Zitat
Original geschrieben von ///kirunaviolet
Finde es seltsam, dass die eigenen Eltern einem einen Betrag abnehmen weil man ab einem bestimmten Alter noch bei Ihnen wohnt...?!
Naja, so seltsam finde ich das nicht, zumindest wenn der Nachwuchs von irgendwoher schon eine "Vergütung" für Frondienste welcher Art auch immer bezieht - viele im Alter um die 18-22 würden doch meist alles auf dem Kopf hauen. Manche Eltern ziehen eben etwas ein und legen das für später zurück/an. Bei manchen Eltern soll's aber mit dem eigenen Geld wirklich häufig so knapp bemessen sein, dass sie das Geld brauchen, um eine 3./4. Person durchzufüttern und zu beherbergen.
Seltsamer finde ich dagegen, dass manche hier von "Unterhalt, der einem zusteht" sprechen. Klar gibt es gesetzliche Regelungen, in denen ähnliche Wortlaute stehen, keine Frage. Aber ich bin bislang davon ausgegangen, dass diese "Zustehen"-Mentalität nur in solchen Fällen vertreten ist, bei denen es es zuhause richtig kracht. Erst steht's einem von Rechts wegen von den Eltern zu, später vom Staat...
Ich bin auch der Meinung, dass allein schon die Eltern Interesse daran haben sollten, die Kinder irgendwann loszulassen und auf eigene Beine zu stellen. Wenn's finanziell möglich ist, natürlich mit finanzieller Unterstützung, warum auch nicht? Der Illusion, dass ein Kind, das während des Studiums nicht arbeiten muss, schneller fertig ist, sollten sie sich aber nicht hingeben, das Gegenteil ist meist der Fall. Dennoch ist es natürlich nicht unbedingt schlecht, wenn die Eltern einem vieles finanzieren, egal ob's der neue 3er BMW ist, eine Penthouse-Wohnung mitten inder Stadt oder der 8-wöchige Luxusurlaub - solange jeder zumindest einmal im Leben wirklich gemerkt hat, wie lange man als einfacher Arbeiter für derartige Privilegien arbeiten muss.
Andernfalls fehlt einfach ein Bezug zur Realität und der Masse der Bevölkerung. Daher ist es nicht schlecht, dass verschiedene Unis, insbesondere die privaten, von den Studenten mindestens ein Praktikum an der Basis fordern, sei es nun Burger-Braten, Fließband oder Dachdecken.
Zumindest sobald man in irgendeiner Art und Weise mit Management und Menschenführung zu tun haben will, sollte man derartige Erfahrungen mitbringen.
Joe2, mit 19 ausgezogen, während des Studiums in erster Linie für den CV gearbeitet - ansonsten wäre der Geldhahn auch irgendwann dicht gewesen 