scheue, weil mir ansonsten so mancher Spass entgehen würde :)

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    Original geschrieben von Mekong
    Studentenjobs sind rarr, 10 Euro Lohn verdammt utopisch- ich kriege 6,50. Soll ich dir das jetzt mal vorrechnen Schatz?!


    War'n wir uns schon so nah'? :cool: :D


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    Original geschrieben von Mekong
    Also ich arbeite 3mal die Woche 5 Stunden. Macht 15 Stunden pro Woche, verstanden?! Habe 24 Semesterwochenstunden 45 bzw. 90 Minuten werden nämlich auch fast immer überzogen). Also arbeite ich so wie ein normaler Beschäftigter. So, dann muss ich ja nicht nur für meine Prüfungen lernen und die Arbeit schreiben, sondern auch noch für andere Seminare "Hausaufgaben" machen und lesen ohne Ende. Vielleicht hast du das Wort Reader oder Skript schon mal gehört.


    Ich habe eine Uni schonmal (vor gar nicht so langer Zeit: gestern) von Innen gesehen, kann dem Wort "Skript" also Bedeutung beimessen, bei Reader dacht ich spontan an Acrobat, aber kann mir denken, was das sein soll ;) Ich weiss ja nicht, was du studierst, aber bei mir war es üblich, sich auch oft abends mal an den Schreibtisch zu setzen und was vorzubereiten oder einfach zu lesen. Man sollte vielleicht nicht den Fehler machen und beim Studium die gleiche Zeit-investition wie beim 0815-40h-Job zugrunde legen, dann sieht man die Arbeitsbelastung vielleicht etwas lockerer und unverkrampfter. Mich hatte jedenfalls vieles auch soweit interessiert, dass ich nicht im Traum darauf gekommen wäre, manches Lesen oder Durcharbeiten als "Arbeitszeit" zu sehen :confused:


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    Original geschrieben von Mekong
    Und jetzt willst du mir erzählen, wie gut ich es doch als Student im Vergleich zu einem Arbeiter habe?!
    AHA!


    Mag aus Deiner Sicht vielleicht altmodisch klingen, aber ist deswegen nicht weniger wahr: Lehrjahre sind keine Herrenjahre ;)


    Zitat

    Original geschrieben von Mekong Eigentlich wollte ich mit dem Thread nur solidarische "Mitkämpfer" ausfindig machen. Schade, dass es so viele Sturrköppe hier gibt und sorry, dass ich schon wieder mit einer Hammerschlag-Rhetorik ankomme. Vielleicht sollte ich das mit der elocution und so noch mal lernen *aufironiehinweis*


    Richtung Journalismus scheint dein Studium offensichtlich nicht zu gehen...


    Und jetzt mal einen Gang runterschalten und ne Tasse Tee trinken, man muss ja nicht gleich so ein Drama draus machen, oder?

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    Original geschrieben von speakers
    Jetzt mal einfach formuliert: zahlst Du beim Aldi Eintrittsgeld? Es ist meiner Meinung nach nicht nachzuvollziehen, wofür die Studenten derzeit Geld bezahlen sollten, wenn keine "Verkäufer" da sind. Wenn Gebühren eingeführt werden sollen, dann muss dafür aber auch eine Gegenleistung her - und die wird es nicht geben. Ist eigentliche dieselbe Diskussion, wie sie derzeit auf allen finanzpolitischen Ebenen abläuft.


    Wenn Du über die gebotene Leistung redest, dann kann ich dir schon wesentlich eher zustimmen. Wenn es gelänge, durch Studiengebühren einmal die Lehre bzw. die Rahmenbedingungen (Bib, Computerlabs & Co) zu steigern, anderserseits die "Ungeeigneten" fernzuhalten, dann würden sogar Demonstrationen für die Einführung von Gebühren Sinn machen.


    Aber wenn wir auf die Ebene hinuntergehen, dann kommen ganz neue Aspekte dazu, bspw. die Mittelzuteilung zwischen den einzelnen Fakultäten innerhalb einer Uni, z.B. ob es notwendig ist, für die Ausbildung von 10 Theologen/Sem. 2 Lehrstühle bereitzuhallten, oder ob dafür nicht besser ein weiterer BWL-Lehrstuhl geschaffen wird. Man könnte ja die exotischen Lehrstühle auf wenige Standorte in D beschränken. Gleiches gilt oft auch für die hier schon angesprochene Chemie, wo die Studentenausbildung im Vergleich zu anderen Fachrichtungen extrem teuer ist. Natürlich ist das auf die teure Laboreinrichtung zurückzuführen, aber wäre es dann nicht sinnvoll, die Lehrstühle zu konzentrieren? Vorschläge zur Rationalisierung der Ausbildung gibt's viele, aber überall stößt man (verständlicherweise) auf Lobbyisten, weshalb auf absehbare zeit keine Änderung in Sicht ist.

