Re: Reformpläne interessieren hier keinen?
Zitat
Original geschrieben von gumi
Hallo und guten Abend,
ich wundere mich eigentlich seit Freitag daß hier zwar zu allem Möglichen hier von den Forumsmitglieder Kommentare abgegeben werden, aber die Reformrede im Bundestag durch unseren Kandesbunzler hier eigentlich niemanden wirklich bewegt....
Warum soll man großartig darüber diskutieren? Jeder, der die Bundes-Politik in den letzten 5 Jahren verfolgt hat, weiss, dass sich nach dieser Regierungserklärung sowieso nicht viel tun wird.
Die momentane Regierung verfügt nicht über entsprechenden Rückhalt in der eigenen Partei, um endlich mal etwas gegen die Gewerkschaften durchzusetzen. Allein Münte & Co waren ja schon schwer, auf diese Linie zu bekommen.
Prinzipiell finde ich einige der vorgeschlagenen Ansätze gut, vernünftig und dringend notwendig, aber sobald etwas vom Sozialpolster weggenommen werden soll, jammern doch wieder alle Vollblut-Sozis mit Herz-Dominanz los, dass am Grab des Sozialstaats gechaufelt wird. Meiner Meinung nach ist der Trauerzug schon am offenen Grab angekommen, wenn nicht endlich jemand STOP sagt, fallen wir alle rein.
Lieber einen funktionierenden Sozialstaat, der sich selbst finanzieren kann, der den Härtefällen gerade so viel hilft, dass sie sich selbst helfen können, als einer, der mit der Gießkanne jeden, der die Hand aufhält, bedient.
Und damit diese Form des funktionierenden Sozialstaats wieder belebt werden kann, darf er nicht selbst ausbluten, wie es momentan der Fall ist. Alles überreguliert, überall will der Staat mitmischen, weil er meint, alles besser regeln zu können. Die Vergangenheit lehrt uns aber eines Besseren, das einzige wirklich funktionierende Prinzip ist der Markt, Adam Smiths unsichtbare Hand ist heute noch genauso gültig, wie schon 1776.
Stützende Rahmenbedingungen durch den Staat sind notwendig, vor allem im Sozialen Bereich. Aber das notwendige Geld für die leeren Kassen lässt sich nunmal nur sehr kurzfristig durch höhere Steuern und Sozialabgaben aufbringen, langfristig ist dies eine Sackgasse, irgendwann geht nichts mehr.
Hätte ich heute über einen Standort für ein neues Werk zu entscheiden, bräuchte ich gar nicht lange überlegen, wo es hinkommt. In D ist es unattraktiv zu investieren, viel zu starr die Regelungen, denen man sich beugen muss, viel zu hohe Abgaben, viel zu unflexibel die Komponente Arbeitszeit; vieles Dank des Einflusses der Gewerkschaften. Dass es auch anders geht, zeigt das BMW-Werk in Leipzig: von 168h max. Wochenarbeitszeit kann ohne zusätzliche Verhandlung mit dem Betriebsrat auf 40-140h runtergegangen werden. Aber hier hat man sich ja auch nicht Sommer & Co rumschlagen müssen.
Weiterer Punkt: Arbeitsplatzgarantie für alle unter 25! Sowas gabs schonmal in einem Teil Ds - was soll denn so ein Quatsch, Arbeitsplätze können doch nicht durch staatliche Anordnung entstehen :confused:
Etwas ausgeschweift, aber bei dem momentanen parteiübergreifenden Stümpertum der Politik kann man sich ja nur aufregen.
Hoffentlich vergisst Schöder nicht wieder sofort alle Versprechen und Ankündigungen, setzt sich endlich mal gegenüber der Parteilinken durch und trifft einige der dringenden Entscheidungen.