    Zitat

    Original geschrieben von Mekong
    Ich arbeite mindestens 3mal die Woche, verdiene 400 Euro im Monat, habe 24 Semesterwochenstunden, schreibe gerade an einer 40seitigen Arbeit und habe im März 4 wichtige Prüfungen. Und trotzdem probiere ich mein Studium in einer angemessenen Zeit zu schaffen!


    Ohne Dir nahetreten zu wollen, aber wenn man die von Dir genannten Zahlen mal überschlägt: bei 400 EUR im Monat wirst du rund 40 Std. (?) arbeiten, d.h. es sind 10 Stunden pro Woche, macht zusammen mit den 24 SWS (die ja in Wirklichkeit "nur" 18 volle Stunden sind (45 Min bei SWS-Zähnlung statt 60 Min)) 34 Stunden die Woche. Wenn man nun davon ausgeht, dass ein Student zwischen 40 und 50 Stunden ins Studium investieren kann (inkl. der dazu notwendigen Nebenjobs), ohne leistungsmäßig an die Grenze zu stoßen, ist doch da noch jede Menge Zeit. Zumal bei einem guten Zeitmanagement die Vorbereitung für die 4 wichtigen Prüfungen, die in 5 Monaten anstehen, gut unterzubringen sein sollten.
    Sorry, aber ich versteh' das Problem nicht...

    Zitat

    Original geschrieben von Intruder
    @JP: Die Nullahnung war nicht auf dich, sondern eher auf den User über dir und Joe bezogen.


    Ah, dankeschön :)


    Vielleicht sollte ich es evtl. doch noch etwas klarer und deutlicher sagen:
    wer es nicht schafft, sein Studium in angemessener Zeit (z. B. max. Regelstudienzeit + 50%) zu absolvieren, sollte sich Gedanken machen, ob er
    a) das Richtige studiert bzw. überhaupt zum Studium geeignet ist
    b) einen Gang zulegt
    c) oder sich jemanden organsisiert, der einem die dann fälligen, btw im internationalen Vergleich extrem niedrigen, Studiengebühren (vor-)finanziert.


    Die Pro-Demo-Fraktion hier redet doch über ungelegte Eier bzw. vertritt die von manchen Studentenorganisationen angeführte weltfremde Anspruchshaltung gegenüber dem Staat.


    Jedem wird es vom Staat ermöglicht, das zu Studieren, was er möchte. Wenn das Geld nicht reicht, gibt's Bafög. Und es ist IMO sicher nicht zuviel verlangt, wenn der Staat es sich herausnimmt, eine minmale Zielvorgabe in Form gewisser Studiendauern anzusetzen, nach deren Überschreiten Studiengebühren erhoben werden. Und was steht einer Kreditfinanzierung der Studiengebühren entgegen, schließlich erwartet man doch in den meisten Fällen, dass sich das Studium irgendwann auszahlt, die Investition also einen positiven Barwert hat, oder etwa nicht??


    Und: viele Leute, für deren Eltern es kein Problem wäre, den Nachwuchs mit 1000 EUR oder mehr monatlich zu unterstützen, überweisen monatlich auch nicht mehr als den max. Bafög-Satz. Und auch deren Kinder gehen arbeiten, schaffen es dennoch, das Studium in weniger als 14 Semestern erfolgreich zu beenden.

    Re: da iss er wieder


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    Original geschrieben von dr zuzelbach
    Entweder ist diese (Grund)Haltung ein netter Gimmick (damit bleibt man im Gespräch) ;), oder aber, Du bist Mitglied in der CIA-Abteilung "Auslands-Dienste", Abteilung Agitation :D


    Erstes, halte ich zwischenzeitlich für am wahrscheinlichsten :)


    Auf Deinen wertvollen Beitrag zum Thema hab' ich schon seit meinem Posting gewartet :top: Sobald sich irgendein Thema auf S/W oder Gut & Böse reduzieren lässt, und sei es nur das eigene (verbohrte oder naive?) Weltbild, dann ist doch der Dr.Z. nicht weit entfernt.


    Aber Du hast Recht, Deine Art "anzuspringen" verleitet sicher viele, Deine Gimmick-These zu begründen, denn sachlicher Diskussion scheinst Du generell ablehnend gegenüber zu stehen.


    Aber einfacher ist es natürlich schon, wenn man ein so klares Feindbild von der "Bewegung" vorgegeben bekommt ;)